Mit Gefahren umgehen Polizei und Bremer Straßenbahn AG arbeiten enger zusammen

Partner für Sicherheit – von links gesehen: Polizeipräsident Lutz Müller, BSAG-Vorstandssprecher Hajo Müller und Rainer Zottmann, Direktionsleiter Einsatz bei der Polizei. Foto: Thomas KuzajPartner für Sicherheit – von links gesehen: Polizeipräsident Lutz Müller, BSAG-Vorstandssprecher Hajo Müller und Rainer Zottmann, Direktionsleiter Einsatz bei der Polizei. Foto: Thomas Kuzaj

Bremen. 104 Millionen Fahrgäste wurden im vergangenen Jahr in den Bussen und Bahnen der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) gezählt. 430 Mal kam es in Bussen, Bahnen und an Haltestellen zu Straftaten, Schwarzfahrten nicht mitgerechnet. Nicht viel angesichts der hohen Fahrgastzahl – aber rein statistisch betrachtet eben doch mehr als eine Straftat pro Tag. Polizei und BSAG wollen ihre jahrelange Zusammenarbeit nun verstärken. Dazu unterzeichneten sie am Donnerstag eine formelle Vereinbarung.

Müller und Müller trafen sich dazu im Polizeipräsidium (Vahr) – Polizeipräsident Lutz Müller und BSAG-Vorstandssprecher Hajo Müller. Die subjektive Sicherheit spielt heute eine „deutlich größere Rolle als noch vor zwei, drei Jahren“, sagte Müller, Polizeipräsident. „Wir haben eine Verpflichtung gegenüber unseren Kunden und gegenüber unseren Mitarbeitern“, sagte Müller, BSAG-Chef.

Kooperation ist wichtig für die Polizei

Kooperationen mit „strategischen Partnern“ wiederum seien wichtig für die Polizei, so Müller, Präsident. Denn die Polizei könne die Sicherheit ja nicht allein gewährleisten. Bus- und Bahnfahrer müssen mit Gefahrensituationen umgehen können, ohne sich dabei selbst in Gefahr zu bringen, so Müller, BSAG-Chef.

BSAG-Chef Müller wünscht sich „den Datenaustausch schneller“ zu machen

Denn neben der subjektiv empfundenen gibt es ja noch so etwas wie eine objektive Sicherheitslage – nur hundertprozentige Sicherheit, die wird es nie geben. Es wird aber versucht, ihr möglichst nah zu kommen. Die 1 100 BSAG-Fahrer bekommen regelmäßig individuelle Sicherheitsschulungen, in die Erkenntnisse und Hinweise der Polizei einfließen. Die Fahrer selbst bekommen vieles mit, was in der Stadt so passiert – Informationen, die über die BSAG-Leitstelle zur Polizei kommen können. BSAG-Chef Müller wünscht sich nun, „den Datenaustausch schneller“ zu machen. Dabei geht es nicht nur um größere Kriminalfälle und -lagen. „Wenn ein Unfall passiert, wollen wir gegenseitig die Informationen dazu schnell austauschen“, sagt Rainer Zottmann, Direktionsleiter Einsatz bei der Polizei.

„Die Fahrer sagen, sie möchten abends gesund zu ihrer Familie. Die schützen wir“

Auch bei Bundesligaspielen wird natürlich kooperiert – etwa beim Shuttle-Service für die Gäste-Fans. „Die Fahrer sagen, sie möchten abends gesund zu ihrer Familie. Die schützen wir.“ Zum Beispiel durch zügigen Verkehrsfluss durch Polizeibegleitung der Fan-Busse. „Wir sorgen dafür, dass die Busse nicht stehenbleiben, denn dann fangen die Leute an zu schaukeln“, so Zottmann.

Bereiche der Zusammenarbeit

Die nun unterzeichnete Vereinbarung schreibt verschiedene Bereiche fest, in denen die Zusammenarbeit intensiviert werden soll:

  • BSAG und Polizei wollen gemeinsame Lagebilder für den Öffentlichen Personen-Nahverkehr erstellen.
  • In Schwerpunktmaßnahmen werden BSAG-Mitarbeiter bei Fahrscheinprüfungen von der Polizei unterstützt.
  • Die BSAG unterstützt Polizei und Justiz mit Videoaufzeichnungen aus ihren Fahrzeugen.
  • Die BSAG hilft der Polizei bei der Prävention – etwa zur Bekämpfung des Taschendiebstahls auf Volksfesten.
  • Uniformierte Polizisten dürfen es bereits – in Zukunft fahren auch „operative Zivilkräfte“ in Bussen und Bahnen kostenlos mit.

BSAG will Straßenbahnen mit Notruftasten in allen Bereichen ausstatten

BSAG-Chef Müller kündigte zudem an, die neuen Straßenbahnzüge mit Notruftasten in allen Fahrzeugbereichen auszustatten – für einen schnelleren Kontakt zum Fahrer im Falle des Falles. Und als Beitrag zum subjektiven Sicherheitsgefühl.


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