Vater, Mutter, Kind: Elternkolumne Warum die Zeitumstellung die Hölle für junge Eltern ist

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Müde, müder, Mama. Foto: colourbox.deMüde, müder, Mama. Foto: colourbox.de

Osnabrück. Kinder mögen Rituale. Kinder mögen aber keinen Schlaf ohne Rituale. Ganz schlimm daher: die Zeitumstellung. Denn die bringt das mühsam angelernte Zeitempfinden total durcheinander.

In der vergangenen Woche hat Daniel Benedict über seinen eher soften Erziehungsstil gebeichtet – und unsere Elternkolumnistin dann gefragt: Boykottieren auch Eure Kinder die Zeitumstellung? Dies ist ihre Antwort:

Lieber Daniel,

natürlich, selbst jetzt noch, eine gute Woche, nachdem sie stattgefunden hat. Das ist auch vernünftig. Denn die Zeitumstellung ist so überflüssig wie ein Kropf. Es wird weder weniger Strom und Energie verbraucht, noch sonst etwas Gutes damit bewirkt. Stattdessen stellt man sich alle halbe Jahr wieder die Frage: Vor oder zurück, wie war das noch einmal?

Nur um am Tag des Ereignisses dann doch zu vergessen, irgendetwas umzustellen. Dann erschreckt man sich über die nicht synchron zum Smartphone gehenden analogen Uhren, zu dunkle Morgen, zu helle Abende. Na gut, über Letzteres vielleicht nicht.

Vielleicht führt die Zeitumstellung bei uns ja auch irgendwann einmal zu heiteren Familien-Anekdoten. So wie damals, als wir sonntags in die Kirche fuhren, aber der Gottesdienst schon längst angefangen hatte und wir nicht mehr reingegangen sind.

Was für eine Freude, denn wie ich schon einmal berichtete, hat unsere ungnädige Omi uns allsonntaglich in die Messe gezwungen. Zur Belohnung gab es manchmal Süßes vom Zeitschriftenladen, der genau die eine Stunde nach dem Kirchgang am Sonntag geöffnet hatte. Das eine Mal hat die Zeitumstellung mir also Glück gebracht.

Doch alles in allem ist die Zeitumstellung eine ärgerliche Sache. Besonders für Eltern mit kleinen Kindern. Die haben nach der Geburt ja überhaupt gar kein Zeitempfinden, was dafür sorgt, dass sie eh in einer Art anderem Raum-Zeit-Kontinuum leben.

Haben die Kindern dann endlich ein gewisses Gefühl für die Zeit entwickelt, werden schon die Stunden verschoben: Also wacht der Nachwuchs entweder zu früh auf – oder zu spät.

Dem elterlichen Jet-Lag und der seit Geburt der Kinder chronischen Dauermüdigkeit hilft dies nun wirklich nicht. Sollte ich also einmal wach sein, starte ich deshalb eine Petition. Eltern – und müde Menschen – vereinigt euch: Weg mit der Zeitumstellung! Aber erst einmal muss ich mich hinlegen... Gute Nacht!

Deine Corinna

PS: Gibt es bei euch auch einen Geschenkeberg zu Ostern?

Das Buch zur Kolumne gibt es jetzt auch:

Daniel Benedict/Corinna Berghahn: „Vater, Mutter, Kind – 99 Elternbriefe aus dem Alltag.“ Das Buch kostet 19,99 Euro und ist erhältlich in den Geschäftsstellen Ihrer Tageszeitung, online unter noz.de/shop sowie telefonisch unter 05 41/310-10 44 (Mo.–Fr. 9–16 Uhr).


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