Release von No Man‘s Sky für PS4 No Man‘s Sky: Warum sich der Kauf nicht für jeden lohnt

Das Videospiel No Man‘s Sky ist für PS4 am 10. August im Handel erschienen. Ein Kauf lohnt sich aber nicht für jeden. Foto: Hello Games/SCEEDas Videospiel No Man‘s Sky ist für PS4 am 10. August im Handel erschienen. Ein Kauf lohnt sich aber nicht für jeden. Foto: Hello Games/SCEE

Osnabrück. Galaxien, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat: Was Raumschiff Enterprise einst versprach, soll das Videospiel „No Man‘s Sky“ nun halten. Unsere Redaktion hat das soeben veröffentlichte Game auf der PS4 angezockt – und verrät, warum sich der Kauf nicht für jeden lohnt.

No Man‘s Sky ist das Spiel, das jeder Zocker sofort mit der Zahl 18 Trillionen verbindet: Eben so viele Planeten soll es nämlich in dem am 10. August offiziell releasten Weltraumabenteuer geben. Und jeden einzelnen soll der Spieler erkunden können. Das Universum wurde prozedural generiert und soll den Usern mehr oder weniger unendlichen Spielspaß bieten.

Fast unendliche Ausmaße

Die Technik: Auch wenn das Universum somit fast unendliche Ausmaße annimmt, kann No Man‘s Sky nicht ganz Schritt halten mit vergleichbaren Spielen. Kein Wunder: Die Planeten sind prozedural erstellt. Das bedeutet, dass die Planetenoberflächen nicht individuell von Hand, sondern mittels eines Algorithmus vom Computer erstellt wurden. Daher bieten die „unendlichen Welten“ oft keinen wirklichen Augenschmaus. In gewisser Weise ähneln sich Pflanzen und Gesteinsstrukturen auf unterschiedlichen Planeten auffällig. Auch die Texturen der Raumschiffe und Weltraumbasen sind nicht State of the Art. Trotzdem hat das Spiel eine gewisse Retro-Ästhetik, mit der freilich nicht jeder etwas anfangen kann.

Absolute Freiheit

Die Story: Eine wirkliche Story mit festen Figuren und einem festen Erzählstrang gibt es nicht. Das große Ziel ist, den Mittelpunkt des Universums zu erreichen, was freilich vor allem zu Beginn doch sehr abstrakt daherkommt. Apropos: Ohne große Vorgeschichte oder weiterer Erklärungen landet der Spieler direkt auf einem Planeten, auf dem es zunächst gilt, das beschädigte Schiff zu reparieren. Was der Spieler danach bis zum Ende des Spiels macht, bleibt ihm komplett selbst überlassen. (Weiterlesen: The Divison – Das beste Spiel des Jahres 2016?)

Sammeln, Sammeln, Sammeln

Das Spielprinzip: Das grundsätzliche Spielprinzip ist schnell erklärt. Um den Mittelpunkt des Universums zu erreichen, müssen Rohstoffe gesammelt werden. Diese werden zur Verbesserung des eigenen Raumschiffs verwendet oder einfach als Futter für den Antrieb. Außerdem gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Weiterentwicklung der Ausrüstung. Zum Sammeln muss der Spieler allerdings bereit sein – und das auf Planeten, die komplett und umfänglich erkundbar und somit riesig sind. (Weiterlesen: Diese Spiele gibt es bei PS Plus im August 2016)

Einfache Steuerung, schwieriges Looten

Das Gameplay: Die grundlegende Steuerung des Spiels ist einfach und keiner weiteren Erklärung bedürftig. Schwierig wird es jedoch beim Inventarmanagement: Mit dem linken Stick können Elemente angewählt und dann gestapelt und angeordnet werden. Weil sie Kern der Weiterentwicklung sind und nur wenig Platz im Inventar ist, kommt der Spieler schnell an den Punkt, an dem ein ausgeklügeltes Verwalten nötig wird. Und das wird zum springenden Punkt: Im Mittelpunkt steht keinesfalls ein Action-Spektakel, das man von Weltraumklassikern wie Star Wars oder Wing Commander gewohnt ist. Vielmehr ist No Man‘s Sky eher ein Spiel für Freunde der Entschleunigung. Auf der einen Seite ist das Game maximal einfach. Was der Spieler aber daraus macht, bleibt ihm überlassen – und mit dieser für ein Videospiel ziemlich neuen Freiheit muss man erst einmal umgehen können. (Rückblick: Das waren die besten Spiele im Jahr 2015)

Kein Spiel für den Mainstream

Fazit: No Man‘s Sky wird ohne Zweifel polarisieren. Wer ein actionlastiges Weltraumabenteuer erwartet oder ein Sci-Fi-Epos mit starker Story, sollte die Hände vom Spiel lassen. Gelegenheitszocker, die alle paar Tage eine Stunde spielen wollen, haben bei No Man‘s Sky ebenfalls schlechte Karten. Die Faszination des Spiels liegt in der völligen Freiheit, die sich dem Spieler bietet. Wer also viel Zeit zu investieren und Spaß am Erkunden und Sammeln hat, liegt hier richtig. In gewisser Weise entschleunigt No Man‘s Sky also extrem – ob es die massiven Erwartungen der Spiele-Szene damit erfüllen kann, steht im wahrsten Sinne des Wortes in den Sternen.


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