Druck aus der Transgender-Szene Welches Geschlecht? Tinder führt 35 neue Möglichkeiten ein

Von Bastian Rabeneck

Bisher konnte man sich bei der mobilen Dating-App Tinder nur als männlich oder weiblich einordnen. Mit dem kommenden Update haben die User 35 weitere Möglichkeiten sich zum Beispiel als transsexuell, androgyn oder transgender zu beschreiben Foto: dpa/Johannes Schmitt-TeggeBisher konnte man sich bei der mobilen Dating-App Tinder nur als männlich oder weiblich einordnen. Mit dem kommenden Update haben die User 35 weitere Möglichkeiten sich zum Beispiel als transsexuell, androgyn oder transgender zu beschreiben Foto: dpa/Johannes Schmitt-Tegge

brab Osnabrück. Tinder möchte allen Usern, die sich nicht eindeutig als männlich oder weiblich einordnen können, eine bessere Erfahrung mit der mobilen App ermöglichen. Das verkündeten die Betreiber des US-Unternehmens während der laufenden Aktionswoche „National Transgender Awareness Week“ in den USA.

Mit dieser Maßnahme will Tinder allen Nutzern – egal welchen Geschlechts – die Möglichkeit geben, die große Liebe zu finden. Das berichtet das amerikanische Medienunternehmen cnet.com.

Die App zeigt Profile von Nutzern in einem zuvor bestimmten geographischen Umkreis an. Durch einen Wisch über das Display nach links, zeigt man, dass kein Interesse an einem Date steht. Wischt man dagegen nach rechts, kann es zu einem sogenannten „Match“ und einem späteren Kennenlernen im Chat kommen. (Weiterlesen: Ab 18 – Tinder gibt Minderjährigen einen Korb)

Zu wenig für Gleichstellung getan

Bisher musste man bei der Anmeldung entweder zwischen „männlich“ oder „weiblich“ wählen. Dazwischen gab es nichts. Für Transgender-User ist das oftmals zu einem Problem geworden, da ihnen nur diese beiden Option zur Wahl blieben. Ihr Account wurde von anderen dann zu unrecht als „Fake“ eingestuft.

Tinder-CEO Sean Rad hatte bei einer Konferenz im Juni zugegeben, dass Tinder noch zu wenig für die Gender-Gleichstellung getan habe, wie es bei cnet.com heißt. Mit dem geplanten Update kommen nun 35 weitere Optionen hinzu. Unter anderem können die User sich dann auch zwischen androgyn, bigender, transgender oder transsexuell einordnen.

Kritik an neuem Gesetz

In den USA ist die Gender-Debatte erst jüngst wieder aufgeflammt. In North Carolina wurde im März vergangenen Jahres ein Gesetz verabschiedet, das vorschreibt, wer welche öffentlichen Toiletten zu nutzen hat. Wer als Mann geboren wurde, soll auch die Männertoilette benutzen. Wurde man als Frau geboren, ist der Besuch der Frauentoilette Pflicht. Andere sexuelle Orientierungen werden in dem Gesetz komplett missachtet. (Weiterlesen: Transgender-Kandidatinnen für Kongresswahl aufgstellt)

Tinder kündigte das Update im Rahmen der „National Transgender Awareness Week“ an. Ziel der Aktionswoche ist es, das öffentliche Bewusstsein auf das Thema Gender-Gleichheit zu lenken. Organisationen wie GLAAD (Gay & Lesbian Alliance Against Defamation; dt.: Allianz Schwuler & Lesben gegen Diffamierung) hatten zuvor auf entsprechende Änderungen in der Gender-Politik von Tinder gedrängt. GLAAD hofft auf eine deutliche Steigerung der allgemeinen Akzeptanz für Transgender durch das Update, wie es in dem Medienbericht heißt.


Neue Optionen

Folgende Optionen können mit dem neuen Update gewählt werden (in englischer Originalsprache):

  • Agender
  • Androgyne
  • Androgynous
  • Bigender
  • Female to Male
  • Gender Fluid
  • Gender Nonconforming
  • Gender Questioning
  • Gender Variant
  • Genderqueer
  • Male to Female
  • Neither
  • Neutrois
  • Non-binary
  • Other
  • Pangender
  • Trans
  • Trans Man
  • Trans Person
  • Trans Woman
  • Transfeminine
  • Transgender
  • Transgender Female
  • Transgender Male
  • Transgender Man
  • Transgender Person
  • Transgender Woman
  • Transmasculine
  • Transsexual
  • Transsexual Female
  • Transsexual Male
  • Transsexual Man
  • Transsexual Person
  • Transsexual Woman
  • Two-Spirit