Streaming-Stick mit Alexa Amazon Fire TV Stick im Test: Amazon ist zu großzügig


Osnabrück. Amazons Fire TV Stick 2017 ist schneller als der Streaming-Stick der ersten Generation und hat Sprachassistentin Alexa an Bord. Weil ein Kernelement fehlt und Amazon vorbildlich an seine alten Kunden gedacht hat, lohnt sich der Kauf bei Weitem nicht für jeden.

Amazon Fire TV Stick 2017 im Überblick:

  • zweite Generation des Streaming-Sticks
  • spürbar flotter als der Vorgänger
  • bessere WLAN-Verbindung
  • neue Fernbedienung für Spracheingabe enthalten
  • mit Sprachassistentin Alexa
  • Alexa und neue Oberfläche auch für alte Fire TV Sticks
  • maximale Auflösung: Full-HD; kein 4K
  • Preis: 39,99 Euro.

Zweite Generation des Kassenschlagers

Der Fire TV Stick ist ein Verkaufsschlager auf Amazon.de. Rund 28.000 Kundenbewertungen hat der erste Stick bekommen, im Schnitt mit 4,4 von 5 Sternen. Das Gerät in Form eines übergroßen USB-Sticks bringt ohne großen Aufwand Streaming-Dienste wie Amazon Prime Video, Netflix, Youtube, TV-Mediatheken, Apps und Spiele auf jeden Fernseher mit HDMI-Buchse. Nun hat Amazon die zweite Generation des Streaming-Sticks auf den Markt gebracht. (Weiterlesen: Was ist 4K? Was ist Curved? Braucht man das?)

Dicker und schneller

Der Amazon Fire TV Stick 2017 ist im Vergleich zum Vorgänger dicker und größer geworden, dafür ist das Netzteil geschrumpft. Dank eines stärkeren Prozessors ist der neue Stick aber auch spürbar schneller. Das Wandern durchs Menü und die verschiedenen Film- und Serientitel ist flüssiger, die Pausen nach dem Abbrechen eines Films sind kürzer.

Der Amazon Fire TV Stick 2017 (oben) ist dicker und größer als sein Vorgänger. Foto: Mark Otten

Fire TV Stick: 4K gibt es nur beim Fire TV

Leider reicht der Leistungsgewinn nicht aus, um Bildmaterial in 4K (oder auch UHD) wiederzugeben, wie es beim teureren Fire TV der Fall ist. Kunden müssen sich mit Full-HD-Auflösung begnügen. Dafür bewirken verbesserte WLAN-Antennen stabilere Verbindungen beim Streamen. (Weiterlesen: UHD in Deutschland – Wann senden ARD, ZDF, RTL und Sky in 4K?)

Fire TV Stick mit neuer Fernbedienung

Dem Fire TV Stick 2017 legt Amazon eine neue Fernbedienung bei, die auch Sprachbefehle entgegennimmt. Nutzer können so nach Schauspielern, Filmen, Serien, Genres oder Musikern und Bands suchen und Ansagen wie „Spule vier Minuten zurück“ machen – und das klappt wirklich gut. Im Vergleich zu Apples Siri kommt Amazons Spracherkennung deutlich besser mit der Mischung aus deutschem Wortschatz und englischen Namen und Titeln zurecht und überzeugt mit hoher Trefferquote. Doch die Sprachsteuerung hat noch einen anderen Adressaten: Alexa. (Weiterlesen: Witzduell – Apples Siri gegen Microsofts Cortana)

Alexa auf allen Fire TV Sticks

Amazons Sprachassistentin gibt auf Nachfrage Auskunft über das derzeitige Wetter, das Ergebnis des Lieblingsfußballvereins oder schlägt Unklares im Internet nach. Außerdem können Anwender über Alexa im Fire TV Stick 2017 ihre Alexa-kompatiblen Smart-Home-Geräte steuern und, zum Beispiel, die Philipps Hue Lampen ein- und ausschalten. Der kleine Haken an der Sache: Die Software des neuen Fire TV Sticks, mit Alexa und neue Benutzeroberfläche mit großen Vorschaubildern, gibt es für Besitzer des ersten Fire TV Sticks. Um Alexa nutzen zu können, ist jedoch eine Sprachfernbedienung nötig, die Amazon separat für 25 Euro verkauft.

Urteil Fire TV Stick 2017: Gutes Gerät, aber...

Der Amazon Fire TV Stick 2017 hinterlässt für sich gesehen einen guten Eindruck: Das Gerät ist flotter als sein Vorgänger und bietet dank Sprachfernbedienung einen Mehrwert gegenüber dem Vorgänger. So wird aus jedem älteren Fernseher mit HDMI-Buchse ein Smart-TV. Wer auf 4K verzichten kann oder noch keinen Fire TV Stick besitzt, kann beim Fire TV Stick 2017 bedenkenlos zugreifen.

Kinofans wird die fehlende 4K-Unterstützung stören, sie werden lieber zum großen Bruder, dem Fire TV, greifen. Nutzer des ersten Fire TV Sticks haben die neue Benutzeroberfläche samt Alexa per Softwareupdate kostenlos erhalten – vorbildlich, wie sich Amazon an dieser Stelle um seine Bestandskunden kümmert. Doch für sie gibt es dadurch kaum Gründe, zum neuen Modell zu wechseln. Wer Alexa mit altem Stick nutzen möchte, kann die Sprachfernbedienung nachordern und kommt im Vergleich zum Neukauf des Fire TV Sticks 15 Euro günstiger weg. (Weiterlesen: Angst vor der Retoure – Warum Amazon die Ware nicht will)


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