Vater, Mutter, Kind: Elternkolumne Pfui Zecke! Aber was tun, wenn das Kind gestochen wird?

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Bah, diese Zecke ist genauso widerlich wie alle ihre Artgenossen. Foto: Patrick Pleul/dpaBah, diese Zecke ist genauso widerlich wie alle ihre Artgenossen. Foto: Patrick Pleul/dpa

Osnabrück. Zecken stechen. Und das in diesem Jahr besondern gerne. Beides hat unsere Elternkolumnistin gelernt. Leider auf die harte Tour, denn ihr Kind scheint sie geradezu anzuziehen... .

In der vergangenen Woche hat Daniel Benedict sein komplettes Desinteresse an der Fußball WM 2018 demonstriert – und unsere Elternkolumnistin dann gefragt: Wer von euch sammelt denn die meisten Zecken ein? Dies ist die Antwort von Corinna Berghahn:

Lieber Daniel,

ein heißer Sommerabend bei einer recht normalen Familie: Das große Kind darf noch etwas im Fernsehen gucken, das kleinere sitzt in seinem Zimmer auf dem Schoß der Mama und bekommt ein Buch vorgelesen. Doch der Blick in den etwas verschwitzten Nacken des Kindes zerstört die Idylle: Da hat sich doch tatsächlich eine Zecke am Nachwuchs festgesaugt! Was tun? Zum Arzt? Gar in die Notaufnahme?

Natürlich spreche ich von meiner Familie – und das böse Tier saß im Nacken von Kind 2 – und damit auch uns im Nacken. Denn dummerweise hatten wir bis dato immer noch keine extra Zeckenpinzette, zudem war das Tier so winzig, dass die normale es nicht greifen konnte. Zum Arzt sind wir dann aber doch nicht gefahren, denn glücklicherweise konnten die Nachbarn aushelfen.

Waren wir hysterisch? Ich finde nicht: Zecken sind fies. Ich kenne einen Mann, den die wohl durch das Untier übertragene Borreliose in die Frührente trieb. Und eine Frühsommer-Meningoenzephalitis will ja auch kein Mensch. Gegen die kann man sich glücklicherweise impfen. Trotzdem: Schnell raus mit den Dingern. Danach den Tag am besten im Kalender ankreuzen – falls die für die Borreliose typische Wanderröte auftritt, weiß man, woran es liegen könnte.

Zecken beißen nicht, sie stechen

Früher war ja fast alles schlimmer, aber Zecken scheint es da noch nicht in solchen Massen gegeben zu haben. Tagtäglich wurde ich mit meinen Geschwistern durch den Wald gejagt – der Hund musste schließlich raus – und jeden Samstag ging es in unseren Nutzgarten, um irgendwas umzugraben, zu pflücken oder zu säen. Meine erste Zecke hatte ich trotzdem erst im Jahr 2006, als ich in Cuxhaven im Übermut mit dem damals noch kleinen Neffen einen Hügel runtergekullert bin. Dabei hatte sich das Viech am Bauch festgestochen. Das tat nicht weh, löste aber ein Gefühl nachhaltigen Ekels bei mir aus.

Was ich seitdem weiß: Zecken beißen nicht, sie stechen. Mit Öl oder per Rausdrehen sollte man sie auch nicht entfernen, selbst wenn das immer noch kolportiert wird. Stattdessen mit der Pinzette das Tier an seinen Mundwerkzeugen greifen und dann langsam und gerade herausziehen. (Weiterlesen: Alles, was man über Zecken wissen sollte)

Mit Genuss zerquetschen

Bei uns ist es übrigens Kind 2, das die Zecken seit seiner frühsten Jugend anzuziehen scheint: Mit sechs Monaten robbte es durch den Garten meiner Eltern und schon klebte da etwas am Ohr. Und erst vergangenen Samstag krabbelte wieder eine Zecke über seine Backe. Mein Mann sah es – und zerquetschte sie fast genussvoll mit einem Taschentuch.

Was nicht seine Art ist: Bei uns werden selbst die größten und haarigsten Spinnen per Glas nach draußen gebracht: Insekten jeglicher Couleur wird ein Hotel geboten. Aber Zecken? Die sind tatsächlich so sinnlos wie widerlich: erst miniklein, dann bis um das bis zu 200-Fache aufgepumpt mit dem Blut des Wirtes. Bah! Kein Wunder, dass sie keine Lobby haben und nicht einmal Hardcore-Tierschützer ein gutes Wort für sie einlegen.

Deine Corinna

PS: Was war Dein schlimmstes Einkaufserlebnis? Mit Kindern natürlich ...

Das Buch zur Kolumne gibt es auch: Daniel Benedict/Corinna Berghahn: „Vater, Mutter, Kind – 99 Elternbriefe aus dem Alltag.“ Das Buch kostet 19,99 Euro und ist in den Geschäftsstellen Ihrer Tageszeitung erhältlich.


Vater, Mutter, Kind: über die Elternkolumne

Impfen oder nicht impfen? Was tun, wenn die Tochter sich eine Kuh wünscht? Wie erträgt man Kinderschlager? Eltern stehen täglich vor harten Gewissensfragen. Unsere Kolumnisten kennen das: Corinna Berghahn, zweifache Mutter, hat ihrer großen Tochter schon den Adventskalender geplündert und die kleine ohne schlechtes Gewissen nach drei Monaten abgestillt. Daniel Benedict intrigiert bei den Großeltern, damit seine alten Söhnen weniger Geschenke kriegen. Im wöchentlichen Briefwechsel schütten sie auf www.noz.de/elternkolumne einander das Herz aus.

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