Apples neues iPhone Im Test: Das iPhone 8 Plus kann einem fast leidtun

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Osnabrück. Apples iPhone 8 Plus im Test: Das iPhone 8 Plus ist ein sehr gutes iPhone, das kaum Schwächen aufweist und einigen professionellen Fotografen die Schweißperlen auf die Stirn treiben dürfte. Wirklich ans Herz wachsen will es einem trotzdem nicht.

iPhone 8 Plus: Was ist neu?

  • Rückseite aus Glas statt Aluminium
  • bereit für „kabelloses“ Laden per Induktion
  • etwas schwerer als iPhone 7 Plus (202 Gramm zu 188 Gramm)
  • Farbton des Bildschirms passt sich dem Umgebungslicht an
  • Identischer Prozessor (A11 Bionic Chip) und Arbeitspeicher (drei Gigabyte) wie im iPhone X
  • Verbesserte Kameras mit sehr gutem Porträtmodus und neuem Porträtlicht
  • Preis: 909 Euro (64 GB Speicher), 1079 Euro (256 GB).

iPhone 8 und iPhone 8 Plus: Was ist der Unterschied?

Der Bildschirm des iPhone 8 Plus ist größer (4,7 Zoll und 5,5 Zoll), der Akku auch und es gibt mehr Arbeitsspeicher (iPhone 8 zwei GB, iPhone 8 Plus drei GB). Außerdem ist im iPhone 8 Plus eine 12 Megapixel Kamera mit Weitwinkel- und Teleobjektiv verbaut, die optischen Zoom und den sehr guten Porträtmodus bietet. Außerdem ist das iPhone 8 günstiger: 799 Euro für 64 GB Speicher, 969 Euro für 256 GB. (Weiterlesen: iOS 11 – Sieben neue Funktionen für iPhone und iPad)

iPhone 8 Plus: Hinten schick, vorne öde

Apples iPhone 8 Plus unterscheidet sich optisch lediglich durch die neue Glasrückseite vom iPhone 7 Plus. Die neuen iPhones liegen spürbar besser in der Hand, als die rutschige Rückseite, die Apple seit dem iPhone 6 verbaut hat. Mit dem Wechsel von Aluminium zu Glas kann das iPhone 8 und 8 Plus auch per Induktionsstandard Qi (sprich: Tschi) geladen werden. Apple bezeichnet das als „kabelloses“ Laden, allerdings muss die Ladematte, auf die Nutzer das iPhone legen, natürlich auch per Kabel an die Steckdose angeschlossen werden. Beim Blick auf die Front herrscht im Übrigen Langeweile. Nur mit geschultem Auge erkennen Nutzer am leicht veränderten Homebutton, dass man nicht das iPhone 6 Plus aus dem Jahr 2014 in der Hand hält, sondern das aktuelle iPhone von 2017.

iPhone 8 Plus mit „True Tone“, ohne „ProMotion“

Im Betrieb leistet sich das iPhone 8 Plus keine Schwäche. Die Kameras sind erneut verbessert worden, dazu kommt clevere Foto-Software; allen voran der nur im iPhone 8 Plus verfügbare Porträtmodus und die neue Funktion Porträtlicht, bei der Fotos nachträglich mit unterschiedlicher Ausleuchtung bearbeitet werden.

Porträtmodus und neuem Porträtlicht des iPhone 8 Plus im Einsatz: Das schnell in der Redakton aufgenommene Foto könnte auch von einem professionellen Fotografen mit Spiegelreflexkamera sein. Foto: Mark Otten

Der Bildschirm ist hell, die Farben satt und dank „True Tone“-Technologie passt sich der Farbton des Bildschirms an das Umgebungslicht an. Diese Funktion sticht im Alltag nicht ins Auge, fällt jedoch auf, sobald man ein Gerät ohne „True Tone“ in der Hand hält. Dort wirken die Farben in der Regel deutlich kälter. Schade: Die vom neuen iPad Pro bekannte „ProMotion“-Technologie, die die Bildwiederholrate flexibel anpasst und schnelles Wischen auf Webseiten noch flüssiger macht, fehlt im iPhone 8 und iPhone 8 Plus. Unser Testgerät knackte beim Telefonieren – Apple hat diesen Fehler mit der iOS-Version 11.0.2 jedoch behoben.

iPhone 8 Plus so stark wie das iPhone X

Unter dem Bildschirm ist das iPhone 8 Plus ein echtes Kraftpaket. Das liegt an der Kombination aus Apples eigenem A11-Prozessor und drei Gigabyte Arbeitsspeicher, die auch im iPhone X verbaut ist, das im November erscheint. Diese Leistung wird unter anderem für Apples neues Steckenpferd benötigt: Das um digitale Elemente erweiterte Kamerabild „Augmented Reality“. Damit können Nutzer zum Beispiel ein Sofa aus der App eines Möbelhauses im originalgetreuen Maßstab virtuell im Zimmer stellen und so vorab sehen, ob es in den Raum passt. (Weiterlesen: iOS 11 – Wlan und Bluetooth sind trotz Ausschalter eingeschaltet)

Urteil: Das iPhone 8 Plus hat es schwer

Apples iPhone 8 Plus ist ohne Zweifel ein sehr gutes Smartphone, das Apple im Vergleich zum iPhone 7 Plus in allen wichtigen Punkten verbessert hat: Es ist schnell, hat einen sehr guten Bildschirm, sehr gute Kameras und fühlt sich dank Glasrückseite auch nach einer neuen Generation an. Doch das iPhone 8 Plus kann einem fast leidtun, denn es wird den Schatten des iPhone X nicht los. Obwohl es in allen Belangen ein gutes iPhone-Update ist, wirkt es veraltet. Spätestens beim Blick auf das Preisschild verliert das iPhone 8 Plus seine Anziehungskraft.

Wer für das iPhone 8 Plus mindestens 909 Euro ausgibt und dann auf ein Smartphone guckt, dass es in dieser Form bereits seit drei Jahre gibt, wird sich unweigerlich fragen, ob er nicht doch die enormen 1.149 Euro für das iPhone X ausgeben sollte. Für 240 Euro Aufpreis gibt es ein deutlich moderneres Design mit einem OLED-Bildschirm, der nahezu die gesamte Front füllt. Dazu kommt die neuartige Gesichterkennung „Face ID“ und optische Bildstabilisation in beiden verbauten Rückkameras, statt nur in einer, wie beim iPhone 8 Plus. (Weiterlesen: iPhone X – So erklärt Apple die Panne bei der Keynote)

iPhone 8 und iPhone 8 Plus: Für wen eignen sie sich?

Wer ein iPhone 7 oder iPhone 7 Plus hat, kann die 8er iPhones getrost ignorieren, die Unterschiede sind zu gering. Nutzer des iPhone 6S und älter bekommen jedoch spürbar bessere Geräte.


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