Abseitslinien wie mit Paint gezeichnet Diskussionen um den Videobeweis nun auch in England

Von Sportredaktion

Schiedsrichter Kevin Friend bekommt das Signal vom Video-Assistenten. Foto: imagoSchiedsrichter Kevin Friend bekommt das Signal vom Video-Assistenten. Foto: imago

Osnabrück . Anders als die Fußball-Bundesliga testet der englische Fußballverband den Videobeweis bislang nur im FA-Cup. Doch auch dort sorgte die Technik am Wochenende für Kontroversen – mit krummen Abseitslinien.

Die Angelegenheit zwischen Huddersfield Town und Manchester United im Achtelfinale des FA-Cups schien frühzeitig entschieden. Nach der frühen Führung durch Romelu Lukaku in der 3. Minute erhöhte Juan Mata kurz vor der Pause für die dominierenden „Red Devils“ auf 2:0. Der Spanier ließ sich von seinen Kollegen bereits feiern, ehe eine für englische Fußballfans noch befremdliche Szene eintrat: Schiedsrichter Kevin Friend bekam das Signal seines Videoassistenten Neil Swarbrick aufs Ohr und gab das Zeichen für den Videobeweis.

Denn in England wird der Videobeweis bislang nur im Pokalwettbewerb eingesetzt, entsprechend gering sind noch die Erfahrungen und Diskussionen rund um die neue Technik. Anders als in der Bundesliga beinhaltet der englische Videobeweis allerdings auch eine kalibrierte Abseitslinie. Und in der betreffenden Szene soll sich Mata vor seinem Tor beim Abspiel von Ashley Young im Abseits befunden haben. So zumindest die Ansicht des Videoassistenten. Der Treffer von Mata wurde aberkannt.

Abseitslinien wie bei Paint gezeichnet

Richtig nachzuvollziehen war die Szene aber vor allem für die TV-Zuschauer nicht. In den Einblendungen des britischen Fernsehsender BT Sport sah die Abseitslinie wie mit dem Computer-Programm Paint eingezeichnet aus. Die Betreiberfirma Hawk-Eye Innovations bemühte sich im Anschluss umgehend, die Einblendung als „technischen Fehler“ und „unkorrekte Grafik“ einzig für den TV-Zuschauer aufzuklären. „Der Videoassistent hat das richtige Bild mit den richtigen Linien gesehen“, teilte die Firma weiter mit.

Allerdings sorgte auch die Entscheidung an sich für Diskussionen. Denn auch in der richtigen Linieneinblendung war eine klare Abseitsstellung von Mata nicht zu erkennen. Wie in der Bundesliga funktioniert auch in England der Videobeweis auf der Grundlage, nur bei „klaren Fehlentscheidungen“ einzugreifen.

„Wir sind noch in der Übungsphase“

Überraschend diplomatisch reagierte daher Manchester-Trainer José Mourinho nach Abpfiff: „Wir sind noch in der Übungsphase. Jetzt geht es darum, die Fehler zu eliminieren und das System zu verbessern.“ Allerdings durfte sich der Portugiese am Ende trotzdem über einen 2:0-Erfolg und den Einzug ins Viertelfinale freuen. Lukaku erzielte in der 55. Minute seinen zweiten Treffer.

Pluspunkte sammelte der Videoassistent an diesem Abend nicht in England. Dafür aber reichlich Spot in den sozialen Netzwerken.