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26.06.2018, 17:51 Uhr GOOGLE PAY STARTET IN DEUTSCHLAND

Wandel im Bargeldland?

Kommentar von Manuel Glasfort

Ein Gast demonstriert mit einem Smartphone und der App des neuen Bezahldienstes Google Pay in einem Cafe das Bezahlen mit dem Handy. Bei dem Dienst ersetzt ein Telefon mit dem Google-Betriebssystem Android die Kreditkarte, zum Zahlen hält man das Gerät im Laden an das Terminal. Die Kassentechnik muss dafür kontaktloses Bezahlen unterstützen - ein großer Teil der Terminals in Deutschland wurde bereits entsprechend umgerüstet. Foto: Jens Büttner/dpaEin Gast demonstriert mit einem Smartphone und der App des neuen Bezahldienstes Google Pay in einem Cafe das Bezahlen mit dem Handy. Bei dem Dienst ersetzt ein Telefon mit dem Google-Betriebssystem Android die Kreditkarte, zum Zahlen hält man das Gerät im Laden an das Terminal. Die Kassentechnik muss dafür kontaktloses Bezahlen unterstützen - ein großer Teil der Terminals in Deutschland wurde bereits entsprechend umgerüstet. Foto: Jens Büttner/dpa

Osnabrück. Zücken wir beim Bezahlen an der Supermarktkasse in Zukunft nicht mehr das Portemonnaie, sondern das Smartphone? Wenn es nach Google geht, ja. Nicht nur der Internetriese, auch Volksbanken und Sparkassen bringen Mobile-Payment-Angebote an den Start. Doch ob diese großen Anklang bei den Kunden finden werden, ist mehr als zweifelhaft.

Es ist kein Zufall, dass Google Pay erst jetzt nach Deutschland kommt. Denn für die meisten Deutschen gilt immer noch die Maxime: Nur Bares ist Wahres. Auch wenn Kartenzahlungen an Bedeutung gewonnen haben – in fast drei von vier Fällen kramen die Bürger noch Münzen und Scheine hervor. Deutschland, einig Bargeldland.

Positiv gesagt: Der Markt für mobiles Bezahlen in Deutschland bietet noch riesiges Potenzial. Und das Konzept hat ja durchaus Charme. Einfach das Smartphone an das Bezahl-Terminal halten und die Zahlung per Fingerabdruck bestätigen. Das ist deutlich bequemer, als mit Bargeld zu hantieren oder per Karte mit PIN oder Unterschrift zu bezahlen. Das ist in skandinavischen Ländern längst Alltag.

Doch das elektronische Bezahlen – ob per Karte oder Smartphone – hat auch Schattenseiten. Der Kunde macht sich gläsern und nicht jeder wird sein Einkaufsverhalten einer Datenkrake wie Google anvertrauen wollen. Der Verdacht liegt nahe, dass Verbraucherprofile an Handelsunternehmen verschachert werden. Bequemlichkeit hat eben einen Preis.


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