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Facebook Klarnamenpflicht Sind Pseudonyme bei Facebook ab Montag erlaubt?

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Facebook will die Klarnamenpflicht beibehalten. Datenschützer wollen den Ansatz heute kippen. Foto: dpaFacebook will die Klarnamenpflicht beibehalten. Datenschützer wollen den Ansatz heute kippen. Foto: dpa

Hamburg. Datenschützer wollen seit Längerem die Klarnamenpflicht bei Facebook kippen, vorraussichtlich am Montag fällt am Hamburgischen Oberverwaltungsgericht Gericht die Entscheidung darüber. Können Nutzer bald unter Pseudonymen Hasskommentare schrieben?

Bedeuten Pseudonyme Anonymität bei Facebook?

Nein. Dem obersten Hamburger Datenschützer Johannes Caspar geht es bei seiner Forderung nach Pseudonymen nicht um vollständige Anonymität. Sein Ansatz: Nutzer sollen auch auf einer öffentlichen Plattform wie Facebook ihre Meinung sagen können, ohne gleich mit ihrem Namen am Pranger zu stehen. (Weiterlesen: Die Daten sammelt und speichert Whatsapp)

Wie sollen Pseudonyme bei Facebook funktionieren?

Das Pseudonym soll nach außen hin wie ein Benutzername sein, wie zum Beispiel von der Verkaufsplattform Ebay bekannt. Dort geben Nutzer bei der Anmeldung zwar ihre vollständigen Daten an - inklusive Klarnamen - können aber unter einem freien Nutzernamen kaufen und verkaufen. Sie sind also nur für die Öffentlichkeit nicht zu identifizieren.

Kann man Nutzer mit Pseudonymen rechtlich verfolgen?

Bei Äußerungen, die gegen geltendes Recht verstoßen, können Facebook und Ermittlungsbehörden trotzdem auf die eingegeben Stammdaten zugreifen und rechtliche Schritte einleiten. Das Kommentieren unter einem Pseudonym würde daran nichts ändern.

Warum legt Facebook so viel Wert auf Klarnamen?

Das hat mehrere Gründe. Für Facebook am wichtigsten: Echte Namen bedeuten echte Nutzer und Nutzerprofile - und mit verdient das Unternehmen mehr Geld bei Werbetreibenden . Facebook selbst argumentiert, dass Nutzer so ihre Freunde leichter finden. Außerdem, so Facebooks Annahme, würden Nutzer mit Klarnamen mit mehr Bedacht kommentieren, was zu weniger Hasskommentaren führen soll. Das ist allerdings nicht aufgegangen. Im Zuge der Flüchtlingskrise hat Facebook externe Unternehmen mit der Kontrolle und dem Löschen von Hasskommentaren beauftragt.


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