Fußball-Talks unter der Lupe: ZDF-Sportstudio Präsident Fischer: „AfD-Gedankengut hat bei Eintracht Frankfurt keinen Platz“

Von Lutz Hölker

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Klare Haltung gegen die AfD: Peter Fischer, Präsident von Eintracht Frankfurt. Foto: dpaKlare Haltung gegen die AfD: Peter Fischer, Präsident von Eintracht Frankfurt. Foto: dpa

Mainz. Das große Thema der aktuellen Ausgabe des ZDF Sportstudios war die scharfe Kritik von Eintracht Frankfurts Präsident Peter Fischer an der AfD. Im Gespräch mit Moderator Sven Voss bezog Fischer Stellung zu seinen Aussagen und erneuerte seine Kritik noch einmal. Außerdem erklärte RB Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick seine jüngste Kritik an den eigenen Scouts und seiner Nachwuchsabteilung.

Auf der Mitgliederversammlung von Eintracht Frankfurt wurde Peter Fischer mit 99 Prozent der Stimmen erneut zum Präsidenten des Vereins gewählt. Seine Ansprache nutzte der 62-Jährige, um scharfe Kritik an der AfD zu äußern. Im Sportstudio rechtfertigte er sich für diese Aussagen und bekräftigte seinen Standpunkt.

Angriff auf AfD „hatte mit der Wahl nichts zu tun“

Die erste Frage von Sven Voss zu diesem Thema richtete sich nach dem Zeitpunkt für die Kritik. Benötigte Fischer den Angriff auf die AfD für seine Wiederwahl? Diese Frage verneinte Eintrachts Präsident: „Nein, überhaupt nicht. Das ist doch kein Thema um eine Wahl zu gewinnen. Das ist auch nicht nur eine Herzensangelegenheit. Es hatte mit der Wahl nichts zu tun. Die Ursache war ein Interview am Jahresende in der FAZ. Auf die Frage, was war in dem Jahr noch, war mir das mehr als wichtig, diese Nachricht zu hinterlassen.

Fischer nennt den Grund für seine Aussagen

Bei der Begründung für seine Aussagen berief sich Fischer auf die Satzung seines Vereins Eintracht Frankfurt. „Ich denke, ich habe das deutlich gesagt, dass wir in der Satzung stehen haben: Keine Diskriminierung, kein Rassenhass, kein Antisemitismus, keine Ausgrenzung. Alle diese Dinge sind klar beschrieben. Auf der anderen Seite stehen Völkerverbindung, Frieden, Integration, Fairness, Menschen zu verbinden, egal welcher Religion, egal welcher sexuellen Neigung. Was diese Themen angeht haben wir eine ganz starke Satzung, auf die berufe ich mich. Alles was ich im Moment von den führenden Köpfen dieser Partei höre, ist genau das Gegenteil. Es richtet sich nicht gegen die Wähler“, so Fischer. Es geht ihm also vor allem darum, dass die Partei „nach Kriterien lebt, nach Kriterien und Inhalten arbeitet, die nicht mit unserer Satzung zu vereinbaren sind.“

AfD kompletter Gegensatz zu Satzung des Vereins

AfD und Eintracht Frankfurt, das passt laut dem Präsidenten einfach nicht zusammen: „Freiwillig kommst du zur Eintracht Frankfurt. Keiner wird gezwungen bei Eintracht Frankfurt Mitglied zu werden. Jeder unterschreibt damit, dass er sich an die Satzung hält und danach lebt. Auf der anderen Seite der komplette Gegensatz. Es passt einfach nicht zusammen, das war der Aufruf“.

In einem Nachsatz relativierte der 62-Jährige dann doch ein wenig. Nachdem Moderator Voss noch einmal gefragt hatte, ob diese Aussage nicht für alle Menschen gelten würde, die sich rassistisch äußern, stellte Fischer klar: „Ich schließe mich hier heute offiziell an, ich beziehe das nicht nur auf eine Partei und nicht nur auf eine Gruppe von Menschen, sondern auf alle, die so handeln und denken.“

Die Eintracht steht hinter ihrem Präsidenten

Von seinem Verein fühlt sich Fischer nach der jüngsten Wiederwahl bestätigt. „Hinter diesem es geht nicht stehe ich ja nicht alleine, sondern stehen 99 Prozent eines Traditionsvereins von 1899 bis heute, die sagen, genau so wollen wir sein und genau so wollen wir handeln“, sagte Fischer, der mit 99 Prozent der Stimmen erneut zu Frankfurts Präsidenten gewählt wurde.

Rangnick erklärt Kritik an Scouting-Abteilung

Im Interview mit Boris Büchler nannte Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick den Anlass für seine Kritik an den eigenen Scouts. „Wir sind sehr selbstkritisch. Wir haben hohe Ansprüche an uns selber und dem wollen wir einfach in den nächsten Jahren gerecht werden“, stellte Rangnick fest.

Vor allem die rasante Entwicklung der letzten Jahre, seit 2013 schaffte RB den Durchmarsch von der 3. Liga bis zur Vizemeisterschaft in der letzten Saison, nannte der 59-Jährige als Hauptursache: „In dem Fall ging es ausschließlich darum, dass wir in den letzten fünf Jahren eine brutal schnelle Entwicklung genommen haben. Das ist eben auch für diese Abteilung nicht immer so einfach, da schrittzuhalten. Das haben wir einfach erkannt. Da ging es jetzt einfach darum, den Hebel umzusetzen.“


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