Umgang mit verbotenen Inhalten Kinderpornos auf Whatsapp: Die Schattenseiten der Verschlüsselung

Auf Whatsapp kursieren kinderpornografische Inhalte. Die Strafverfolgung ist wegen der Verschlüsselung schwierig. Foto: imago/Matija Habljak/PIXSELLAuf Whatsapp kursieren kinderpornografische Inhalte. Die Strafverfolgung ist wegen der Verschlüsselung schwierig. Foto: imago/Matija Habljak/PIXSELL

Menlo Park. Über den Messenger Whatsapp werden massenhaft kinderpornografische Bilder und Videos ausgetauscht. Dabei wird der Nachteil der End-zu-End-Verschlüsselung deutlich.

Der Messenger Whatsapp zählt weltweit 1,5 Milliarden Nutzer. Die meisten schätzen die Verschlüsselungstechnologie des Dienstes, da so niemand die private Kommunikation mitlesen kann. Diese Sicherheit nutzen jedoch auch Kriminelle aus. So haben israelische Nichtsregierungsorganisationen (NGO) kürzlich berichtet, dass es etliche Whatsapp-Gruppenchats gibt, über die kinderpornografische Dateien geteilt werden. Die Täter fühlen sich sicher wegen der Kodierung, wodurch weder Behörden noch Whatsapp die Chats einsehen können. 

300 Moderatoren für 1,5 Milliarden Nutzer

Um gegen die verbotenen Inhalte vorzugehen, setzt Whatsapp Mitarbeiter ein. Sie spüren verdächtige Accounts auf und sperren sie. Doch wie das Branchenportal "TechCrunch" berichtet, könnte Whatsapp-Eigentümer Facebook weit mehr tun gegen die Verbreitung kinderpornografischer Inhalte. Denn während Facebook im Vorjahr für sein Flaggschiff die Zahl der Moderatoren auf 20.000 verdoppelte, die Hasspostings und illegale Wahlbeeinflussung löschen, blieb der Whatsapp-Datenpool bei der Sicherheitsoffensive außen vor. Laut "TechCrunch" moderieren nur 300 Mitarbeiter den Messenger.

Nach dem Hinweis der israelischen NGOs teilte ein Unternehmenssprecher mit, Whatsapp habe kürzlich 130.000 Accounts gesperrt. Mithilfe künstlicher Intelligenz würden die unverschlüsselten Inhalte – Profilfotos und Gruppenbeschreibungen – gescannt und verdächtige Nutzer gesperrt.

Whatsapp hoffe auf die Unterstützung anderer Tech-Konzerne. Damit könnte etwa Google gemeint sein, über dessen "Play Store" Apps zu finden sind, in denen Links zu speziellen Whatsapp-Gruppen einladen. In ihnen schicken sich die Nutzer legale Pornografie zu und manchmal auch illegale kinderpornografische Inhalte. Auf Nachfrage hat Google bereits einige dieser Apps gelöscht.


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