Fußball-Talks unter der Lupe: Wontorra auf Sky Dietmar Hamann sieht den HSV „im freien Fall“

Von Micha Lemme

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Enttäuschung pur beim HSV: Sky-Experte Dietmar Hamann sieht den Verein „im freien Fall“. Foto: imago/Jan HuebnerEnttäuschung pur beim HSV: Sky-Experte Dietmar Hamann sieht den Verein „im freien Fall“. Foto: imago/Jan Huebner

Osnabrück. Viele Personaldiskussionen prägten die Debatte rund um den Hamburger SV bei „Wontorra – der Fußball-Talk“. Die Position und die Handlungen von HSV-Boss Bernd Hoffmann wurden von einer meinungsfreudigen Runde durchaus kontrovers diskutiert. Dieser Runde gehörten neben dem Hauptgast Klaus Allofs die beiden Journalisten Rafael Buschmann (Spiegel) und Philipp Selldorf (Süddeutsche Zeitung) sowie Sky-Experte Dietmar Hamann und der Autor und Blogger Marcus Scholz an.

Hamann fand gleich zu Beginn der Sendung klare Worte zum HSV, der am Samstag mit 0:6 bei Bayern München untergegangen war: „In der Mannschaft gibt es tiefe Risse. Der Verein und die Mannschaft sind im freien Fall.“ Auch Selldorf machte Probleme innerhalb des Mannschaftsgefüges aus: „Dass diese Mannschaft nicht intakt ist, das beweist sie schon seit Monaten.“ Neben der sportlichen Fehlentwicklung der Hamburger ging es in der Runde jedoch vor allem um die Person Bernd Hoffmann und die von ihm angetriebenen Entlassungen von Heribert Bruchhagen und Jens Todt. Hoffmann spreche immer von einem Neuanfang, aber im Moment habe man eher das Gefühl, es gehe um Auflösungserscheinungen, spitzte Buschmann die Lage beim HSV zu.

„Hoffmann könnte bei House of Cards anfangen“

Die Personalentscheidungen Hoffmanns veranlassten Buschmann zu einer These, die mit viel Applaus honoriert wurde: „Bernd Hoffmann könnte direkt bei House of Cards anfangen. Das ist schon eine schöne strategische Arbeit, um an maximale Macht zu kommen.“ Selldor hingegen betonte, dass Hoffmann lediglich die Möglichkeiten nutze, die ihm sein Amt gebe, um etwas zu verändern. „Und darüber, dass etwas verändert werden muss, herrscht ja Konsens“, so der SZ-Journalist weiter. Buschmanns Ansicht nach liegt das zentrale Problem nun vor allem darin, dass die operative Ebene beim HSV „praktisch komplett vernichtet“ wurde. „Wer soll denn verhandeln beim HSV?“, fragte er treffend.

Reicht die Qualität des HSV-Kaders für die 2. Liga?

„Innerhalb der nächsten sieben bis vierzehn Tage muss etwas passieren. Das weiß Hoffmann selbst auch“, sagte Scholz. Dann gehe es darum, die Planungen für die 2. Liga voranzutreiben. Hamann schätzte es als „Riesenchance“ ein, den Abstieg für einen personellen Umbruch zu nutzen und zweifelte die Qualität des aktuellen HSV-Kaders an. Allofs attestierte dem HSV durchaus die qualitativen Voraussetzungen, um in der 2. Liga eine gute Rolle spielen zu können. „Aber es ist nicht nur die Qualität entscheidend, sondern auch die Bereitschaft, sich in der 2. Liga zu betätigen und diesen Unfall wieder gut zu machen“, schränkte er ein. Buschmann meinte, man müsse den HSV-Kader nur partiell verstärken und einige wenige Spieler holen, die die Mannschaft tragen könnten.

Wolfsburg wie der HSV – „nur auf einem etwas höheren Niveau“

Auch ein anderer Abstiegskandidat wurde thematisiert. Vom Tabellenfünfzehnten VfL Wolfsburg war Sportdirektor Olaf Rebbe live zugeschaltet. „Wir haben mit Bruno Labbadia den richtigen Trainer, der das Thema richtig anpackt“, sagte Rebbe in Bezug auf den anstehenden Abstiegskampf. Die Experten in der Runde machten beim VfL vor allem ein zentrales Problem aus, das Allofs auf den Punkt brachte: „Da sind Spieler, die haben Qualitäten, aber kommen nicht an ihr Leistungsvermögen heran.“ Letztlich befinde sich Wolfsburg in der gleichen sportlichen Spirale wie der HSV, analysierte Selldorf und fügt an: „Nur auf einem etwas höheren Niveau.“

Tuchel als Topkandidat beim FC Bayern gehandelt

Zum Abschluss der Sendung kam die Trainerdiskussion beim FC Bayern München zur Sprache. Hamann und Allofs betonten beide, dass sie sich sicher seien, Jupp Heynckes werde am Saisonende als Trainer aufhören. Selldorf hatte auch gleich den passenden Nachfolger parat: „Heynckes hat mit aller Deutlichkeit gesagt, dass Thomas Tuchel ein geeigneter Trainer für den FC Bayern ist. Was Thomas Tuchel ja übrigens auch so sieht.“ Abschließend sprach die Runde über die Wechselgerüchte um Robert Lewandowski und einen möglichen Transfer zu Real Madrid. Die Gäste waren sich relativ einig, dass der FC Bayern in einer guten Verhandlungsposition sei, aber bei einem massiven Angebot aus Madrid einem Verkauf wohl zustimmen würde.

(Weiterlesen: Thomas Tuchel ist Favorit für Nachfolge von Jupp Heynckes)


Wontorra – der Fußball-Talk:

Jeden Sonntag ab 10.45 Uhr auf Sky Sport News HD (frei empfangbar) und im Live-Stream auf sport.sky.de. Moderation: Jörg Wontorra.

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