Shooter für PS4, Xbox One und PC Battlefield 5 ist spielerisch top – trotzdem bricht Aktie von Hersteller EA ein

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Der Zweite Weltkrieg als Spiel: Battlefield 5 sorgte bereits im Vorfeld für kontroverse Diskussionen. Screenshot: Electronic ArtsDer Zweite Weltkrieg als Spiel: Battlefield 5 sorgte bereits im Vorfeld für kontroverse Diskussionen. Screenshot: Electronic Arts

Hamburg. Battlefield 5 ist ein großartiger Shooter und einer der besten des vergangenen Jahres. Entwickler Dice hat vieles richtig gemacht bei seinem Actionspiel. In einigen Punkten gibt es aber Verbesserungsbedarf.

Mit Battlefield 5 hat Dice das Shooter-Rad nicht neu erfunden. In vielen Bereichen setzen die Entwickler auf Altbekanntes. Mit großen Massenschlachten, einer zerstörbaren Umgebung und fantastischer Grafik sorgt vor allem der Mehrspieler-Modus bei Spielern für Stimmung. Trotzdem ist Battlefield 5 bei den Verkaufszahlen hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Battlefield 5 habe sich "eine Millionen Einheiten weniger als die geplanten 7,3 Millionen Einheiten" verkauft, sagte der Geschäftsführer des Publishers Electronic Arts (EA), Andrew Wilson, in einem Geschäftsbericht. An der Börse verlor die Aktie daraufhin über 13 Prozent – der schlimmste Börsenverlust für EA seit 2008.


In der Tat haben Dice und EA bei Battlefield 5 einiges falsch gemacht. Vieles jedoch ist auch richtig stark und verspricht eine spannende Zukunft für das Spiel. 

Das macht Battlefield 5 falsch

Kommunikation: Viele Spieler zeigen sich unzufrieden mit der Kommunikation seitens der Entwickler. Das zeigte sich kürzlich in einem Beitrag auf Reddit. Dort fragte ein Community-Manager, wie gut man sich nach Ansicht der Battlefield-5-Spielergemeinde schlagen würde. Daraufhin machten viele Nutzer ihrem Ärger Luft.Viele bemängelten, dass Fragen zu neuen Patches oft mit "bald" abgetan würden. Battlefield-Spieler wünschen sich mehr Aktivität der Manager. 

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Keine Patchserver: Anders als bei vielen Konkurrenten gibt es bei Battlefield 5 keine Patchserver, also einen Ort, wo der neue Spielinhalt von der Community getestet werden kann, bevor er auf die Live-Server gespielt wird. Mit Community-Testservern könnten Fehler in Battlefield von "echten" Spielern gefunden werden, statt von internen Test-Programmen von Dice.

Action pur: In sogenannten Dogfights, also Luftkampfduellen, geht es um die Vorherrschaft in der Luft. Screenshot: Electronic Arts

Battle-Royale-Modus erst im März: Mit dem Fokus auf eine vermeintlich spannende Kampagne (die die meisten Battlefield-5-Spieler mutmaßlich eh vernachlässigen) scheinen die Entwickler einen besonderen Spieletrend verschlafen zu haben: den Battle-Royale-Modus. In Battlefield 5 gibt es noch keinen Überlebensmodus à la PUBG, Apex Legends oder Fortnite. Der Battle-Royale-Modus für Battlefield 5, Firestorm, wird er im März 2019 erscheinen. Er verspricht jedoch spannend zu werden: Dice legt den Fokus in Firestorm vor allem auf Fahrzeuge. 

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Das macht Battlefield 5 schon richtig

Die Basis: Battlefield 5 ist ein Spiel, das mit seiner fantastischen Grafik überzeugt. Das Spielgefühl des Weltkriegsshooters ist sehr gut. Das Setting, die zerstörbare Umgebung auf den toll gestalteten Karten, die verschiedenen Soldatentypen: All das überzeugt besonders im Mehrspieler-Modus. Er ist, wie immer bei Battlefield-Spielen, erneut das Herzstück. Darüber hinaus können Spieler ihre Avatare mit verschiedenen Skins anpassen, was für Langzeitmotivation sorgt.

Duelle im Panzer: In Battlefield 5 sind Spieler nicht nur zu Fuß, sondern auch in Fahr- oder Flugzeugen unterwegs. Screenshot: Electronic Arts

Dice hört auf Kritik: Auch wenn einige Battlefield-5-Spieler das vielleicht anders sehen: Dice scheint sich die Kritik der Spieler anzuhören und zu Herzen zu nehmen. Nicht immer handeln die Entwickler schnell, aber sie handeln. Ein Beispiel ist die Time-to-Kill-Debatte, die um Weihnachten stattgefunden hat. Es ging darum, dass Dice die Anzahl der benötigen Treffer, die zum Ausschalten eines anderen Spielern benötigt wurden, erhöht hatte. Man zielte mit dieser Maßnahme vor allem auf die Käufer von Battlefield 5 ab, die sich das Spiel zu Weihnachten gönnten. Dumm nur, dass die Maßnahme das Spielgefühl komplett änderte, und sich Erstkäufer und Battlefield-Veteranen dagegen wehrten. Als Dice die Anpassung zurücknahm, war der Jubel bei den Spielern groß. 

Games as a Service: Die Macher verstehen Battlefield 5 als Service-Spiel. Kostenpflichtige Inhalte soll es nicht geben. Stattdessen liefert Dice etwa einmal pro Monat neuen Content. So brachte ein Update im Januar etwa neue Panzer oder Sturmgeschütze für die Weltkriegsschlachten. Auch an den Maps wird weiterhin gefeilt und Bugs, also Spielfehler, werden behoben. Auch temporäre Events wie der Modus Squad Contest verändern (leider nur zeitweise) das Spielgefühl in Battlefield 5. Squad Contest brachte dem Actionspiel mehr Spieltiefe und eine Dynamik, die Fachleute eher von Taktik-Shootern wie Rainbow Six: Siege kennen.

Und auch das jüngste große Update Lightning-Strike (zu dt. Blitzeinschlag) brachte neue Modi, Waffen und Herausforderungen für Battlefield 5. Auch in Zukunft soll es weitere kostenlose Inhalte für Battlefield 5 geben. Da das Spiel, auch aufgrund schlechter Verkaufszahlen mittlerweile für etwa 30 Euro zu haben ist, können Spieler, die Action- und Taktik-Shooter mögen, auf jeden Fall über einen Kauf nachdenken.


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