Weg zur Sanierung des Vereins Chemnitzer FC: Insolvenz als Option im Fall des sportlichen Abstiegs?

Von Sportredaktion

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Gestrauchelt, aber noch nicht gefallen: Die Elf des Chemnitzer FC (links) in der 3. Fußball-Liga. Foto: imago/PicturePointLEGestrauchelt, aber noch nicht gefallen: Die Elf des Chemnitzer FC (links) in der 3. Fußball-Liga. Foto: imago/PicturePointLE

Chemnitz/Osnabrück. Kurz vor dem wegweisenden Duell imTabellenkeller bei den Sportfreunden Lotte (Samstag, 14 Uhr, FRIMO-Stadion) kursieren im Umfeld des Fußball-Drittligisten Chemnitzer FC Gerüchte über angebliche Planungen für die Einleitung eines Insolvenzverfahrens.

Demnach prüft die Spitze des seit Jahren finanziell klammen Vereins derzeit entsprechende Möglichkeiten. Eine Anfrage, ob der Verein dem Vorbild von FC RW Erfurt, das vor Kurzem einen Insolvenzantrag gestellt hat, folgen will, beantwortete CFC-Vorstand Thomas Uhlig laut Bild-Zeitung so: „Die Beantwortung bedarf einer Abstimmung zwischen den Mitgliedern der Gremien, welche erst noch stattfindet“.

Insolvenzerklärung wird nicht kategorisch ausgeschlossen

Daraus lässt sich lesen, dass der Schritt in die Insolvenz beim CFC zumindest nicht komplett kategorisch ausgeschlossen wird – aber auch, dass man sich noch Zeit lassen möchte, bevor man darüber entscheidet, ob man tatsächlich die Einleitung eines solchen Verfahrens in Erwägung zieht. Und beides macht Sinn: Denn die Einleitung eines Insolvenzverfahrens zöge bekanntlich den sofortigen Abzug von neun Punkten in der Tabelle nach sich, was wohl gleichbedeutend wäre mit dem sportlichen Abstieg des Tabellen-18., der momentan vier Punkte Rückstand hat auf dem ersten Nichtabstiegsplatz – und den belegen die Sportfreunde Lotte, am Samstag im FRIMO-Stadion direkter Gegner des CFC.

Und so ist anzunehmen, dass der CFC weiter alles versuchen wird, um die 3. LIga zu halten – und dazu gehört neben der sportlichen Qualifikation auch die Erhaltung der finanziellen Basis, damit ein entscheidender Punktabzug im Abstiegskampf vermieden wird. Die Bild-Zeitung berichtet in diesem Zusammenhang, dass die in dieser Saison hinterlegte Liquiditätsreserve noch nicht angetastet sei und weiter abgerufen werden könne – auch Sponsorengelder stünden noch zur Verfügung, um Löcher zu stopfen. Zudem bleibt den Chemnitzern noch Zeit, für die neue Saison benötigte Gelder zu aquirieren.

Insolvenzerklärung wohl nur im Fall des sportlich feststehenden Abstiegs

Konkreter würden die Überlegungen bezüglich einer Insolvenzerklärung im Saisonfinale daher wohl nur werden, wenn sportlich keine Chance mehr besteht, die Liga zu erhalten – denn dann böte die Insolvenz die Möglichkeit, den klammen Verein, der schon im vergangenen Jahr zur Erlangung der Lizenz auf die massive Unterstützung der Stadt Chemnitz und ihrer Tochtergesellschaften angewiesen war, von Grund auf zu sanieren. Denn dann würde auch der Punktabzug angesichts des sowieso vollzogenen Abstieges aus der 3. Liga nicht mehr ins Gewicht fallen.

Dazu passt auch die Aussage von Sportvorstand Steffen Ziffert im CFC-Stadionheft zum vergangenen Spiel gegen Werder Bremens U23 (2:1): „Wir sind nicht blauäugig und müssen uns mit allen möglichen Situationen, die eintreffen können, beschäftigen und auseinandersetzen.“

Fazit: Chemnitz muss sportlich bezwungen werden

Somit lautet das Fazit für alle Konkurrenten des CFC im Tabellenkeller wie die Sportfreunde Lotte und den VfL Osnabrück: Darauf, dass die Chemnitzer noch einen Punktabzug kassieren werden, sollte sich keiner verlassen, so lange die Sachsen sportlich auf Augenhöhe mit den anderen Teams um den Klassenerhalt in der 3. Liga kämpfen.


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