Ziel: „etablierter Zweitligist“ SV Wehen Wiesbaden: Wir werden wieder aufstehen

Von Jürgen Heide

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Angreifer mit Tor-Garantie: SVWW-Stürmer Manuel Schäffler hat in dieser Saison bereits 20 Treffer auf dem Konto – und hat in Wiesbaden einen Vertrag bis zum 30. Juni 2019. Foto: imago/HuebnerAngreifer mit Tor-Garantie: SVWW-Stürmer Manuel Schäffler hat in dieser Saison bereits 20 Treffer auf dem Konto – und hat in Wiesbaden einen Vertrag bis zum 30. Juni 2019. Foto: imago/Huebner

Wiesbaden. Der Kampf um einen direkten Aufstiegsplatz dürfte für den SV Wehen Wiesbaden nach dem 1:2 im Topspiel gegen Magdeburg verloren sein. Die Hessen wollen nun ihren Relegationsrang drei verteidigen – und mit aller Macht in die 2. Bundesliga…

„Jetzt geht es wohl nur noch zwischen Karlsruhe und uns um Platz drei“, fasst Wehen Wiesbadens Defensiv-Spezialist Niklas Dams die Ausgangslage des Sportvereins im Kampf um den direkten Drittligaaufstieg am Freitagabend nach dem 1:2 seines Clubs gegen den 1. FC Magdeburg zusammen. Vier Spieltage vor dem Saisonende liegt der SVWW nun mit acht Zählern Rückstand auf den Zweiten (Magdeburg) auf Rang drei. Wenn die Magdeburger am Dienstagabend ihr Nachholspiel in Jena gewinnen, vergrößert sich der Abstand sogar auf elf Punkte.

Fast das gleiche Restprogramm

Zurück zum Relegationsplatz drei. Nach dem 0:0 des Karlsruher SC gegen Rostock am Sonntag liegen die Wehener dank der um 19 Treffer besseren Tordifferenz mit dem punktgleichen KSC (beide jeweils 62 Zähler) weiter auf dem erwähnten Relegationsplatz drei, wobei beide Teams fast das gleiche Restprogramm haben. „Bei einem Aufstieg wäre die Freude riesengroß. Wenn wir Vierter werden würden, wäre das superhart für uns“, meint Dams.

Das 1:2 gegen Magdeburg ist die dritte Wehener Niederlage in Folge – bei einem Chancenverhältnis von sechs zu fünf zugunsten des SVWW allerdings eine unglückliche. Dass der eingewechselte Philipp Müller in der 95. Minute den Pfosten traf, „passt zum Spiel. Magdeburg war am Ende mausetot. Wir hätten einen Punkt verdient gehabt“, sagt SVWW-Coach Rüdiger Rehm, der „brutal enttäuscht“ ist. Der 39-Jährige bescheinigt dem Gast aber, in puncto Cleverness „einen Tick“ weiter zu sein. Beispiele dafür: die Gegentore des völlig frei stehenden Christian Beck und von Tobias Schwede (Kontertor nach einer Ecke für die Gastgeber). „Da haben wir zweimal gepennt“, sagt Rehm. „Das war ein Abnutzungskampf, bei dem Magdeburg effektiver war“, analysiert der aktuelle Liga-Torschützenkönig Manuel Schäffler treffend. Dabei hat er insbesondere die Schlussphase nach seinem 20. Saisontor zum 1:2 im Fokus.

„Wir werden kratzen und beißen“

„Wir haben eine Schlacht verloren. Aber wir geben nicht auf. Wir werden kratzen und beißen“, sagt Rehm – und bekommt dabei volle Unterstützung vom Präsidenten. Rehm habe dem Team in den 14 Monaten nach seiner Amtsübernahme „eine andere Mentalität“ vermittelt, ist Markus Hankammer voll des Lobes. „Wir werden wieder aufstehen“, ist auch der SVWW-Präsident überzeugt. „Egal wie es ausgeht, wir haben einen Riesensprung nach vorne gemacht. Und wenn wir so weiterarbeiten wie in den letzten zwei Jahren, werden wir auch unsere Ziele erreichen“, fügt Hankammer an. Nach den Vorstellungen des Hauptsponsors soll der SVWW ein „etablierter Zweitligist“ werden, nachdem der Sportverein bereits zwischen 2007 und 2009 im Fußball-Unterhaus spielte. „In der 2. Liga werden dann – wie schon damals – mehr Zuschauer kommen“, ist der starke Mann des Sportvereins überzeugt, der diesen mit seiner Familie und seiner Unternehmensgruppe Brita seit über 30 Jahren mit großen finanziellen Zuwendungen unterstützt. Nur 2633 Besucher sahen in dieser Saison im Schnitt die Wehener Heimspiele.

Ausbau der Arena

In der 2. Bundesliga würden sich die Fernsehgelder von 900000 auf mindestens 6,8 Millionen Euro erhöhen, sodass der Etat, der derzeit bei sechs Millionen Euro liegt, mindestens „auf zwölf Millionen Euro“ ansteigen würde, so Hankammer. „Damit hätten wir aber immer noch einen der kleinsten Etats“, sagt der 49-Jährige.

Der Ausbau der Brita-Arena von 12566 Plätzen auf das in der 2. Bundesliga vorgeschriebene Fassungsvermögen von 15000 Zuschauer wurde bereits genehmigt. Im Herbst sollen die Bagger anrollen. Bis dahin würde der SVWW bei einem Aufstieg mit einer Ausnahmegenehmigung in Wiesbaden kicken. Und was passiert, wenn der Club Vierter wird und die ersehnte Zweitliga-Rückkehr nicht gelingt? „Dann freuen wir uns, nächste Saison im DFB-Pokal dabei zu sein. Wir werden den Zweitliga-Aufstieg so lange probieren, bis wir es geschafft haben“, sagt Hankammer. Dabei sieht der Unternehmer auch bei einem Nichtaufstieg mittelfristig eine gute Perspektive für den SVWW, weil Rehm und Leistungsträger wie Schäffler noch über die Saison hinaus vertraglich gebunden sind.


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