Samsung R1, R3 und R5 im Test Multiroom-Audio von Samsung – besser als Sonos und Bose?


Osnabrück. Samsung will mit den 360-Grad-Lautsprechern R1, R3 und R5 dem Marktführer Sonos das Wasser abgraben – das gelingt aber nicht in allen Belangen.

Das können Samsungs Multiroom-Lautsprecher

  • Im Test: Samsung R1 (199 Euro, 23 cm hoch), R3 (299 Euro, 27 cm) und R5 (399 Euro, 31 cm)
  • Musik wird im 360-Grad-Radius abgestrahlt
  • Streaming per WLAN oder Bluetooth
  • Lautsprecher lassen sich gruppieren
  • Gut gelungene App
  • unterstützt unter anderem Spotify, Deezer, Napster und Tidal
  • Schwächen im Klang und in Details.

Optik und Verarbeitung: Angenehm unauffällig

Die drei schwarzen Samsung-Lautsprecher kommen in Zylinderform daher. Das ist zum einen ganz schick, weil sie nicht nach typischem Lautsprecher aussehen, zum anderen notwendig, weil es ja 360-Grad-Lautsprecher sind. Die Verarbeitung des Klangsäulen ist in Ordnung. Die Projektionsflächen sind mit Stoff überdeckt, am Kopf und am Boden gibt es Kunststoff. An der Kopfseite sind außerdem Touch-Elemente und Status-LEDs verbaut.

Einrichtung: Schön einfach

Abgesehen vom Netzstecker arbeiten die Boxen kabellos. Über Touch-Elemente auf der Oberseite wechseln Nutzer zwischen Bluetooth und WLAN oder regeln die Lautstärke. Eine Frauenstimme gibt Auskunft über die aktuelle Verbindung. Das Herzstück ist jedoch die gut gelungene und kostenlose Samsung-App „Wireless Audio – Multiroom“.

Über diese fügen Nutzer weitere Lautsprecher hinzu, verbinden sie mit dem WLAN, legen fest, welches Lied auf welchem Lautsprecher läuft, greifen auf Streaming-Dienste wie Spotify und Deezer zu und gruppieren Lautsprecher. Das alles klappt reibungslos und ziemlich intuitiv. Einzig das WLAN-Passwort müssen Nutzer zur Hand haben.

Funktion: Mono, stereo oder Surround?

Die Samsung R1, R3 und R5 können als Mono-Lautsprecher in unterschiedlichen Räumen stehen. Über die App gruppieren Nutzer die Boxen schnell, sodass sie entweder das selbe Lied in mono wiedergeben oder aber ein Stereopaar bilden. Stehen mehrere Lautsprecher in einem Raum, können sie auch zu einem Surroundfeld verbunden werden. Mit dem passenden Samsung-Smart-TV wird außerdem der Fernsehton über die Standboxen ausgegeben.

Klang: Schwächen beim Bass

Der Samsung R1, R3 und R5 klingen ziemlich neutral und ausgewogen, sind jedoch allesamt beim Bass etwas schwachbrüstig. Immerhin können Nutzer über die Equalizer-Einstellungen etwas nachbessern. Echte Bassliebhaber wird aber auch das nicht zufriedenstellen. Dafür spielen die Lautsprecher laut auf. Der Clou der Boxen ist jedoch die 360-Grad-Funktion.

360 Grad: Nicht nur von Vorteil

Bei herkömmlichen Lautsprechern gibt es immer einen sogenannten „Sweetspot“, also eine bestimmte Position, in der der Nutzer den bestmöglichen und detailreichsten Klang bekommt. Die drei Samsung-Lautsprecher setzen auf die sogenannte Ring-Radiator-Technologie. Sie sorgt dafür, dass es keinen „Sweetspot“ mehr gibt, sondern unabhängig von der Position des Lautsprechers oder des Hörers ein einheitliches Klangerlebnis entsteht. Und das klappt in Praxis gut. Doch die Sache hat zwei Haken.

Erstens: Ein 360-Grad-Lautsprecher macht vor allem dann Sinn, wenn er in der Mitte einer Gruppe steht. Das ist jedoch kaum möglich, da Samsung dem R3 und R5 ein nur 1,50 Meter langes Netzkabel beilegt. Zweitens: Wenn die Lautsprecher an einer Wand stehen, strahlen sie diese an, sodass das Signal von dort reflektiert wird. Das schafft zwar einen räumlichen Klang, verfälscht ihn aber auch.

Urteil: Gut – aber mit Luft nach oben

Samsungs Multiroom-Lautsprecher R1, R3 und R5 bieten ausgewogenen, aber etwas bassarmen Klang. Die für Lautsprecher untypische Form und Optik gefällt. Das gilt auch für die gut gelungene App, mit der das Einbinden und Gruppieren mehrere Lautsprecher, sowie der Zugriff auf die eigene Musik und Streaming-Dienste leicht von der Hand geht.

Die 360-Grad-Abstrahlung bietet jedoch nicht nur Vorteile beim Klang – besonders, wenn die Lautsprecher wegen der kurzen Stromkabel dicht an der Wand stehen. Vor allem im Stereo- und Surround-Betrieb fehlt eine Einmessautomatik. Im Vergleich zum Marktführer Sonos können Samsungs Lautsprecher auch Bluetooth, die bieten jedoch den besseren Klang. (Weiter zum Test: Test: Sonos Play:1 gegen Bose Soundtouch 10)


Bei Multiroom-Audio geht es darum, ein oder verschiedene Lieder drahtlos in verschiedenen Räumen und Lautsprechern abzuspielen. Die Bedienung erfolgt in der Regel über eine App für Smartphone und Tablet.

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