Vater, Mutter, Kind: Elternkolumne Urlaub mit Kindern? Verreist doch mal getrennt

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Wie kann man im Urlaub alle Altersklassen gerecht werden? Vielleicht indem Mama einen Wodka-O trinkt und aufs Wasser starrt. Foto: Colourbox.deWie kann man im Urlaub alle Altersklassen gerecht werden? Vielleicht indem Mama einen Wodka-O trinkt und aufs Wasser starrt. Foto: Colourbox.de

Osnabrück. Wie kann man im Urlaub alle Altersklassen gerecht werden? Unsere Elternkolumnistin findet: gar nicht – und hält sich lieber an die alten Römer.

In der vergangenen Woche hat Daniel Benedict über einen Supermarktbesuch des Grauens mit seinen Kindern berichtet – und unsere Elternkolumnistin dann gefragt: Wie stellst Du beide Kinder im Urlaub zufrieden – trotz Altersunterschied? Dies ist die Antwort von Corinna Berghahn:

Lieber Daniel,

ja, Urlaub mit Kindern ist eine Gratwanderung. Das habe ich letztens erst auf dem Feuerwehrfest wieder einmal gemerkt. Ich besuchte es alleine mit den Kindern – und musste innerhalb von fünf Minuten mit dem Vermitteln zwischen den Parteien anfangen: Kind 1 wollte nicht alleine zum Stand mit den Aktivitäten, aber auch nicht stundenlang Kind 2 beim Bewundern eines Einsatzwagens zusehen.

Beim Mühlentag konnten wir Nörgeleien nur verhindern, weil sich jeder Elternteil ein Kind schnappte, und dann mit ihm gen jeweiliges Interessensgebiet ging. Getroffen wurde sich später wieder zu Waffeln, denn auf die können sich alle einigen.

Teile und herrsche

Das klingt pragmatisch, ich weiß. Aber man muss sich als Eltern eh von Familienmythen wie:„Alle müssen immer alles zusammen machen und sind dann automatisch glücklich“ verabschieden. Das funktioniert ja schon nicht auf Paar-Ebene. Verstehe mich nicht falsch: Zusammen etwas zu machen ist toll, aber nicht immer und besonders nicht unter Zwang. Zweijährige interessieren sich vielleicht für die Dinge von Sechsjährigen, umgekehrt will unser Kind 1 aber eben nicht mit „Babysachen“ – so seine Worte - spielen und auch keine „Babysachen“ machen.

Also lieber aufteilen und später in der großen Runde von den Erlebnissen berichten. So haben es schon die Römer: Teile und herrsche. Selbst alleinerziehende Freundinnen von uns machen es so, wenn es auch schwieriger für sie ist, denn die zweite Bezugsperson ist nicht automatisch mit dabei. Noch besser ist allerdings, mit möglichst vielen gleichaltrigen Kindern in den Urlaub zu fahren; denn dann sind die Eltern tagsüber quasi raus aus der Bespaßung.

Eltern als Mediatoren

In diesem Jahr machen wir Eltern sogar für ein paar Tage an getrennten Orten Urlaub: Kind 1 fährt ein paar Tage mit dem Vater gen Süden, Kind 2 tingelt mit mir durch den Norden. Nach der Trennung haben sich die Kinder dann hoffentlich so arg vermisst, dass sie sich die übrigen Ferien nicht mehr streiten und wir unsere übliche Rolle als Mediatoren ebenfalls ruhen lassen können. (Weiterlesen: Tipps für eine stressfreie Fahrt mit Kindern in den Urlaub gibt es hier)

Denn nicht nur die Kinder wollen Urlaub, sondern auch wir Eltern. Je kleiner die Kinder waren, desto fremdbestimmter war unser Leben. Babys interessieren sich nicht für Wellness, es sei denn, man krault ihnen stundenlang den Bauch. Und das ist ja auch gut so: Erst einmal sollte sich alles um den Nachwuchs drehen.

Aber irgendwann einmal wollen auch wir in den Ferien wieder von alleine aufwachen und nicht schon um 5 Uhr, indem wir ein Buch auf den Bauch geknallt bekommen und ein Stimmchen „Vorlesen?“ fragt. Ob es in diesen Ferien geklappt hat, verrate ich ein anderes Mal …

Deine Corinna

PS: Töten Deine Kinder Ameisen?

Das Buch zur Kolumne gibt es auch: Daniel Benedict/Corinna Berghahn: „Vater, Mutter, Kind – 99 Elternbriefe aus dem Alltag.“ Das Buch kostet 19,99 Euro und ist in den Geschäftsstellen Ihrer Tageszeitung erhältlich.


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