Betrugsmasche auf Verkaufsportal Ebay Kleinanzeigen: Vor diesem Abzocke-Trick warnt die Polizei

Von Jakob Koch

Vom Katzenbaby bis zum Antikschrank gibt es hier fast alles. Foto: imago/imagebrokerVom Katzenbaby bis zum Antikschrank gibt es hier fast alles. Foto: imago/imagebroker

Saarbrücken. Kostenlos, umfangreich, bequem: Kleinanzeigen boomen. Doch wo Geld im Spiel ist, sind Betrüger nicht weit.

Die Zugriffzahlen sind beeindruckend: Knapp 29 Millionen Nutzer (Unique User) greifen im Monat auf das Verkaufsportal Ebay Kleinanzeigen zu. Doch überall, wo Geld im Spiel ist, gibt es Einfallstore für Betrüger. So geschehen im Falle einer Verkäuferin aus dem Saarland: Die Frau hatte mehrere Möbel inseriert und wurde sich schnell mit einem Interessenten handelseinig – sie gab dem vermeintlichen Käufer daraufhin ihre Kontodaten. 

Tage später kam eine Mail mit dem Buchungsauftrag von der "Bank of America", mit dem Hinweis, dass die Überweisung des Kaufpreises vom Käufer autorisiert wurde, aber zusätzliche 300 Euro Transport- und Transaktionskosten entstehen würden. Diesen Betrag sollte die Verkäuferin an eine Spedition überweisen. 

Fliegt der Betrug auf, ist es zu spät

Daraufhin nahm die Frau Kontakt zu dem Käufer auf und gab an, dass sie das Geld erst überweisen würde, wenn der Kaufpreis auf ihrem Konto eingetroffen sei. Laut Polizeiangaben wurde sie daraufhin unter Druck gesetzt, sofort das Geld zu überweisen. Der Interessent drohte ihr mit Anzeigen und Klagen, heißt es unter anderem in der "Saarbrücker Zeitung". 

In diesem Falle blieb es aber bei einem Betrugsversuch. Weitere Betrugsmaschen: Ungedeckte Schecks, gefälschte Überweisungsaufträge oder Paypal-Bestätigungen. Der Verkäufer schickt die Ware im Glauben los, das Geld sei bezahlt. Fliegt der Betrug auf, ist es zu spät.

Warnung vor Zahlung per Vorkasse 

Auch Käufer sollten auf kostenlosen Verkaufsportalen grundsätzlich wachsam sein: "Nutzer haben keinen Einblick, wer genau hinter den jeweiligen Angeboten steckt", gibt Mona Semmler von der Verbraucherschutzzentrale Niedersachsen zu bedenken. "Vorsicht ist vor allem geboten, wenn es sich um extrem günstige Lockangebote handelt." Die tauchen immer wieder neben ernst gemeinten Angeboten auf. 

Die österreichische Watchlist Internet warnt deshalb davor, per Vorkasse zu bezahlen. Wenn der versprochene Artikel nicht kommt, haben Käufer keine Möglichkeit, wieder an ihr Geld zu kommen. Ähnlich funktionieren Maschen, in denen die vermeintlichen Verkäufer Treuhänder erfinden, an die die Zahlung gehen soll.  

Ganz sicher sind weder Inserenten noch Käufer vor Betrügern. Die kostenlosen Plattformen sind nur Vermittler.  Semmler rät trotzdem, sich im Streitfall an die Seitenbetreiber zu wenden: "Sie haben schließlich ein Eigeninteresse am reibungslosen Ablauf der Verkäufe." Bei Betrug sei die Polizei der richtige Ansprechpartner.

(Mit Material der dpa)