Videospiel als Massenphänomen USA: Eltern engagieren Lehrer, um Kindern Nachhilfe in Fortnite zu geben

Von Christian Ströhl

Laut Entwickler  spielen mehr als 100 Millionen Spieler aktiv Fortnite. Foto: Epic GamesLaut Entwickler spielen mehr als 100 Millionen Spieler aktiv Fortnite. Foto: Epic Games

Hamburg. Nachhilfelehrer, um besser in der Schule zu werden? Das war gestern. Nachhilfelehrer für Fortnite. Das ist die Realität.

Für all diejenigen, die noch nie was von Fortnite gehört haben, eine kurze Zusammenfassung: Fortnite ist ein Videospiel, das einen sogenannten Battle-Royale-Modus hat. Das ist aktuell der letzte Schrei bei Videospielern. Darin landen 100 Spieler mit ihren Avataren auf einer Insel und kämpfen ums Überleben. Fortnite ist deshalb (vor allem bei Kindern und Jugendlichen) so beliebt, weil es erstens kostenlos und zweitens auf nahezu jeder Plattform spielbar ist und drittens sehr viele Prominente Anhänger hat. Einige filmen sich dabei sogar und stellen Videos davon ins Netz. Außerdem ist Fortnite kunterbunt, mitunter witzig, spannend und ein bisschen albern. Es bietet also viele Voraussetzungen, um Schüler der aktuellen Generation in ihren Bann zu ziehen. Man könnte auch sagen: Es macht süchtig.

"Wenn schon zocken, dann bitte auch siegen" 

Und was passiert, wenn die Lebenswelt von Kindern und Jugendliche von so einem Massenphänomen bestimmt wird? Das Spiel wird wichtiger und wichtiger, die schulischen Noten leiden. Da liegt es doch nahe, dass besorgte Eltern ihren Kindern Nachhilfelehrer engagieren, oder? Das ist so vermutlich schon in einigen Haushalten passiert. 

Das "Wall Street Journal" berichtet nun allerdings Kurioses: Demnach engagieren besorgte Eltern in den USA zwar auch Nachhilfelehrer für ihre Schützlinge – jedoch nicht für die Schule, sondern für Fortnite. Das Motto dabei lautet: "Wenn schon zocken, dann bitte auch siegen." Der soziale Druck sei einfach zu groß.




"Es gibt diesen Druck das Spiel nicht nur zu spielen, sondern richtig gut dabei zu sein", sagt Ally Hicks, eine der zahlenden Mütter, dem Blatt. Sie gab einem Fortnite-Spieler 50 Dollar, damit dieser ihrem zehnjährigen Sohn "Nachhilfestunden" gibt. Für diesen Preis gibt es eine vierstündige Lektion. Eine Stunde würde bei anderen "Anbietern" 20 Dollar kosten. 

Einige Eltern nehmen sogar selbst Unterricht. "Die anderen Väter, mit denen ich spiele, haben mir gratuliert", sagte JD Giles dem "Journal". Er habe seine Fähigkeiten in dem Videospiel verbessert. "Ich habe meinen Ruf bei meinem Sohn und seinen Freunden etwas verbessert – meine Frau und meine Tochter haben über mich gelacht."

Sie wollen mehr über Fortnite wissen? In unserem Überblicksartikel steht (fast) alles wichtige zum absoluten Trendspiel.


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