Fußball-Talks unter der Lupe: kicker tv Talk Kicker-Experten einig: „Mit den Bayern kann keiner mithalten“

Von Jacob Alschner

Kein Purzelbaum in Leverkusen: Bayern München startete mit einem 3:1-Sieg bei Bayer 04 in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga. Foto: dpaKein Purzelbaum in Leverkusen: Bayern München startete mit einem 3:1-Sieg bei Bayer 04 in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga. Foto: dpa

Osnabrück. Nach dem 3:1-Sieg des Spitzenreiters Bayern München zum Rückrundenauftakt bei Bayer 04 Leverkusen lud der kicker.tv Talk auf Eurosport zur Diskussion über die Rolle der Münchner als Branchenprimus, die nach Meinung der Experten auch in dieser Saison bestehen bleiben würde. Auch wechselfreudige Stürmer und der Ausblick auf die Rückrunde waren Themen in der Runde.

Moderator Wolfgang Nadvornik hatte mit Stefan Schnoor (u.a. Hamburger SV), Jan Schlaudraff und Valerien Ismael (beide u.a. FC Bayern) drei ehemalige Profis zu Gast. Die Runde komplettierte Kicker-Chefreporter Karlheinz „Carlo“ Wild, der gleich mit anerkennenden Worten einstieg: „Ich habe das Trainingslager mitverfolgt. Die sechs Tage in Doha waren [...] einfach Superklasse. Da kann der Rest der Bundesliga nicht mithalten.“

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Experten einig: Leverkusen kein wirklicher Gegner

Mit dieser Meinung war er nicht allein. Auch Stefan Schnoor geriet ins Schwärmen. „Die Qualität, die Jupp Heynckes im Moment rausholt, ist oberste Kategorie. Egal wen er aufstellt: er trifft immer ins Schwarze.“ Allgemein war sich die Runde einig, dass die Münchner bis auf wenige Minuten frischer wirkten und in den mutlosen Leverkusenern keinen wirklichen Gegner vorfanden.

Matthias Sammer: Beste Aussichten auf das Triple

Zugeschaltet wurde Matthias Sammer, ehemaliger Sportdirektor der Bayern und inzwischen Experte beim Sender Eurosport. Er nannte den Auftritt des Rekordmeisters „erwachsen, reif und hervorragend eingestellt.“ Weiter attestierte er der Mannschaft durch ihren „Hunger, alles zu gewinnen“ beste Aussichten auf den Gewinn der drei Wettbewerbe Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League.

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Auch die Situation um die deutschen Stürmer war am Freitagabend Thema der Debatte. Mit Mario Gomez und Sandro Wagner hatten gleich zwei Anwärter auf einen Platz im WM-Kader der Nationalmannschaft in der Winterpause den Verein gewechselt. Gomez zog es vom VfL Wolfsburg in seine alte Heimat zum VfB Stutgart, Wagner wechselte aus Hoffenheim zurück zu seinem Jugendverein, dem FC Bayern.

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Stefan Schnoor: Mario Gomez hat sich verwechselt

Beim Thema um gestiegene oder gesunkene Chancen der beiden schieden sich die Geister. Stefan Schnoor äußerte Zweifel an der Entscheidung Gomez‘. In Bezug auf die WM habe er sich verwechselt. Für ihn und den VfB werde es eine extrem schwere Rückserie, so Schnoor. Valérien Ismaël hingegen sah den Wechsel Wagners kritischer: „Wagner hat in Hoffenheim gespielt. Jetzt bei Bayern wird er auch seine Einsätze bekommen, aber eben nicht so viel.“ Das könne ein Grund für Bundestrainer Joachim Löw sein, auf ihn bei der WM zu verzichten.

Heiße Debatte um Aubameyangs Extratouren

Auch der Diskurs über den BVB blieb nicht aus. Dessen Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang hatte im Trainingslager abermals für Furore gesorgt, indem dessen Vater und Bruder zeitgleich mit der Mannschaft im selben Hotel in Spanien zu Gast waren. Jan Schlaudraff sah die Sache gelassen und fand, die Sache würde schnell vergessen, wenn er wieder seine Tore mache.

Schnoor störte sich dagegen sichtlich an Aubameyangs Verhalten und wurde deutlich: „Ich sehe ihn gerne Fußball spielen. Aber wenn es nicht so läuft, muss man so clever sein und sich in den Dienst der Mannschaft stellen. Das ist ein Mannschaftssport.“

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Kicker-Chefreporter Wild sprang ihm zur Seite und nahm auch BVB-Trainer Stöger in die Pflicht: „Die Bayern zum Beispiel sind Champions-League-Sieger geworden, weil sie professionell waren und Jupp Heynckes Struktur in der Mannschaft hatte. Das war beim BVB lange anders. Peter Stöger muss das in den Griff kriegen. Und ich glaube, das schafft er.“

„Wenn Hamburg die Elphi hinbekommt, dann wohl auch den HSV…“

In Sachen Abstiegskampf war man sich im kicker.tv Talk schnell einig. Für Köln würde es eng, aber nicht unmöglich werden. Und auch der HSV würde bis zum Schluss gegen den Abstieg spielen. „Irgendwo sind in Hamburg immer wieder dieselben Fehler gemacht worden“, befand Valérien Ismaël. Kicker-Reporter Wild nahm es mit Humor: „In Hamburg haben sie die Elbphilharmonie hinbekommen, dann bekommen sie auch den HSV hin.“ Nur ob mit oder ohne Abstieg konnte nicht abschließend geklärt werden.


kicker.tv Talk.

Zu sehen jeden Freitag ab 22.45 Uhr auf Eurosport 1.

Moderator: Marco Hagemann/Wolfgang Nadvornik. Zu sehen auch im Internet und anschließend in der Mediathek

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