Nachrichten-Abo für iOS "Netflix für News" – will Apple zu viel Geld für neuen Dienst?

Von dpa

Apple plant eine Flatrate für Nachrichten. Foto: dpa/Wang GangApple plant eine Flatrate für Nachrichten. Foto: dpa/Wang Gang

New York. Apple verhandelt mit US-Medienhäusern über ein neues Abo-Angebot, das wie "Netlix für News" funktionieren soll. Streit soll es beim Thema Geld geben.

Apple verhandelt mit US-Medienhäusern laut einem Zeitungsbericht über ein neues Abo-Angebot, bei dem Inhalte verschiedener Anbieter für eine monatliche Gebühr zugänglich wären. Der iPhone-Konzern wolle bei der Nachrichten-Flatrate – einer Art "Netflix für Nachrichten" – allerdings einen außergewöhnlich hohen Erlösanteil von etwa 50 Prozent behalten, schrieb das "Wall Street Journal" am späten Dienstagabend unter Berufung auf informierte Personen. Das stoße auf Widerstand bei den Verlagshäusern. Sie seien zudem unzufrieden damit, dass sie nach Apples Plänen weder E-Mail-Adressen, noch Kreditkartennummern der Abonnenten bekommen würden, hieß es weiter.  

Beim Verkauf digitaler Inhalte wie Apps, Musik oder virtueller Güter in Spielen hat sich eine Umsatzaufteilung etabliert, bei der 70 Prozent an die Autoren und 30 Prozent an den Plattform-Betreiber gehen. Apple senkte vor einiger Zeit den Anteil bei Abo-Gebühren auf 15 Prozent nach dem ersten Jahr. Die Abgaben werden zum Teil dennoch als zu hoch kritisiert und sorgten zum Beispiel dafür, dass Netflix im vergangenen Jahr damit aufhörte, seine Abos auch über die Apple-Plattform zu verkaufen. (Weiterlesen: Mit diesen Netflix-Codes schalten Sie 1000 weitere Filme frei)

US-Aushängeschilder bislang nicht dabei

Der Anteil für die Medienunternehmen solle abhängig von der Zeit, die Nutzer mit ihren Inhalten verbringen, aufgeteilt werden, berichtete das "Wall Street Journal" weiter. Apple habe in Gesprächen mit Verlegern einen monatlichen Preis von rund zehn Dollar genannt – auch wenn er sich noch ändern könne, hieß es. Mit mehreren großen Medien wie der "New York Times" und der "Washington Post" gebe es noch keine Einigung.

Das "Wall Street Journal", die Zeitung aus dem Haus des Medienmoguls Rupert Murdoch, verhandelt selbst mit Apple. In dem Bericht hieß es, beim "Wall Street Journal" selbst seien die Gespräche mit Apple trotz Bedenken zuletzt "produktiv" gewesen. Von Apple gab es zunächst keinen Kommentar zu dem Bericht. (Weiterlesen: Totgeglaubtes Apple-Produkt soll nun doch 2019 erscheinen)

Apple-Event am 25. März?

Die Website "Buzzfeed" berichtete, Apple könne den Abo-Service für Nachrichteninhalte bei einem Event am 25. März vorstellen. Über ein solches Angebot wird bereits seit einiger Zeit spekuliert. Apple kaufte vor knapp einem Jahr bereits die App "Texture", die auf Abo-Basis Zugang zu diversen Magazinen gewährte. Für diese Jahr wird auch mit dem Start eines Videostreaming-Angebots von Apple mit exklusivem Programm gerechnet – dann in echter Konkurrenz zu Netflix. (

Apple setzt verstärkt darauf, mehr Geschäft mit Abos und anderen Diensten zu erwirtschaften, während das iPhone als bisherige Erlösmaschine Schwächen zeigt. Konzernchef Tim Cook stellt bei jedem Quartalsbericht das Wachstum der Dienste-Umsätze heraus. (Weiterlesen: Preiserhöhungen – so testet Netflix die Schmerzgrenze seiner Kunden)


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