Umstrittenes Programm Luca-App: So löschen Sie Ihre Daten und Ihr Konto vollständig

Luca-App: Mit diesen Schritten löschen Sie Ihre Daten.Luca-App: Mit diesen Schritten löschen Sie Ihre Daten.
Sebastian Gollnow/dpa

Berlin. Mit diesen Schritten checken Nutzer der Luca-App endgültig aus und stellen sicher, dass der privatwirtschaftliche Anbieter die persönlichen Daten so kurz wie möglich speichert.

Nutzer der Luca-App können auf Wunsch persönliche Daten in wenigen Schritten aus der Luca-App löschen und anschließend die App deinstallieren. Nach einem Datenmissbrauch durch die Polizei in Mainz hatten erste Politiker gar zu diesem Schritt aufgefordert.

Der Hersteller löscht die Kontaktdaten nach eigener Aussage bei anhaltender Inaktivität nach rund einem Jahr automatisch. Wer darauf nicht warten will oder der Ankündigung nicht traut, kann den Vorgang beschleunigen. 

Luca-App: Wie lösche ich Daten und App bei Android?

Android-Nutzer tippen in der Luca-App rechts auf "Account" und anschließend auf den Eintrag "Account löschen". Nach dem Verlassen der App öffnen Nutzer den Google Play Store, tippen in das Suchfeld "Luca" ein, wählen den Eintrag aus und tippen auf "Deinstallieren".  

Luca-App: Wie lösche ich Daten und App vom iPhone?

Apple-Nutzer löschen Daten aus der Luca-App, indem sie in der App unter rechts auf "Account" tippen und am Ende der nun sichtbaren Liste "Account löschen" wählen. Anschließend verlassen iPhone-Nutzer die App, tippen und haltenden Finger auf das Luca-App-Symbol, tippen auf "App entfernen" und bestätigen mit "App löschen". 

Luca-App löschen: Wie lange werden meine Daten gespeichert?

In den Luca-AGB heißt es dazu, dass die Kontakt- und Besuchsdaten ab dem Löschdatum noch vier Wochen lang auf deutschen Servern und verschlüsselt im Luca-System gespeichert werden. Auch bei bei Gastgebern und Betrieben von besuchten Luca-Standorten bleiben die Daten so lange verschlüsselt erhalten.

Mark Otten
Diesen Hinweise sehen Nutzer, bevor sie ihr Luca-Konto endgültig löschen. (Screenshot)


Das soll sicherstellen, dass ein Gesundheitsamt im Infektionsfall noch Kontakt mit betroffenen und gefährdeten Nutzern aufnehmen kann. Das passiert dann nicht mehr über die Luca-App, sondern über die hinterlegte Telefonnummer und die optional hinterlegte E-Mail-Adresse.

Weiterlesen: Kommentar  Schluss mit den Steuer-Millionen für die Luca-App

Luca-App gelöscht: Kann ich mich noch in Geschäften einchecken?

Die staatliche Corona Warn-App (CWA) kann alle Luca QR-Codes lesen, die ab Ende Mai 2021 erzeugt wurden. Im Infektionsfall  und bei einem Risiko erfolgt die Warnung dann über die CWA. Anders als die Luca-App ist die CWA nicht an die Gesundheitsämter angeschlossen. Nach übereinstimmenden Medienberichten haben in den vergangenen Monaten jedoch nur wenige Gesundheitsämter für die Kontaktnachverfolgung auf das Luca-System zurückgegriffen.

Moritz Frankenberg/dpa
Teilweise bieten Betreiber unterschiedliche QR-Codes für Luca-App und Corona-Warn-App an – dabei kann die Warn-App auch die meisten Luca-Codes lesen und damit Nutzer einchecken. (Archivfoto)

Welche Daten hat Luca von mir?

In der Luca-App haben Nutzer einige persönliche Daten hinterlegt:

  • Vor- und Nachname.
  • Eine Telefonnummer und optional eine E-Mail-Adresse.
  • Die aktuelle Adresse.

Freiwillig können Nutzer der App erlauben, sie über GPS zu orten sowie Impfnachweise und Corona-Testergebnisse in der App hinterlegen. Diese Dokumente und die dazugehörigen Informationen werden laut Hersteller nur auf dem eigenen Gerät gespeichert und als pseudonymisierte Kennung an das Luca-System übertragen.

Im Video: Rapper Smudo verteidigt Luca-App nach Datenmissbrauch durch Polizei

Die Luca-App sammelt zusätzliche Daten:

  • Aufenthaltsdaten: Ort, Datum, Uhrzeit und Dauer eines Besuchs; Teilweise Tisch- oder Raumnummer 
  • IP-Adresse und IP-Standort des Geräts
  • Art und Version des verwendeten Smartphones
  • Informationen über das genutzte mobile Netzwerk
  • Angaben zum Betriebssystem des Smartphone

Die Daten von in der Luca-App erstellen Privat-Events werden nur lokal gespeichert und nicht an Gesundheitsämter übermittelt.


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