Große Pläne und kleine Geste Bremens Bürgerschaftspräsident besucht Partnerstadt Haifa

Bürgerschaftspräsident Christian Weber (oben, 2.v.l.) mit einem Chor in Haifa. Foto: BürgerschaftspressestelleBürgerschaftspräsident Christian Weber (oben, 2.v.l.) mit einem Chor in Haifa. Foto: Bürgerschaftspressestelle

Bremen. „Mutig und intelligent“, so hat Bremens Bürgerschaftspräsident Christian Weber die Investitionspolitik Haifas bezeichnet. Er versprach im Gespräch mit Haifas Bürgermeister Yona Yahav, an der Weser dafür zu werben, dass innovative Firmen und Start-ups ihren Blick verstärkt auf Ansiedlungen und Kooperationen in Bremens israelischer Partnerstadt richten.

Yahav sagte Interessenten eine großzügige Unterstützung zu. Jüngstes Projekt der Zukunftssicherung ist nach Webers Angaben ein Forschungs- und Entwicklungspark für Medizintechnik und Gesundheit. Öffentliche und private Geldgeber stecken in den Park 200 Millionen Dollar für eine Hightech-Infrastruktur, wie es heißt. Das erste Gebäude ist so gut wie bezugsfertig. Laut Weber gilt Haifa als einer der wissenschafts- und technologiefreundlichsten Wirtschaftsstandorte weltweit und zieht immer mehr internationale Investoren an.

Der Bürgerschaftspräsident überreichte dem Bürgermeister eine Spende in Höhe von 5 000 Euro. „Es ist nicht das ganz große Geld angesichts der jüngsten Brandkatastrophe, die Haifa erleiden musste, aber es ist eine Geste und die Gewissheit, dass wir an die Menschen in unserer Partnerstadt denken“, betonte Weber. Bei dem Brand Ende vergangenen Jahres waren 1 800 Wohnungen zum Teil oder vollständig zerstört worden. Weber kündigte weitere Hilfen an, etwa eine Aktion „Bremen pflanzt Bäume“, um Teile der Stadt wieder zu begrünen.

Identität wird betont

In Tel Aviv traf Weber mit dem deutschen Botschafter Clemens von Goetze zusammen. In dem Gespräch ging es den Angaben zufolge um die Veränderungen in der israelischen Gesellschaft. Zu beobachten sei nicht nur eine starke Rückbesinnung der Juden auf ihre europäischen und deutschen Wurzeln, sondern eine Zunahme nationalistischer und religiöser Stimmungen auch bei jungen Leuten, berichtete von Goetze. Dass eine eigene Identität („Ich bin Jude und deshalb bin ich in Israel“) zunehmend betont werde, habe mit dem konstant spürbaren Druck von außen zu tun. Erstmals sehe sich Israel an seinem Grenzen von einer Großmacht bedroht. „Russland steht an der Seite des Assad-Regimes in Syrien“, so von Goetze.

Den Eindruck Webers, dass die Befürworter einer Zwei-Staaten-Lösung für Israel und die Palästinenser in der Defensive seien und die Toleranz für die Siedlungspolitik im Westjordanland wachse, bestätigte der Botschafter. „Das Problem Israels ist, dass es keinen Partner hat, der einen israelischen Staat wirklich akzeptiert“, meinte der Bürgerschaftspräsident.


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