Fußball-Talks unter der Lupe: Sport1-Doppelpass Ex-Bayern-Medienchef Markus Hörwick ist Berater von Niko Kovac

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Nach 33 Jahren beim FC Bayern München als Chef der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit ist Markus Hörwick inzwischen Berater von Trainer Niko Kovac, der am 1. Juli 2018 den FC Bayern als Trainer übernimmt. Foto: imago/Sven SimonNach 33 Jahren beim FC Bayern München als Chef der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit ist Markus Hörwick inzwischen Berater von Trainer Niko Kovac, der am 1. Juli 2018 den FC Bayern als Trainer übernimmt. Foto: imago/Sven Simon

München. Auch die Experten müssen schmunzeln, wenn es um die angebliche Blitz-Entscheidung in der Trainerfrage und der Verpflichtung von Niko Kovac beim FC Bayern München geht. „Keiner glaubt an die Version, dass das alles am Donnerstag abgelaufen ist“, sagte Sport1-Experte und Spielerberater Thomas Strunz in der Sendung „Doppelpass“ am Sonntag. Das Gelächter aus dem Publikum und in der Runde gaben dem ehemaligen Bayern-Star recht.

Kritik am Vorgehen des FC Bayern kam vor allem von den Journalisten in der Runde. „Die Bayern haben nicht, wie sie jetzt sagen, professionell gehandelt“, sagte der Chefredakteur des Magazins „11Freunde“, Philipp Köster, „professionell wäre es gewesen, die Frankfurter rechtzeitig zu informieren. Aber bis Samstagabend hat ja immer noch keiner von den Bayern in Frankfurt angerufen.“

Kritik an Kovac: Er hätte früher informieren müssen

Ins Visier wurde Niko Kovac von Marco Fenske, dem Sportchef des Redaktionsnetzwerks Deutschland, genommen. Nicht nur hätte Eintracht Frankfurt dem Trainer etwas zu verdanken, sondern auch Kovac müsse der Eintracht dankbar sein: „Gerade deshalb wäre ihm kein Zacken aus der Krone gebrochen, wenn er die Frankfurter Verantwortlichen informiert hätte, als sich der Wechsel abzeichnete.“ Insgesamt hätte dieser Trainerdeal „nur Verlierer“ zurückgelassen: „Auch die Bayern, denn die haben den Trainer ihrer dritten Wahl geholt – nach Heynckes und Tuchel.“

Exprofi Bernd Storck: Es bleibt ein fader Beigeschmack

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Der ehemalige Bundesligaprofi und Fußballlehrer Bernd Storck, bis zu seinem Rücktritt im Oktober 2017 Trainer der ungarischen Nationalmannschaft, betonte, dass die Ausstiegsklausel im Vertrag von Kovac der Schlüssel zu der Entwicklung sei. Kovac hatte sich in dem bis zum 30. Juni 2019 datierten Kontrakt zusichern lassen, dass er gegen eine festgeschriebene Ablöse von angeblich 2,2 Millionen Euro vor Ablauf des Vertrags die Eintracht verlassen kann, wenn ein Angebot der Bayern kommen sollte. „Das hat den Unterschied gemacht“, sagte Storck, „damit war er der einzige Trainer, den die Bayern direkt ansprechen konnten. Trotzdem bleibt wegen der Umstände, wie die Sache bekannt wurde, ein fader Beigeschmack.“

Alle schmunzeln über die „Nummer mit dem Chauffeur“

Aber wie wurde nur Kovac ein Kandidat für die Bayern? Über die Version von Uli Hoeneß, dass ein zufälliges Treffen bei der Geburtstagsfeier seines kroatischen Chauffeurs den Ausschlag zur Verpflichtung des Kroaten Kovac gegeben habe, lachte die „Doppelpass“-Runde nach dem Einwurf des Journalisten Fenske herzhaft: „Die Nummer mit dem Chauffeur glaubt doch nun wirklich kein Mensch…“

„Markus Hörwick spielte eine zentrale Rolle“

Leider ging keiner der Experten auf einen interessanten Hinweis von Sport1-Chefredakteur Dirk Seemann ein, der auf die neue Aufgabe des langjährigen Pressechefs und Mediendirektors des FC Bayern hinwies: „Markus Hörwick ist der Berater von Niko Kovac. Ich bin sicher, dass er in diesem Fall eine zentrale Rolle spielt.“ Vor einigen Wochen, als die ersten Spekulationen über einen Wechsel des Frankfurter Trainers aufkamen, war Hörwick Gast im „Doppelpass“ und sagte sinngemäß, die Aufgabe beim FC Bayern käme für Kovac derzeit noch zu früh…

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Zwischenrufe Gladbacher Fans bei Eberls Analyse

Zweites großes Thema in der Runde war der Absturz von Borussia Mönchengladbach und die schwache Vorstellung beim 1:5 am Vortag in München. Sportdirektor Max Eberl beschönigte die Leistung des Teams nicht, machte aber für die enttäuschende Rückrunde auch die massiven Personalsorgen verantwortlich. „Die Rückrunde ist nicht unser Anspruch. Das müssen wir im Sommer analysieren und die richtigen Schlüsse ziehen. Da sitzen wir alle in einem Boot“, sagte Eberl, der aus dem Publikum mehrfach mit Zwischenrufen verärgerter Gladbach-Fans unterbrochen wurde.

Eberl wehrt sich gegen Begriff „Katastrophensaison“

Eberl blieb unbeeindruckt und versuchte, die Relationen zwischen Anspruch und Wirklichkeit geradezurücken: „Keiner ist mit Platz acht oder neun zufrieden, und wir reden uns die Rückrunde nicht schön. Aber wenn man in Mönchengladbach nicht mehr Achter werden darf, ohne dass alles in Frage gestellt wird, dann stimmt etwas nicht.“

Eberl wehrte sich gegen Begriffe wie „indiskutabel“ oder „Katastrophensaison“. Die Erwartungshaltung dürfe nicht sein, dass die Borussia alljährlich einen internationalen Platz erreichen muss: „Das schaffen wir nur, wenn bei uns alles optimal läuft. In die Champions League zu kommen ist für uns so wie für andere der Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Und Meister wird man nicht jedes Jahr – es sei denn, man ist Bayern München…“


Doppelpass

Jeden Sonntag ab 11 Uhr auf Sport1. Wiederholungen und Höhepunkte auf der Website sport1.de.

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