Viele neue Nutzer in der Corona-Krise Beliebte Konferenz-App im Visier der Datenschützer

Von dpa

Die Konferenz-App Zoom verzeichnet in der Corona-Krise viele neue Nutzer. Foto: dpa/Marijan MuratDie Konferenz-App Zoom verzeichnet in der Corona-Krise viele neue Nutzer. Foto: dpa/Marijan Murat
dpa/Marijan Murat

New York. Fremde können sich einfach einwählen: Die Konferenz-App Zoom erfreut sich in der Corona-Krise großer Beliebtheit. Es gibt jedoch massive Datenschutzbedenken.

Der Datenschutz beim Telekonferenz-Dienst Zoom, dem die Coronavirus-Krise viele neue Nutzer brachte, ist ins Blickfeld der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft geraten. Behördenchefin Letitia James forderte beim Unternehmen Auskunft zu Maßnahmen für den Schutz von Nutzer-Daten und Privatsphäre ein, wie die "New York Times" am Dienstag berichtete. 

Zoom: iOS-App sendet Details über benutztes Gerät an Facebook

Zoom erklärte der Zeitung in einer ersten Reaktion, man werde die geforderten Informationen bereitstellen. Zoom geriet in den vergangenen Tagen immer wieder in die Kritik. So fiel vergangene Woche auf, dass die iOS-App des Dienstes einige Informationen über das benutzte Gerät an Facebook übermittelte - etwa Modell, freien Speicherplatz und Display-Größe. Zoom erklärte dies mit der Funktionsweise von Facebooks Software-Werkzeugen, die zur Umsetzung einer Login-Funktion verwendet wurden, und entfernte die Datenweitergabe. Die Sache brachte Zoom aber bereits eine Verbraucherklage in Kalifornien ein.

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Ärger beim "Zoombombing": Fremde können sich einwählen

Ärger gibt es auch um das sogenannte "Zoombombing" – wenn Telekonferenzen nicht auf privat geschaltet wurden, können sich auch Fremde in sie einwählen, sofern die den entsprechenden Link in die Hände kriegen. In den USA beklagten sich Schulen darüber, dass in den Unterricht Unbekannte hereinplatzten und Schimpfwörter riefen oder Nazi-Symbole zeigten. Am Montag mahnte die Bundespolizei FBI die Nutzer, den Zugang zu Telekonferenzen einzuschränken.

Die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James forderte beim Unternehmen Auskunft zu Maßnahmen für den Schutz von Nutzer-Daten und Privatsphäre ein. Foto: imago images/Pacific Press Agency/Lev Radin

Vor diesem Hintergrund zeigte sich die New Yorker Generalstaatsanwältin angesichts der sprunghaft gestiegenen Nutzung "besorgt, dass die bisherigen Sicherheitspraktiken von Zoom nicht ausreichend sind", zitierte die "New York Times" aus dem Brief. Die Firma versicherte in einem Blogeintrag am Montag, dass sie keine Nutzerdaten verkaufe und keine Telekonferenzen überwache. Die New Yorker Staatsanwaltschaft äußerte sich am Dienstag zunächst nicht zu dem Schreiben. Zoom diente bisher fast ausschließlich Videokonferenzen von Unternehmen, in der aktuellen Krise explodierte aber nicht nur die Nutzung für Heimarbeit, sondern auch zum Lernen und in der privaten Kommunikation. 


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