Inselstaat im Pazifik Warum Papua-Neuguinea plötzlich Facebook verbieten will

Von Viktoria Meinholz und dpa

Papua-Neuguinea wendet sich von Facebook ab. Foto: Imago/Zuma PressPapua-Neuguinea wendet sich von Facebook ab. Foto: Imago/Zuma Press

Port Moresby. Papua-Neuguinea will Facebook blockieren. Der drittgrößte Inselstaat der Welt hat dabei mehrere Ziele im Visier.

Sind Arbeitnehmer produktiver, wenn sie keinen Zugang zu Facebook haben? Und geht es einer Gesellschaft ohne das größte Soziale Netzwerk besser? Diesen Fragen will Papua-Neuguinea auf den Grund gehen und plant deswegen, Facebook zu verbieten. 

Vorerst soll der Zugang den Bürgern für einen Monat verwehrt bleiben. Der Kommunikationsminister des Inselstaates bestätigte die Nachricht gegenüber der Landeszeitung "Post Courier", einen genauen Starttermin gebe es aber noch nicht. Der Staat wolle in diesem Monat herausfinden, wie Fake News verbreitet werden und entsprechende Accounts löschen. Außerdem sollen die Nutzer gesperrt werden, die pornografische Bilder posten. 

Besser ein eigenes Netzwerk?

"Das wird es aufrichtigen Menschen mit echten Identitäten möglich machen, das Soziale Netzwerk verantwortungsvoll zu nutzen", sagte Basil gegenüber "Post Courier". Er könne sich aber auch vorstellen – wenn man ein solches Netzwerk denn wirklich brauche –, dass Papua-Neuguinea eine eigene Plattform zum Austausch für seine Bürger schaffe. 

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Die Entscheidung von Papua-Neuguinea folgt dem Datenskandal um Cambridge Analytica. Im März war bekanntgeworden, dass sich die britische Firma Zugang zu Daten von Millionen Facebook-Nutzern verschafft hatte. Mit Hilfe der Daten sollen etwa Wähler im US-Präsidentschaftswahlkampf zugunsten von Donald Trump mit Wahlwerbung beeinflusst worden sein. Facebook hat sich wiederholt entschuldigt und diverse Konsequenzen gezogen.