Fußball-Talks unter der Lupe: Doppelpass „Wünsche dem VfB Stuttgart, dass sie wissen, was sie tun“

Von Jacob Alschner

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Der VFB Stuttgart trennte sich überraschend von Trainer Hannes Wolf. Ein Thema bei „Doppelpass“.Foto: Imago/Sven SimonDer VFB Stuttgart trennte sich überraschend von Trainer Hannes Wolf. Ein Thema bei „Doppelpass“.Foto: Imago/Sven Simon

Osnabrück. Kurz vor Beginn des „Doppelpass“ auf Sport1 am Sonntagvormittag sickerte es durch: Der VfB Stuttgart trennt sich überraschend von seinem Trainer Hannes Wolf. In der Sendung wurden Details dazu bekannt und von Sport1-Experte Marcel Reif und anderen diskutiert. Auch das Abschneiden Borussia Dortmunds sorgte für Diskussionen.

Moderator Thomas Helmer hatte dabei den ehemaligen BVB-Profi Steffen Freund, den Ex-Präsidenten des HSV Jürgen Hunke, Hubertus Hess-Grunewald (Präsident des SV Werder Bremen), Mounir Zitouni (Kicker) sowie Pit Gottschalk (FUNKE Mediengruppe) zu Gast. Sport1-Experte Marcel Reif komplettierte die Runde.

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„Ehrenwertes Verhalten“

Am Vorabend nach der 0:2-Niederlage gegen Schalke hatte es noch Bekräftigungen gegeben, VfB-Trainer Hannes Wolf würde auch in der nächsten Woche noch sicher im Amt bleiben. Und trotz nur eines Sieges in den letzten neun Spielen kam die Meldung überraschend, dass Verein und Trainer in Zukunft getrennte Wege gehen würden. Journalist Gottschalk kommentierte diese Entscheidung skeptisch: „Der Zeitpunkt ist völlig falsch. Am dritten Spieltag der Rückrunde macht das überhaupt keinen Sinn.“ Experte Reif wünschte den Stuttgartern, „dass sie wissen, was sie tun.“ Kicker-Redakteur Zitouni wurde noch deutlicher und sah das Problem aufgrund der scheinbar widersprüchlichen Kommunikation grundlegender: „Der Verein muss die Kräfte einen und mit einer Stimme sprechen. Stuttgart hat ein Stück weit ein Führungsproblem.“

Aus Stuttgart selbst sickerte dann jedoch die Meldung durch, Wolf hätte noch am Vorabend mit Sportdirektor Michael Reschke zusammengesessen und in einem emotionalen Gespräch erste Zweifel angemeldet, ob er als Trainer die Mannschaft noch erreichte, und damit Umstände offengelegt, unter denen der Verein dringenden Handlungsbedarf sah. Das überraschte die Runde und Reif zeigte sich verständnisvoller: „Wenn dem so ist und das alles genau so stimmt, ist das eine ehrenwerte Handlung von Hannes Wolf“, befand der ehemalige Kommentator.

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Dortmunder unter ihren Möglichkeiten

Auch der BVB blieb zuletzt hinter den Erwartungen zurück, kam in den ersten drei Partien in der Rückrunde jeweils nicht über eine Unentschieden hinaus und rangiert momentan nur auf Platz fünf der Tabelle. Im Anschluss an die schlechte Leistung am Samstag beim 2:2-Unentschieden gegen den SC Freiburg quittierten viele der Zuschauer diese mit Pfiffen, worüber sich Torhüter Bürki kurz nach dem Spiel beschwerte und den Fans auf der Haupttribüne und der Gegengeraden den Fußballverstand absprach. Hier war sich die Runde einig, dass die Aussagen Bürkis nicht nachvollziehbar seien. „Das muss ein Spieler aushalten können“, fand Pit Gottschalk. Und auch Reif zeigte Verständnis für die Pfiffe der Zuschauer, denn „alles andere als Platz vier“ sei mit diesem Kader nicht zu akzeptieren. Da reiche es nicht aus, alles auf das Wechseltheater um Stürmer Aubameyang zu schieben, sagte Mounir Zitouni. „Das entschuldigt noch lange nicht die Leistung der ganzen Mannschaft. Die [...] war unterirdisch.“

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Videobeweis einmal mehr Diskussionsthema

Der SV Werder Bremen hatte im Heimspiel am Samstagabend nur 0:0 gegen Hertha BSC gespielt und abermals wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg liegen lassen. Werder-Präsident Hess-Grunewald fand: „Wir haben wirklich ein gutes Spiel gemacht. Das einzige, was fehlte, war ein Tor.“ Jerome Gondorf hatte in der 22. Minute zwar eines erzielt, dieses war jedoch durch Videobeweis wieder aberkannt worden, weil Thomas Delaney beim entscheidenden Ballgewinn Herthas Lustenberger mit dem Ellbogen traf. Auch hier gab es Gesprächsbedarf, weil nicht klar sei, wie zeitlich weit vor einem Tor überprüft werden solle, ob eine Regelwidrigkeit vorliege. „Es gibt dazu keine klare Linie. Das ist das Problem. Es muss einmal verlässlich alles geklärt sein“, sagte Marcel Reif und nahm den DFB in die Pflicht, möglichst bald für Rechtssicherheit zu sorgen, um die Akzeptanz des Videobeweises endlich zu steigern.

Nordklubs mit unterschiedlichen Vorzeichen im Abstiegskampf

Die Runde war sich einig über gute Ansätze und Spielanlagen der Bremer. Hess-Grunewald wähnte die Lage des Vereins immer noch solide; bald würde schon noch das Glück dazukommen - und weiterhin deutlich besser als beim Konkurrenten vom Hamburger SV, dem auch Ex-Präsident Hunke attestierte, es müsse einen „Neuanfang“ geben. Man sei zwar mit dem neuen Trainer Bernd Hollerbach nach dem 1:1 gegen RB Leipzig auf einem guten Weg, aber es gäbe noch viel zu tun. Auch in finanzieller Hinsicht, wo der (Tabellen-)Nachbar aus Bremen als „Vorbild in Sachen Solidität“ gelte. Es könne nicht sein, dass man beispielsweise vor jedem Transfer bei „Kühne (Mäzen des HSV, d. Red.) um neue Spieler bettele“.


Doppelpass.

Jeden Sonntag ab 11 Uhr auf Sport1. Moderator: Thomas Helmer. Zu sehen auch im Internet via Stream und bei Facebook, im Nachgang in Auszügen in der Mediathek auf sport1.de .

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