Bald auch in Deutschland? Facebook-App belauscht US-Nutzer über das Mikrofon

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Wer die Facebook-App nutzt, sollte sich gut überlegen, worüber er spricht. In den USA hört Facebook bereits über das Mikrofon des Smartphones mit. Der Grund ist unklar. Foto: dpaWer die Facebook-App nutzt, sollte sich gut überlegen, worüber er spricht. In den USA hört Facebook bereits über das Mikrofon des Smartphones mit. Der Grund ist unklar. Foto: dpa

Osnabrück. Wer die Facebook-App nutzt, sollte sich gut überlegen, worüber er spricht. In den USA hört Facebook bereits über das Mikrofon des Smartphones mit. Der Grund ist unklar.

Dass Facebook jeden Datenfetzen seiner Nutzer sammelt und verwertet, ist vermutlich den meisten Nutzern bekannt. In den USA geht das soziale Netzwerk aber noch einen großen Schritt weiter: Die Facebook-App hört über das Mikrofon des Smartphones oder Tablets zu, worüber die Nutzer sprechen und was bei ihnen im Hintergrund läuft. Welche Sendung gucken Nutzer nebenbei, welches Lied hören sie? Facebook weiß es. (Weiterlesen: Diese Daten sammelt und speichert Whatsapp)

Werbung und Posts nach Unterhaltungen?

Die Funktion gibt es bereits seit 2014 in den USA, doch nun rückt sie erneut in den Fokus. Hintergrund sind die Vorwürfe der US-Professorin Kelli Burns. Sie behauptet, das Facebook die mitgehörten Gespräche und Umgebungsgeräusche mittlerweile – und entgegen der ursprünglichen Ankündigung – für personalisierte Werbung und eine auf den jeweiligen Nutzer zugeschnittene Auswahl an Artikeln verwendet. Dem widerspricht Facebook. (Weiterlesen: Facebook Messenger bald mit Komplett-Verschlüsselung?)

Facebook will nur helfen

Das Unternehmen sagt in einer Stellungnahme , dass das Gehörte nicht mit den über den Nutzer gesammelten Daten kombiniert werde und es keinen Einfluss auf angezeigte Werbung und Inhalte habe. Über das Mikrofon erfahre das Unternehmen lediglich, was um den Nutzer herum passiere. Wenn Anwender dann einen Facebook-Eintrag verfassen wollten, würde der Dienst ihnen helfen und beispielsweise ein erkanntes Lied im Hintergrund mit in den Beitrag einbetten. Außerdem sagt Facebook, dass es die Aufnahmen nicht speichern würde.

Mithörfunktion lässt sich ausschalten

Immerhin: Nutzer können die Funktion über die Einstellungen des Smartphones oder Tablet-PCs ausschalten, indem sie Facebook den Zugriff auf das Mikrofon verweigern. Das können skeptische Nutzer hierzulande natürlich auch jetzt tun. Dann funktioniert allerdings auch die Diktierfunktion nicht mehr. Ob diese Funktion in Zukunft auch in die deutsche Facebook-App integriert wird, ist bislang nicht bekannt.


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