Fußball-Talks unter der Lupe: Sport1-Doppelpass Experte Marcel Reif: Mit Peter Stöger geht es beim BVB nicht weiter

Von Loris Kriege

Bleibt Peter Stöger über das Saisonende hinaus Trainer von Borussia Dortmund? In der Bundesliga sprechen die Zahlen für ihn, das Aus in der Europa League hat ihm geschadet. Foto: dpaBleibt Peter Stöger über das Saisonende hinaus Trainer von Borussia Dortmund? In der Bundesliga sprechen die Zahlen für ihn, das Aus in der Europa League hat ihm geschadet. Foto: dpa

Osnabrück. Das Trainerkarussell hat in den letzten Jahren immer mehr Fahrt aufgenommen. In dieser Saison gab es bereits neun Wechsel auf der Position des Übungsleiters – der Hamburger SV und der VfL Wolfsburg tauschten ihre Coaches in dieser Spielzeit sogar schon jeweils zwei Mal aus. Die Talkrunde im Sport1-Doppelpass unter der Moderation von Thomas Helmer stellte sich deshalb die Frage: Ist das Trainer-Business ein immer größer werdendes Haifischbecken?

Das Wort „Planungssicherheit“ steht mittlerweile aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr auf der Prioritätenliste von Fußballtrainern, wenn sich einem neuen Verein anschließen. Immer mehr Übungsleiter werden im schnelllebigen Geschäft Profifußball nach kurzer Zeit wieder entlassen. Bernd Hollerbach ist das jüngste Beispiel – nur sieben Spiele lang durfte er die Geschicke beim Hamburger SV als Verantwortlicher leiten.

Und auch sein Nachfolger Christian Titz steht nach der 1:2-Heimniederlage gegen Hertha BSC bereits wieder in der Kritik. Jens Keller, der ehemalige Coach vom VfB Stuttgart, Schalke 04 und Union Berlin, war zu Gast im Doppelpass und benannte das Problem: „Das Trainergeschäft ist ein Haifischbecken geworden. Ich möchte mich nicht als Opfer darstellen, aber durch die Sozialen Medien wird immer mehr nach außen getragen.“

Und mit seiner Aussage hat Keller durchaus Recht. Die Durchschnittsamtszeit liegt in der Bundesliga mittlerweile nur noch etwas über einem Jahr – eine bedenkliche Entwicklung. Sein Trainerkollege Christoph Daum sieht vor allem eine Veränderung im Anforderungsprofil eines Fußballlehrers: „Mein Mitarbeiterstab in den 80er Jahren bestand aus einem Masseur und mir. Ab und zu kam mal der Arzt vorbei. Das Kerngeschäft besteht zwar immer noch daraus, Spieler besser zu machen, aber als Trainer wird man immer mehr zum Koordinator, weil immer mehr Menschen im Verein mitwirken.“

Vor allem ein Trainer, der mitten in einer Saison eine fremde Mannschaft übernehmen muss, tritt meistens ein schweres Erbe an. „Du kannst doch nicht Hollerbach für irgendetwas verantwortlich machen.“, sagte Kabarettist Wolfgang Trepper. Dass ein Trainerwechsel während einer laufenden Saison allerdings auch einen positiven Effekt haben kann, zeigt Tayfun Korkut beim VfB Stuttgart. Für Christian Falk von der Sport Bild hängt die Chance auf eine kurzfristige Wende vor allem davon ab, wie sich ein neuer Trainer mit den vorhandenen Mitteln im Verein arrangiert: „Korkut hat den Kader verstanden. Er hat geguckt was er hat und sich dann danach gerichtet.“ Die Runde war sich auch einig, dass Borussia Dortmunds Coach Peter Stöger den Kader des BVB nicht verstanden habe. Deshalb war sich Experte Marcel Reif auch sicher: „Nein, mit Stöger geht es nicht weiter. Auf gar keinen Fall.“


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