Infrastruktur im Vordergrund Was vom Mobile World Congress 2018 zu erwarten ist

Von dpa

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Besucher auf dem Mobile World Congress in Barcelona 2017. Foto: Andrej SokolowBesucher auf dem Mobile World Congress in Barcelona 2017. Foto: Andrej Sokolow

Berlin/Barcelona. Beim Mobile World Congress in Barcelona gibt es traditionell um die neusten Smartphones, obwohl Apple mit dem iPhone dort nie vertreten ist. Auf dem Branchentreffen geht es aber auch um die Mobilfunk-Infrastruktur. Und dort steht eine große Neuerung an.

Der Mobile World Congress in Barcelona ist der wichtigste Treffpunkt der Mobilfunk-Industrie. In diesem Jahr stehen vom 26. Februar bis 1. März unter anderem der superschnelle 5G-Datenfunk und die Vernetzung von allem möglichen im sogenannten Internet der Dinge im Mittelpunkt.

NEUES SAMSUNG-FLAGGSCHIFF: Stets stellte der Smartphone-Marktführer in Barcelona sein neues Top-Modell vor, das es mit Apples iPhone aufnehmen soll. Doch 2017 verschob Samsung die Präsentation nach dem Batterie-Debakel beim Galaxy Note 7. Nun waltet wieder die Tradition: Für Sonntagabend wird die Vorstellung des Galaxy S9 erwartet. Laut bisherigen Leaks soll es ähnlich aussehen wie das aktuelle Samsung-Flaggschiff - aber einen schnelleren Prozessor und eine noch bessere Kamera bekommen.

NEUE SMARTPHONES: An der Gadget-Front scheint es dieses Jahr etwas ruhiger zu sein als sonst. Bekannte Smartphone-Anbieter wie LG, Motorola oder HTC kündigten keine großen Präsentationen in Barcelona an - könnten neue Geräte aber auch mit weniger Aufsehen an den Ständen zeigen. Mit einem frischen Top-Modell von Huawei wird unterdessen erst für Ende März gerechnet. Neue Telefone sollte es beim Mobile World Congress aber auf jeden Fall von Sony, ZTE, Asus sowie HMD Global mit der Marke Nokia geben.

MEHR ZU 5G: Seit Jahren wird an der nächsten Generation des schnellen Datenfunks gearbeitet - bei der aktuellen Auflage der Messe wird es mehr Technik und weitere Lösungen auf Basis der Technologie zu sehen geben. 5G soll einen noch deutlich schnelleren Datendurchsatz, aber auch drastisch verkürzte Reaktionszeiten bringen. Nach wie vor ringen die USA, China und Europa um die Standards, klar ist aber inzwischen auch, dass die künftigen Netze zumindest in der Anfangszeit massiv auf der heutigen LTE-Infrastruktur aufbauen werden. Schrittweise schaffen es auch erste 5G-Installationen in die Netze der Mobilfunk-Anbieter.

INTERNET DER DINGE: Die Vernetzung von Geräten und Maschinen ist ein zentraler Trend. In Barcelona gibt es Jahr für Jahr mehr vernetzte Verbrauchertechnik mit Internet-Zugang zu sehen. Unternehmen hoffen auf 5G, um Industriemaschinen in Echtzeit über das Netz zu steuern. Insbesondere nach den beiden aufsehenerregenden Attacken mit Erpressungs-Trojanern im vergangenen Jahr dürfte diesmal zudem die Sicherheit im Internet der Dinge noch stärker im Mittelpunkt stehen.

TECHNOLOGIE-POLITIK: Telekommunikations-Konzerne nutzen den Mobile World Congress traditionell als Bühne, um eine Angleichung in der Regulierung mit Internet-Firmen zu fordern, die in ihren Netzen das Geld verdienen. Diesmal dürfte auch das Thema Netzneutralität - das Prinzip, das alle Daten in den Netzen gleich behandelt werden - mehr Aufmerksamkeit bekommen. Denn nach Barcelona kommt der Chef der US-Telekomaufsicht FCC, Ajit Pai, der im vergangenen Jahr eine Demontage der strikten Netzneutralität in den USA in Gang einleitete. In den USA kochte die Stimmung deswegen so hoch, dass Pai seine Reise zur Technik-Messe CES im Januar nach Drohungen abgesagt hatte.


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