Telekom-Kunden betroffen So überprüfe ich, ob mein Router gehackt wurde

Sicherheitsexperten versuchen weiter unter Hochdruck, die Hintergründe der Cyberattacke auf die Deutsche Telekom zu klären. Foto: Oliver Berg/dpaSicherheitsexperten versuchen weiter unter Hochdruck, die Hintergründe der Cyberattacke auf die Deutsche Telekom zu klären. Foto: Oliver Berg/dpa

Osnabrück. Nach dem Hacker-Angriff auf etwa 900.000 Kunden der Deutschen Telekom arbeitet das Telekommunikationsunternehmen die Sicherheitslücke momentan auf. Das IT-Verlagshaus Heise bietet auf seiner Internetseite einen Router-Check an. Mit dem Test kann man überprüfen, ob der eigene Router weiterhin angreifbar ist.

Bei dem Angriff auf die Router der Deutschen Telekom gelangten die Hacker über eine unsichere Software-Schnittstelle ins System. Der Port hätte eigentlich nur auf Anfragen aus dem Computersystem des Netzbetreibers reagieren dürfen. Er öffnete sich aber auch für die Angreifer. Nur ein Programmierfehler der Angreifer verhinderte weitere Schäden. André Hofmann, Pressesprecher der Deutschen Telekom bestätigte im Gespräch mit unserer Redaktion, dass es Ziel der Angreifer war, ein sogenanntes Botnet aufzubauen. So werden vernetzte Geräte genannt, deren Rechenleistung gekapert und ohne das Wissen der Besitzer von den Angreifern für ihre Zwecke missbraucht wird – zum Beispiel der Versand von Spam-E-Mails oder Attacken auf weitere Computer.

(Weiterlesen: Telekom-Ausfall: Was beim Router-Angriff passierte)

Die Telekom arbeitet die Sicherheitslücke momentan auf. „Wir updaten gerade alle Router“, erklärt André Hofmann. Absolute Sicherheit gebe es jedoch nie. Ein Angriff könne immer wieder passieren. Um in Zukunft noch schneller und besser auf Hacker-Angriffe reagieren zu können, sieht Hofmann aber die Bundesregierung in der Pflicht. „Wir haben bereits in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass wir uns gesetzliche Regelungen für Software-Hersteller wünschen, um schneller reagieren zu können.“

Hofmann hat aber auch einen Tipp für die Kunden, wie man selbst die Sicherheit des eigenen Routers steigern könne. „Die Kunden können zum Beispiel das Passwort des Routers regelmäßig ändern.“

Router-Check zeigt Sicherheitslücken an

Wer überprüfen möchte, ob der eigene Router noch ein Sicherheits-Leck aufweist, der kann den Test des IT-Verlagshauses „Heise“ durchführen. Der Netzwerktest überprüft, ob bei dem Router in der zugehörigen Netzwerk-Schnittstelle ein Dienst antwortet. Erscheint dabei das Signal gefiltert oder geschlossen, dann besteht keine dringende Gefahr. Erscheint jedoch das Signal offen, dann besteht womöglich eine Lücke, die einen Angriff auf den Router ermöglicht. Ob der Router jedoch bereits von Schadsoftware befallen ist, zeigt der Test laut „Heise“ nicht an.

Ein Router-Check hinsichtlich eines Befalls mit Schadsoftware durchzuführen lohne sich nach Angaben des Pressesprechers der Telekom aber auch nicht. „Bei diesem Angriff wurde keine Schadsoftware auf die Router gespielt. Deshalb brauche ich den Router auch nicht zu checken.“ Aus diesem Grund böte die Telekom einen solchen Dienst auch nicht an.

Einen Hinweis auf die Angreifer gebe es weiterhin nicht. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik ermittelt derzeit, woher die Angriffe kamen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). „Das ist naturgemäß nicht einfach.“ Solche Cyber-Angriffe gehörten jedoch heute zum Alltag. „Wir müssen lernen, damit umzugehen.“ Viele Experten gehen davon aus, dass es bei solchen Attacken in der Regel unmöglich ist, mit letzter Gewissheit eine Spur zu verfolgen, die eindeutig zum Angreifer führt.


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