Karl Lauterbach: Schon fast 2.300 neue Stellen! Öffentlicher Gesundheitsdienst: Ausbau geht schneller als geplant

Von Tobias Schmidt | 22.06.2022, 01:00 Uhr | 1 Leserkommentar

Der Personalmangel der Gesundheitsämter war ein großes Problem bei der Bewältigung von Corona. Der Stellenaufbau geht nun schneller voran als geplant. Gesundheitsminister Karl Lauterbach freut das.

Bis Ende 2021 wurden 2.290 unbefristete Stellen neu geschaffen und besetzt, und damit fast 800 mehr als im 2021 beschlossenen Bund-Länder-Pakt für den ÖGD vorgesehen. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor, die das Bundesgesundheitsministerium abgefragt hatte und die unserer Redaktion vorliegen. „Der ÖGD-Pakt wirkt“, sagte Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). „Auf die nächste Belastungsprobe wollen wir besser vorbereitet sein.“

„Weit über die Belastungsgrenzen hinaus“

Immer wieder waren Gesundheitsämter heillos überlastet. In den Pandemie-Wellen seien „die Kolleginnen und Kollegen bei der Nachsorge von Infizierten, der Kontaktnachverfolgung und der Beratung von Betroffenen bis an ihre Belastungsgrenzen und weit darüber hinaus“, gegangen, sagte Lauterbach.

Um Abhilfe zu schaffen, hatten Bund und Länder im September 2020 den ÖGD-Pakt geschlossen, damals noch unter Kanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn.

Bund stellt vier Milliarden Euro bereit

Lauterbach verwies darauf, dass der Großteil der neuen Stellen, 1.775, aus Bundesmitteln finanziert worden sei. „Dieses Engagement lohnt auch langfristig. Der Öffentliche Gesundheitsdienst ist ein wesentlicher Grundpfeiler für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung in Deutschland, für Gesundheitsförderung und Prävention“, sagte der Minister.

Insgesamt stellt der Bund bis 2026 vier Milliarden Euro bereit, 3,1 Milliarden entfallen auf den Personalaufbau.

Insgesamt knapp 20.000 Stellen

An der vom Gesundheitsministerium in Auftrag gegebenen freiwilligen Erhebung des Statistischen Bundesamts nahmen 90 Prozent der betroffenen Behörden teil. Zum Stichtag 31. Dezember 2021 wurden auf Bundesebene für diese insgesamt 19.390 unbefristete Stellen erfasst. Das Personal bestand zu 20 Prozent aus Ärzten und Zahnärzten, zu 52 Prozent aus Fachpersonal und zu 28 Prozent aus Verwaltungspersonal. 93 Prozent der unbefristet Beschäftigten arbeiten in örtlichen Gesundheitsämtern.

1 Kommentar