Videospiel auf PS4 getestet Warum Red Dead Redemption 2 alle anderen Spiele in den Schatten stellt

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Wie gut ist Red Dead Redemption 2? Unsere Redaktion hat den Test auf der PS4 gemacht. Foto: Rockstar GamesWie gut ist Red Dead Redemption 2? Unsere Redaktion hat den Test auf der PS4 gemacht. Foto: Rockstar Games

Osnabrück. Episch, riesig, revolutionär: Schon vor der Veröffentlichung des Videospiels Red Dead Redemption 2 überschlugen sich die Kritiker mit Lob und Superlativen. Doch ist das Western-Epos wirklich so gut, wie alle sagen? Unsere Redaktion hat den Test auf der Playstation 4 gemacht.

Fünf Jahre ist es her, als Rockstar mit dem fünften Teil der Ganoven-Serie "Grand Theft Auto" (GTA) auf den Markt kam. Für viele galt das Spiel seither als Referenztitel für Spiele mit einer offenen Welt und viel Bewegungsfreiheit – technisch, wie inhaltlich. 95 Millionen Exemplare von "GTA V" hat das Studio seither verkauft, was die Erwartungen für das nächste große Projekt der Entwicklerschmiede in die Höhe schraubte. Das nächste große Ding, so wurde 2016 öffentlich, sollte der zweite Teil von "Red Dead Redemption" (RDR 2) werden, das im Jahr 2010 für die letzte Konsolengeneration erschien.

Nun ist es da, das von vielen Kritikern als das beste Videospiel aller Zeiten titulierte Game. Unsere Redaktion hat sich ein paar Tage Zeit genommen, um das Spiel wirken zu lassen. Auch wenn eine vollständige Bewertung vielleicht erst in einigen Wochen möglich ist, haben wir Antworten auf die wichtigsten Fragen zusammengetragen.

Im Mittelpunkt des Spiels steht der Gesetzlose Arthur Morgan, der Mitglied der schon aus dem ersten Teil bekannten Van-der-Linde-Gang ist. Foto: Rockstar Games

Worum geht es?

RDD 2 spielt einige Jahr vor dem ersten Teil. Der Spieler schlüpft in die Rolle des Gesetzlosen Arthur Morgan, der Teil der Van-der-Linde-Bande ist. In der Endzeit der Wild-West-Ära macht die Truppe einen amerikanischen Landstrich unsicher. Dazu gehören die Klassiker des Wilden Westens: Überfälle auf Postkutschen und Banken, Raufereien in Saloons und mit Schwarzpulverduft versehene Auseinandersetzungen mit anderen Banden, Gesetzeshütern oder Indianern.

Zusatz-Programm

Die "Red Dead Redemption 2"-Companion-App
Ähnlich wie bei "GTA V" gibt es zu "Red Dead Redemption 2" auch eine sogenannte Companion-App. Dieses Zusatzprogramm für iPhones und Android-Geräte ist eine nette Dreingabe von Rockstar und dient dem Spieler in erster Linie als zweiter Bildschirm. So lässt sich auf dem Smartphone etwa nachschauen, wo sich Protagonist Arthur Morgan in der Welt befindet. Die App kann auch den Spieler-Status anzeigen, womit das HUD im Spiel komplett ausgeschaltet werden kann. Und außerdem gibt es Zugriff auf Arthur Morgans (Protagonist) Journal und eine digitale Fassung des offiziellen Guides.

Was hat sich im Vergleich zum Vorgänger verändert?

Die Hauptfigur aus dem Vorgänger - John Marston - spielt auch im neuen Teil eine Rolle im Treiben der Gang, wenn auch eher am Rande. Ansonsten hat Rockstar die Grundzüge des Spiels beibehalten und darüber hinaus großzügig ausgebaut. Der Spieler steuert Morgan durch eine offene Welt, in der er selbst entscheiden kann, was als nächstes zu tun ist. Der zentrale Handlungsstrang ist dabei immer nur eine Möglichkeit von vielen.

RDR 2 erreicht Bestmarken

Diese Bestmarken hat Red Dead Redemption 2 in den ersten drei Tagen nach Erscheinen gesetzt: 
  • Bestes Startwochenende nach Durchverkäufen im Handel über alle Veröffentlichungen im Entertainmentbereich hinweg 
  • Zweitbester Start (über drei Tage) nach Durchverkäufen im Handel über alle Veröffentlichungen im Entertainmentbereich hinweg  
  • Größte Veröffentlichung im Entertainmentbereich im Jahr 2018 
  • Am häufigsten vorbestelltes Vollpreisspiel aller Zeiten im PlayStation Network 
  • Am Erstverkaufstag am häufigsten verkauftes Spiel im PlayStation Network 
  • In den ersten drei Verkaufstagen am häufigsten verkauftes Spiel im PlayStation Network 

Welchen Eindruck macht das Spiel in technischer Hinsicht?

Wohl kaum ein Spiel aus dem Open-World-Genre kann mit RDR 2 mithalten, allenfalls das nunmehr auch schon in die Jahre gekommene The Witcher 3 hat einen ähnlichen Detailgrad aufzubieten. Die Liebe zum Detail merkt der Spieler überall in der ausschweifend gestalteten Natur, die dem Nutzer offen steht. Atemberaubende Sonnenaufgänge, von dichtem Nebel gesättigte Wälder und demgegenüber die realistischen Siedlungen – nie war ein Spielerlebnis grafisch so nah an der Realität. Wohltuend ist, dass das Spiel an sich ohne Ladezeiten auskommt. 

Das Spiel umfasst mehrere Klimazonen. Schneebedeckte Berge gehören ebenso dazu wie Wälder und Wüsten. Foto: Rockstar Games

Welchen Eindruck macht die Spielwelt?

Zunächst einmal ist sie riesig - und sie birgt zahllose Geheimnisse. Sie umfasst verschiedene Klimazonen, die sukzessive ineinander übergehen. Gleichzeitig ist die Welt lebendig, auch wenn nicht überall Quests versteckt sind. Der Spieler kann sich beispielsweise mit Morgan in einem Wald auf die Lauer legen und auf Jagd gehen - die Beute lässt sich später bei Pelzhändlern verkaufen. Insgesamt ist die Natur bei RDR 2 kein Bühnenbild und keine Dekoration, sondern eine wichtige Säule im Spiel.

Der Spieler kann in Red Dead Redemption auf die Jagd gehen. Das Fleisch seiner Beute kann zu Nahrung verarbeitet und das Fell verkauft werden. Foto: Rockstar Games

Wie realistisch ist das Spiel?

Für manche Spieler könnte RDR 2 etwas zu nah an der Realität sein. Schließlich geht es nicht nur darum, eine Quest nach der nächsten abzuschließen. Zu Morgans Aufgaben gehört beispielsweise, das Lager der Bande mit Essen oder Geld zu versorgen. Er muss essen, damit seine Sinne geschärft bleiben und wenn Morgan unrasiert und dreckig eine Siedlung betritt, gehen die Bewohner eher abweisend mit ihm um. Diese vielen kleinen Dinge sind anstrengend, sie halten den Spieler auf - doch bei RDR 2 ist der Weg das Ziel.

Das lange Warten auf Red Dead Redemption 2

Der Nachfolger von Red Dead Redemption hat rund acht Jahre auf sich warten lassen. Der Release des Spiels wurde dabei von Entwickler Rockstar Games gleich mehrfach verschoben, mit der Begründung, man wolle ein fehlerfreies Produkt abliefern. Im Oktober 2016 kündigte Rockstar via Twitter an, RDR 2 im Herbst 2017 veröffentlichen zu wollen. Im Mai 2017 wurde jedoch öffentlich, dass dieser Termin nicht einzuhalten war. Neues Release-Datum sollte im Frühling 2018 sein, was sich wenige Monate später ebenfalls als nicht realisierbar herausstellte. Im Februar 2018 konkretisierte Rockstar das Erscheinungsdatum schließlich auf den 26. Oktober 2018.

Kann die Story mit dem visuellen Erlebnis Schritt halten?

Überwältigend ist das Spiel nicht nur in technischer Hinsicht, sondern auch und gerade aufgrund seiner inhaltlichen Tiefe. Nicht nur die Hauptpersonen, neben Arthur Morgan vor allem der charismatische Bandenboss Dutch van der Linde, sind glaubwürdig, auch die Nebendarsteller haben Charakter und Tiefgang. Sie erzählen eine opulente Handlung aus dem Amerika zwischen Wild-West-Romantik und Moderne, vom sich finden im Wechsel der Epochen. Die Figuren sind gefangen zwischen der Hoffnung auf Frieden und dem gewalttätigen Alltag eines Gesetzlosen. Mit einer solchen Komplexität hat kaum ein Spiel dieses Genres seine Geschichte zu erzählen vermocht.

Arthur Morgan ist Teil der Van-der-Linde-Gang, die den fast nicht mehr Wilden Westen unsicher macht. Foto: Rockstar Games

Was ist nicht gut?

Wer nach dem Haar in der Suppe sucht, muss lange suchen. Allenfalls die bisweilen etwas fummelige Menüführung und das teilweise etwas ungenaue Deckungssystem bei Schießereien lassen sich kritisieren. Im Test sind hier und da einige schwammige Texturen aufgefallen, die aber nicht weiter stören. Nicht zu vergessen ist auch, dass RDR 2 – wie viele Titel von Rockstar Games – durchaus eine teilweise ausschweifende Brutalität aufweisen. Das ist nicht jedermanns Sache.


Zusammenfassung: Red Dead Redemption 2 sprengt alles, was unsere Redaktion bislang gespielt hat. Eine atemberaubende, immersive Spielwelt. Eine opulente, glaubhafte Story. Actiongeladene Schusswechsel auf der einen und fast schon meditative Stille in Wäldern auf der anderen Seite. RDR 2 bietet eine riesige Fülle an Inhalten und setzt sie in einen technisch nahezu perfekten Rahmen. Das Spiel ist voll mit Details, die den Spieler jedoch nicht erdrücken. 

Fazit: RDR 2 ist wahrlich kein Spiel für zwischendurch. Der Spieler muss sich Zeit nehmen, um das Game vollends erleben zu können. Wer sich darauf einlässt, wird über Wochen Spaß haben mit einem Spiel, das es so noch nicht gegeben hat. 



Red Dead Redemption 2

Red Dead Redemption 2 ist am 26. Oktober für PS4 und Xbox One erschienen und seither im Handel erhältlich. Eine Version für PC gibt es aktuell noch nicht.

Für die Rezension wurde unserer Redaktion ein Spiele-Exemplar kostenlos zur Verfügung gestellt.

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