Fußballtalks unter der Lupe: Doppelpass auf Sport1 Kommt Ribery zu oft mit Tätlichkeiten durch?

Von Lennart Albers

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Beim Doppelpass gab es harte Worte für Franck Ribery und die HSV-Fans. Foto: Screenshot/Sport1Beim Doppelpass gab es harte Worte für Franck Ribery und die HSV-Fans. Foto: Screenshot/Sport1

Osnabrück. Hat Franck Ribery einen Bonus bei den Schiedsrichtern? Diese Frage wurde am Sonntagmorgen beim Doppelpass auf Sport1 stark diskutiert. Nach einem Ellbogenschlag gegen den Wolfsburger Renato Steffen bekam der Franzose am Samstag trotz Videobeweis wieder einmal nur die Gelbe Karte. Das erzürnte die ehemaligen Nationalspieler Thomas Hitzelsberger und Sebastian Kehl.

Die beiden Ex-Profis sowie die anderen Gäste der Runde wollten zwar nicht von einer klaren Roten Karte sprechen, rückten aber das Wohlwollen der Schiedsrichter gegenüber Ribery in den Mittelpunkt. „Wer Franck kennt, der weiß, dass das in der Vergangenheit schon öfters passiert ist“, verwies Kehl darauf, dass der Bayern-Spieler in seiner Karriere schon oft mit Tätlichkeiten aufgefallen ist, dafür aber nach Ansicht der Experten dauerhaft viel zu milde bestraft wird. „Das ist schon auffällig, dass er häufig mit Gelb davonkommt“, kommentierte Hitzelsberger.

„Der Videobeweis sorgt für mehr Gerechtigkeit“

Doch nicht nur die Ribery-Szene sorgte am Wochenende für Aufregung, immerhin gab es in fast jedem Stadion am Samstag Diskussionen über den Videobeweis, sodass dieser mal wieder Thema in der Diskussion von Moderator Thomas Helmer war. Aus der Runde verteidigte einzig Kehl den Videoschiedsrichter: „Der Videobeweis sorgt für mehr Gerechtigkeit. Von zehn Entscheidungen werden sieben korrigiert.“ Dem statistisch unterlegten Argument des Ex-Dortmunders fiel dann aber die Doppelpass-Regie in den Rücken, indem nach und nach fragwürdige Entscheidungen der Samstagsspiele präsentiert wurden.

So war sich die Runde einig, dass beim Spiel zwischen Bremen und Freiburg drei klare Fehlentscheidungen gegen die Bremer getroffen wurde, der Hamburger Sejad Salihovic hätte vom Platz fliegen müssen und auch der erste Elfmeter der Bayern gegen Wolfsburg falsch war. Der Videoschiedsrichter griff dabei jedoch jeweils nicht ein. „Wir müssen die Frage stellen, ob wir es nicht einfach bleiben lassen“, warf Hitzelsberger ein und auch WDR2-Sportredakteur Sven Pistor wetterte gegen den Videobeweis: „Wir mich ist das unerträglich. Ich kann da keine Gerechtigkeit empfinden.“

Harte Worte an HSV-Fans

Noch mehr als der Videobeweis wurde nur der Hamburger SV in der Runde kritisiert. Als es auf die sportliche Lage der akut abstiegsbedrohten Hamburger zu sprechen kam, verfielen die Experten kollektiv in Kopfschütteln und Fassungslosigkeit über die gezeigte Leistung der letzten Wochen. „Es ist schwierig aufzuarbeiten, was alles beim HSV schief läuft“, meinte Hitzelsberger beim Blick auf die Szenen der 1:2-Niederlage gegen Bayer Leverkusen am gestrigen Samstag. Der ehemalige leitende Sportredakteur der Bild-Zeitung Alfred Draxler sah für den Bundesliga-Dino keine Hoffnung mehr im Kampf um den Klassenerhalt: „Ich glaube, dass der Kader schlecht ist und die Qualität nicht ausreicht, um die Liga zu halten.“

Eine klare Meinung hatte der nicht gerade für leise Töne bekannte Draxler auch zum Thema HSV-Fans. Er erzürnte sich über das von HSV-Ultras während des Spiels aufgehängte Plakat mit der Aufschrift „Bevor wir die Uhr abstellen, jagen wir euch durch die Stadt“. Er verwies auf einen jungen Spieler wie den 18-jährigen Fiete Arp und richtete drastische Worte an die Plakat-Aufhänger: „Das ist Pack und wenn wir dieses Pack nicht aus den Stadien entfernen, haben wir ein Riesenproblem.“

(So lief der Wontorra-Talk auf Sky: Babbel: Wenn’s einer schafft, dann Bernd Hollerbach)


Doppelpass:

Jeden Sonntag ab 11 Uhr auf Sport1. Moderator: Thomas Helmer. Zu sehen auch im Internet via Stream und bei Facebook, im Nachgang in Auszügen in der Mediathek auf sport1.de.

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