Fußball-Talks unter der Lupe: ZDF-Sportstudio Antonio Rüdiger: Rassismus habe ich nur in Italien erlebt

Von Jacob Alschner

Einblicke in seine Karriere als Fußballprofi und seinen Lebensweg aus Berlin-Neukölln in die Glitzerwelt der Premier League gab Antonio Rüdiger (rechts) von Chelsea London im Aktuellen Sportstudio des ZDF beim Gespräch mit Sven Voss. Foto: imago/Martin HoffmannEinblicke in seine Karriere als Fußballprofi und seinen Lebensweg aus Berlin-Neukölln in die Glitzerwelt der Premier League gab Antonio Rüdiger (rechts) von Chelsea London im Aktuellen Sportstudio des ZDF beim Gespräch mit Sven Voss. Foto: imago/Martin Hoffmann

Osnabrück. Vom Fußballkäfig in die Premier League. Diese steile Karriere haben nicht Viele vorzuweisen. Antonio Rüdiger, Verteidiger beim FC Chelsea, schon. Zu Gast im ZDF-Sportstudio bei Sven Voss am Samstagabend sprach der gebürtige Berliner über seinen Weg an die Stamford Bridge und seine WM-Ambitionen.

Rüdiger: Aus dem Brennpunkt zum WM-Titel?

Als Rüdiger seine Profikarriere 2012 beim VfB Stuttgart begann, galt er lange als unreifer Heißsporn, der sich manchmal nicht unter Kontrolle hatte. So sammelte er in seinen ersten zwei Bundesligasaisons gleich zwei Rote Karten. Mit etwas Abstand bewertete Rüdiger seine Vergangenheit im Gespräch mit Moderator Voss so: „Wenn ich heute darüber nachdenke, war das einfach nur dumm. Aber vielleicht habe ich das Unreife gebraucht, um dahin zu kommen, wo ich heute bin.“

Nur in Italien rassistisch beleidigt

Dann kam der Wechsel nach Rom, wo Rüdiger anfangs Probleme hatte, „auch wegen der komplett neuen Sprache. Aber mit Edin Dzeko hatte ich jemanden, der mir sehr sehr geholfen hat.“ Doch auch mit den Zuschauern in Italien hatte Rüdiger seine Schwierigkeiten, wurde mehrfach rassistisch mit Affenlauten von den Rängen bedacht: „Das habe ich nur in Italien erlebt.“ Ansonsten seien die zwei Jahre bei der Roma in jeder Hinsicht eine wunderbare Zeit gewesen.

Im Sportstudio stellte der 25-Jährige nun klar, dass sein Wechsel im Sommer letzten Jahres zum FC Chelsea keinesfalls eine Flucht gewesen sei. Vielmehr war es das Sportliche, dass Rüdiger auf die Insel gezogen habe: „Die Liga in England ist genau das, was ich mir gewünscht habe.“ Bereits in seiner ersten Saison mit den „Blues“ hat er noch Chancen, seinen ersten nationalen Titel zu feiern. „Die Fans erwarten immer, dass man was gewinnt und mit dem FA Cup fände die Saison ein versöhnliches Ende“, so Rüdiger.

Ziel bei der WM in Russland: Titelverteidigung

Den nächsten Titel will Rüdiger dann im Sommer in Russland feiern; bei der Weltmeisterschaft unbedingt dabei sein. „Die Chancen stehen gut, denke ich, obwohl es natürlich harte Konkurrenz gibt. Und dann denke ich: wir können es schaffen, den Titel zu verteidigen und fahren natürlich auch mit diesem Ziel dahin.“ Bewerbungen hat er durch die starke aktuelle Saison und auch die Auftritte beim letztjährigen Confed-Cup jedenfalls schon reichlich gesammelt.