Fussball-Talks unter der Lupe: Sky90 Lienen: Situation in Hannover nur ein Vorgeschmack, wenn 50+1 fällt

Von Jacob Alschner

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Ewald Lienen fürchtet um die Folgen, wenn 50+1 fällt. Foto: WittersEwald Lienen fürchtet um die Folgen, wenn 50+1 fällt. Foto: Witters

Osnabrück. Bei „Sky90 – Die Kia Fussballdebatte“ am Montagabend auf Sky Sport drehte sich vieles um den Abstiegskampf und die 50+1-Regel. Kölns-Sportdirektor Armin Veh sprach dabei offen von der 2. Bundesliga für seinen Verein. Ewald Lienen fürchtet hingegen um die Folgen, wenn 50+1 fällt.

Die Bundesliga am unteren Tabellenende ist beinahe entschieden, die Chancen des Hamburger SV und des 1. FC Köln, die Klasse zu halten, schwinden stetig. Bei Sky90 mit Moderator Patrick Wasserziehr sprach dazu unter anderen Köln-Sportdirektor Armin Veh über die Planungen seines Klubs, die Perspektiven der Konkurrenten im Tabellenkeller und die Situation bei Hannover 96. Passend dazu war auch der Trainer der Niedersachsen, André Breitenreiter, Teil der Runde, die Ewald Lienen (Technischer Direktor beim FC St. Pauli) und Kicker-Reporter Thomas Hiete komplettierten.

Armin Veh schreckte nicht davor zurück, die Situation der Kölner, die seit 22 Spieltagen auf dem letzten Tabellenplatz stehen, gleich klar zu benennen: „Man muss das auch mal nüchtern sehen. An der zweiten Liga sind wir näher dran als am Klassenerhalt.“ Gefragt nach den Ursachen dafür sah er „viele Kleinigkeiten, die sich summiert haben. Das waren Dinge, die man dann schwer in den Griff bekommt“, so der Schwabe. Manchmal komme es eben so, dass Personen falsche Entscheidungen treffen.

„Überflüssiger Abstieg“

Generell war sich die Runde darüber einig, dass es kein großes Problem im Verein gebe, das allein der Grund für den sportlichen Niedergang des „Effzeh“ sei., dieser aber vermeidbar gewesen wäre. Thomas Hiete machte noch am ehesten den Abgang vom ehemaligen Stürmer Anthony Modeste als Ursache aus, der nicht adäquat kompensiert worden sei. Ewald Lienen sah das positiver und einen „immerhin besseren Trend als beim HSV. Die Kölner haben es zumindest ab und zu mal hinbekommen, zu gewinnen.“ Der Kader sei stärker, als es der Tabellenplatz vermuten lasse. Man habe aber dazu auch das Pech gehabt, dass mit Hector und Risse zwei tragende Säulen der Mannschaft lange Zeit ausgefallen sein. Schon kurz nach deren Rückkehr, so fanden Lienen und Köln-Boss Veh einvernehmlich, habe die Mannschaft besser funktioniert und Fortschritte gezeigt.

Fehler auf beiden Seiten

Auch der vereinspolitische Dissens bei Hannover 96 zwischen Martin Kind und den Hannoveraner Ultras war Thema der Sendung. Martins Kinds Position, die 50+1-Regel der DFL kippen zu wollen als auch die der Ultras, der Verein solle die Mehrheit der Anteile an der ausgelagerten Profimannschaft behalten, wurden zwiespältig gesehen und das Vorgehen beider Seiten kritisiert. Trainer André Breitenreiter sprach von einer gefestigten Mannschaft, die zusammenstehe; trotz aller Unruhe im Vereinsumfeld. Es habe aber natürlich Auswirkungen, wenn keine oder nur wenig Stimmung im Stadion herrsche, wie es aufgrund des Boykotts einiger 96-Fans seit Monaten der Fall ist.

„Fans noch nicht geboren“

Breitenreiter war auch der Meinung, man dürfe nicht vergessen, wo Hannover 96 ohne Martin Kind stehen würde und spielte damit darauf an, dass Kind die „Roten“ 1997 in der Regionalliga übernahm und in die Bundesliga führte. „Das würden sich einige andere Traditionsvereine wünschen.“ Lienen hingegen mahnte auch, was man in Hannover sehe, sei nur ein Vorgeschmack dessen, was passieren würde, wenn 50+1 flächendeckend gekippt würde. „Dann gehen die Ultras bundesweit auf die Barrikaden!“


Sky90 – Die Kia Fussballdebatte:

Jeden Montag ab 22.30 Uhr auf Sky Sport Bundesliga 1. Moderator: Patrick Wasserziehr.

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