Reaktion auf Lynchmorde in Indien WhatsApp beschränkt Weiterleiten von Nachrichten

Von dpa

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WhatsApp will gegen Falschmeldungen vorgehen. Foto: dpaWhatsApp will gegen Falschmeldungen vorgehen. Foto: dpa

Neu Delhi. WhatsApp will gegen die Verbreitung von Falschmeldungen vorgehen. Besonders in Indien hat das Problem in den vergangenen Wochen an Dringlichkeit gewonnen.

Im Kampf gegen die Verbreitung von bewussten Falschmeldungen hat die Messenger-App WhatsApp ihre Weiterleitungsfunktion überarbeitet. Statt wie bisher an beliebig viele Kontakte, lassen sich Nachrichten nun mit einem Sendevorgang nur noch an 20 Empfänger gleichzeitig weiterleiten. Das erklärt Whatsapp in einem Blogeintrag. Zuerst hatte der US-Technikblog "Recode" berichtet.

In Indien wird die Funktion sogar auf höchstens fünf Weiterleitungen begrenzt. Auf dem Subkontinent werden mehr Nachrichten, Fotos und Videos geteilt als in jedem anderen Land der Welt. Viele der rund 200 Millionen Nutzer sind unerfahren im Umgang mit dem Internet und den dort verbreiteten Informationen. In der Vergangenheit hatten über WhatsApp verbreitete gefälschte Nachrichten in Indien mehrere Fälle von Lynchjustiz ausgelöst.

Mehr als 20 Todesfälle durch Falschmeldungen

Der Staat hatte sich daher direkt an den zu Facebook gehörenden Messengerdienst gewandt und die Firma aufgefordert, etwas gegen die Verbreitung von Gerüchten zu unternehmen. Die Regierung hatte unmissverständlich deutlich gemacht, dass WhatsApp "sofortige Maßnahmen" ergreifen müsse, wie Indiens IT-Ministerium Anfang Juli mitteilte. Warnungen vor angeblichen Kindesentführern hatten sich zuletzt in ganz Indien verbreitet – vor allem über WhatsApp-Gruppen. Mehr als 20 Menschen wurden Medienberichten zufolge seit Mai vergangenen Jahres von Mobs getötet, die ihre Opfer für Kindesentführer hielten.

Video: Maulkorb-Funktion für Gruppenchats bei WhatsApp

Erst vor kurzem hatte WhatsApp die Weiterleitungen überarbeitet. Seither werden weitergeleitete Nachrichten in dem Chatprogramm für die Empfänger sichtbar als solche gekennzeichnet. So soll leichter zu erkennen sein, ob eine Nachricht von einem Freund oder ursprünglich aus einer anderen Quelle stammt. Außerdem startet WhatsApp in Indien erneut eine Informationskampagne in großen Tageszeitungen.


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