Fußball-Talks unter der Lupe: ZDF Sportstudio Bayern-Präsident Hoeneß fordert mehr Konkurrenz in der Liga

Von Lutz Hölker

Dass die Bayern wieder Deutscher Meister werden, dabei ist sich FCB-Präsident Uli Hoeneß sicher. Foto: Screenshot/ZDFDass die Bayern wieder Deutscher Meister werden, dabei ist sich FCB-Präsident Uli Hoeneß sicher. Foto: Screenshot/ZDF

Osnabrück. Bayerns Präsident Uli Hoeneß zeigte sich im Interview mit Boris Büchler für das ZDF Sportstudio wie immer selbstbewusst und angriffslustig. Dass sein Verein am Ende der Saison wieder einmal deutscher Meister wird, steht für ihn außer Frage. Trotzdem wünschte er sich für die Zukunft wieder etwas mehr Konkurrenz. Außerdem sprach Leverkusens Sportchef Rudi Völler im Studio mit Moderator Jochen Breyer über den positiven Wandel seiner Mannschaft.

Nach dem knappen 2:1-Sieg der Bayern über Schalke war Bayerns Präsident Uli Hoeneß voll des Lobes für den Gegner. Als „eines der besten Spiele seit langer Zeit in der Allianz Arena“ bezeichnete der 66-Jährige die Partie vom Samstagabend. Vor allem die offensive und aggressive Spielweise der Schalker sorgte seiner Meinung nach für ein „wunderbares Fußballspiel“.

Doch nicht nur die Zuschauer profitieren laut Hoeneß von solchen Spielen, auch für seine eigene Mannschaft sei es eine große Hilfe: „Ich bin immer froh, wenn unsere Mannschaft so gefordert wird wie heute, weil es im Hinblick auf die Champions League ein gewisses Problem darstellt, wenn wir so klar führen, da dann doch die Konzentration und Motivation ein Stück nachlässt. Deswegen ist es gut, dass wir in Spielen wie heute gegen Schalke richtig Gas geben müssen. Es ist sehr wichtig, dass die Mannschaft in gutem Schwung ist und gefordert wird, damit sie dann noch zulegen kann, wenn die richtigen Granaten hier nach München kommen.“

Hoeneß zeigt Titelhunger

Was Titel angeht, ist der Präsident des FC Bayern in dieser Saison sehr zuversichtlich. Die Meisterschaft ist für ihn bereits entschieden und auch für die Champions League habe er ein gutes Gefühl. „Deutscher Meister werden wir, da bin ich mir sicher. Beim Pokal müssen wir abwarten, wie die Auslosung ist. In der Champions League habe ich ein gutes Gefühl, weil wir langsam alle Spieler wieder gesund und in Form haben“, gab sich Hoeneß selbstsicher.

Auch Bayern wünscht sich mehr Spannung in der Liga

Allerdings hätte auch der Tabellenführer nichts gegen etwas mehr Spannung an der Spitze der Liga. „Es wäre schön, wenn uns in den nächsten Jahren ein oder zwei Mannschaften wieder so richtig fordern würden. Es wäre für den Spannungsgehalt der Liga wunderbar und würde auch unsere internationale Klasse besser dokumentieren“, wünschte sich Hoeneß für die nächsten Jahre.

Völler: Vorsprung der Bayern „kein Armutszeugnis“

Studiogast Rudi Völler sah den Vorsprung der Bayern in der Liga weniger kritisch. „Ich finde, es ist kein Armutszeugnis, so weit hinten dran zu sein, weil die Bayern das einfach richtig gut machen. Sie haben natürlich auch wirtschaftlich andere Voraussetzungen als die meisten Vereine in der Bundesliga“, erklärte Völler im Gespräch mit Moderator Jochen Breyer. Dabei verwies er auch auf die anderen Topligen in Europa: „18 Punkte sind schon sehr viel, aber in anderen Ländern ist es ähnlich. Es ist ja nicht nur ein deutsches Phänomen, das gibt’s in Spanien und England auch.“

Positive Stimmung macht den Unterschied

Auf die Frage was sich nach dem enttäuschenden Abschneiden in der letzten Saison (Leverkusen landete am Ende auf Platz zwölf) geändert habe, antwortete Völler mit Humor: „Zum einen gewinnen wir hin und wieder mal ein Spiel mehr.“ Anschließend gab er ein paar Einblicke in seine Arbeit vor der Saison. „Wir haben versucht, im Sommer ein bisschen umzubauen. Wir haben einen neuen Trainer, Heiko Herrlich macht das wunderbar. Wir haben einige Spieler abgegeben, haben viel Geld dafür bekommen, haben neue geholt, die dann auch sehr gut eingeschlagen sind“, lobte Völler.

Besonders hervor hob Leverkusens Sportchef allerdings die positive Stimmung innerhalb der Mannschaft. „Wir haben einen neuen Teamgeist, eine neue Stimmung, was ganz wichtig ist. Auch nach einer Niederlage wird sofort wieder mutig gesprochen, wie heute nach der Niederlage gegen die Hertha, dass wir im nächsten Spiel wieder punkten wollen“, fügte er an.

Kein Glück für Völler an der Torwand

An der Torwand zeigte sich Völler ähnlich glücklos wie seine Mannschaft am Nachmittag zuvor gegen die Hertha. Lediglich einen Ball konnte der 57-Jährige versenken, sein eigener Rekord liegt bei fünf Treffern.

Hier die Übersicht der Fußball-Talks zum 22. Spieltag.


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