Datenskandal um Facebook Whistleblower sagt vor US-Ausschuss zum Fall Cambridge Analytica aus

Meine Nachrichten

Um das Thema Digitale Welt Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Der frühere Cambridge-Analytica-Mitarbeiter, der mit internen Informationen den Fall ins Rollen gebracht hatte, sagte am Mittwoch vor Kongressabgeordneten in Washington aus. Foto: imago/Elliott Franks / i-ImagesDer frühere Cambridge-Analytica-Mitarbeiter, der mit internen Informationen den Fall ins Rollen gebracht hatte, sagte am Mittwoch vor Kongressabgeordneten in Washington aus. Foto: imago/Elliott Franks / i-Images

Washington. Christopher Wylie hat vor einem US-Ausschuss ausgesagt, Cambridge Analytica habe Daten mit russischen Geheimdiensten geteilt.

Der Mann, der mit internen Informationen den Fall ins Rollen gebracht hatte, sagte am Mittwoch vor Kongressabgeordneten in Washington aus. Der frühere Cambridge-Analytica-Mitarbeiter Christopher Wylie meinte, nach seiner Einschätzung hätten russische Geheimdienste Zugang zu den von der britischen Datenanalysefirma gesammelten Daten gehabt. (Hier sehen Sie die Anhörung in einem Stream des "Guardian")

Außerdem habe das Unternehmen in den sozialen Netzwerken gezielt Stimmung gemacht: Videos, die Cambridge Analytica angefertigt hat, beschrieb Wylie als "sadistisch und islamophob."

Eine Auswahl seiner Zitate:


"Daten wurden genutzt, um uns mit Algorithmen zu spalten. Cambridge Analytica ist der Kanarienvogel in der Kohlemine."


"Steve Bannon glaubt, dass die Politik der Kultur nachgelagert ist. Sie suchten Unternehmen, die ein Arsenal an Waffen vorhalten, um einen einen Kulturkrieg zu führen"


"Nach meiner Auffassung sollte jede Wählergruppe unterdrückt werden, die für die Demokraten wählen würden, besonders Afroamerikaner."


Der Justizausschuss untersucht eine mögliche russische Einflussnahme auf die US-Präsidentschaftswahl 2016. Cambridge Analytica habe russische Wissenschaftler mit der Datenbeschaffung betraut und Informationen über Kampagnen zur Verbreitung von Gerüchten oder Meinungsmache mit Unternehmen und Vertretern mit Kontakten zum russischen Inlandsgeheimdienst FSB geteilt. Firmenethos von Cambridge Analytica sei stets gewesen, dass bei politischen Kampagnen "alles machbar ist", erklärte Wylie. 

Facebook steht wegen des Datenskandals rund um die inzwischen insolvente Datenanalysefirma massiv in der Kritik. Dabei geht es vor allem um das Abschöpfen der Daten von rund 87 Millionen Facebook-Nutzern durch Cambridge Analytica, die dann unerlaubt für Trumps Wahlkampf genutzt worden sein sollen.

>>> Warum die umstrittene Datenfirma Cambridge Analytica unterging


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN