Digitaler Personalausweis Apple-Nutzer können sich bald mit dem iPhone ausweisen

Apple öffnet die Schnittstelle für Nahfeldkommunikation für die e-ID des Personalausweises. Der Chip war lange exklusiv für den Bezahldienst Apple Pay im Einsatz. Foto: imago images/OverstreetApple öffnet die Schnittstelle für Nahfeldkommunikation für die e-ID des Personalausweises. Der Chip war lange exklusiv für den Bezahldienst Apple Pay im Einsatz. Foto: imago images/Overstreet

Berlin/Osnabrück. Ab Herbst sollen sich Apple-Nutzer mit dem iPhone online und an Flughäfen ausweisen können. Android-Nutzer können das bereits seit rund zwei Jahren.

Im Herbst – voraussichtlich im September – wird Apple das Betriebssystem iOS 13 veröffentlichen. Eine der neuen Funktionen: iPhone-Besitzer können die Online-Ausweisfunktion (e-ID) des Personalausweises nutzen. Das funktioniert über die kostenlose AusweisApp2 des Bundes, die ebenfalls im Herbst in Apples Appstore verfügbar sein soll. (Weiterlesen: Zwölf iPhone-Tipps für den Alltag)

Sobald iOS 13 und AusweisApp2 für das iPhone zum Download bereit stehen, können Nutzer mit einem iPhone 7 oder neuer die "digitalen hoheitlichen Anwendungen für Personalausweis, ePass und eVisum" nutzen, teilte das Innenministerium mit. Dazu zählen:

  • im Internet oder an Automaten ausweisen 
  • bei Personenkontrollen an internationalen Flughäfen ausweisen 
  • digitale Dokumente rechtsverbindlich zu unterzeichnen
  • elektronisch Behördengänge oder geschäftliche Angelegenheiten erledigen
  • Informationen zum Kindergeld abrufen 
  • ein Führungszeugnis beantragen 
  • den Punktestand in Flensburg abfragen 
  • Renteninformationen verwalten 
  • Petitionen beim Bundestag unterschreiben
  • beim Postident-Verfahren der Deutschen Post ausweisen.

AusweisApp2 steht Android-Nutzern bereits seit rund zwei Jahren zur Verfügung. Mit iOS 13 öffnet nun auch Apple die Nahfunkschnittstelle (NFC), die für die e-ID-Funktion benötigt wird. Dadurch übernimmt das iPhone die Aufgaben eines Kartenlesegeräts. Ursprünglich hat Apple darüber nur seinen Bezahldienst Apple Pay abgewickelt. (Weiterlesen: Was Sie über Apple Pay wissen müssen)

Das kostet der E-Perso – und diese Daten werden gespeichert

Das wird auf dem Ausweis gespeichert:
Auf dem Ausweis-Chip werden Familienname, eventuelle Geburtsnamen, Vornamen, das Geburtsdatum, der Geburtsort, Adresse und Postleitzahl und die Seriennummer des Ausweises gespeichert. Außerdem ein hochauflösendes biometrisches Passbild und - auf Wunsch - zwei Fingerabdrücke des Ausweisinhabers. Es gibt keine Pflicht zur Speicherung der Fingerabdrücke. Nicht gespeichert werden Unterschrift, Größe und Augenfarbe.
Die Kosten:
Ein E-Perso kostet Antragsteller unter 24 Jahren 22,80 Euro und ist sechs Jahre lang gültig. Antragsteller ab 24 Jahren zahlen 28,80 Euro bei zehn Jahren Gültigkeit. Ein nachträgliches Aktivieren der e-ID, das Ändern der PIN im Bürgeramt oder die Freischaltung einer gesperrten e-ID kosten jeweils sechs Euro. Bis Ende November 2020 laufen die letzten chiplosen und laminierten "alten" Personalausweise aus. Danach wird es nur noch den E-Perso geben. (dpa/mao)

Der seit mittlerweile sechs Jahren verfügbare Personalausweis mit e-ID ist bislang jedoch keine Erfolgsgeschichte und trägt nur wenig zur Verbreitung elektronischer Behördendienste bei. Nun hoffen Beamte auf Besserung, wenn ab Herbst Android- und iOS-Nutzer die e-ID im Smartphone und ohne zusätzliches Gerät nutzen können. Externe und kostenpflichtige Lesegeräte sind dann unnötig. (Weiterlesen: Experte über "das schlechteste Apple-Produkt aller Zeiten")

Foto: dpa/Ole Spata

In Großbritannien wird die Funktion in der sogenannten "Brexit-App" zum Einsatz kommen. Über das Programm beantragen EU-Bürger einen dauerhaften Aufenthaltstitel in Großbritannien. 


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