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09.04.2018, 18:11 Uhr KOMMENTAR

Thomas Tuchel zu Paris Saint-Germain: Willst du gelten…

Kommentar von Susanne Fetter

Dirigiert bald in Paris: Ex-BVB-Trainer Thomas Tuchel. Foto: dpaDirigiert bald in Paris: Ex-BVB-Trainer Thomas Tuchel. Foto: dpa

Osnabrück. Thomas Tuchel wird nach Informationen des Sportbuzzer neuer Trainer bei Paris Saint-Germain. Der 44-Jährige steigt damit in Europas Trainerelite auf, in der es viele eigenwillige Charaktere gibt. Erreicht hat er dieses Ziel auch mit einer Taktik, die schon nach seinem Abgang in Mainz gefruchtet hat.

Arsenal oder Paris? Das war vor zwei Wochen noch die Frage. Die Antwort lautet offenbar: Hauptsache Frankreich. Bei den Verhandlungen, so heißt es, soll Thomas Tuchel fließend Französisch gesprochen haben. Der Mann weiß zu beeindrucken – im Ausland offenbar noch mehr als hier.

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Ja, so ist sie, die Sache mit dem Propheten. Zumal, wenn er wie Tuchel nicht gerade als der einfachste Typ im eigenen Land gilt. Auch deshalb hat sich der FC Bayern lange gedrückt, an ihn heranzutreten. Und als man sich dann doch dazu durchgerungen haben soll, es miteinander zu versuchen, da war der 44-Jährige schon vergeben.

„Willst du gelten, mach dich selten“

Tuchel setzte dabei auf eine ähnliche Strategie wie nach seinem Abgang in Mainz: „Willst du gelten, mach dich selten.“ Während seines Sabbaticals wurde er mit jedem Tag interessanter für die Topclubs der Bundesliga. Auch nach dem Aus in Dortmund blieb er fast unsichtbar – diesmal schielte sogar Europas Elite auf ihn.

Tüftler, Dompteure, Eigenbrötler

Die weiß, ein Trainer seines Kalibers wird nie einfach sein, kann gar nicht einfach sein. Guardiola, Mourinho, Klopp, Zidane – alles eigenwillige Charaktere. Und wer sich erinnert, Heynckes war nicht immer so locker. Toptrainer sind Tüftler, Dompteure, Eigenbrötler, manchmal auch Selbstdarsteller. Alles ist dabei in dieser Liga, in die Tuchel nun aufsteigt.

Auch in München werden sie sicher genau beobachten, wie er dort ankommt. Denn gelingt es dem neuen Dirigent, sein mindestens genauso eigenwilliges Pariser Starensemble in den Griff zu bekommen, dürften sie sich dort demnächst vielleicht auf gut Bayrisch noch mal in den „Oasch“ beißen.