Werder vor dem Kellerduell Baumann fordert Punkte, Nouri braucht den Befreiungsschlag

Werders Sportchef Frank Baumann (rechts) will Punkte sehen – und Trainer Alexander Nouri (links) muss sie besorgen. Sonst steigt der Druck auf den Coach erheblich. Foto: Carmen Jaspersen/dpaWerders Sportchef Frank Baumann (rechts) will Punkte sehen – und Trainer Alexander Nouri (links) muss sie besorgen. Sonst steigt der Druck auf den Coach erheblich. Foto: Carmen Jaspersen/dpa

mr/csa Bremen . Schreiben wir nicht lange um den heißen Brei herum: Das Kellerduell am Samstag (15.30 Uhr) gegen den Tabellenvorletzten FC Ingolstadt ist für Alexander Nouri das wichtigste Spiel seiner noch recht kurzen Amtszeit als Werder-Cheftrainer. Gewinnt er und beendet die Sieglosserie, hat er ein bisschen Ruhe. Bei einem Unentschieden oder gar einer Niederlage dagegen wachsen die Zweifel weiter. Und dann drängt sich die Frage auf: Schafft er überhaupt noch die Wende zum Guten?

Mit jedem nicht gewonnenen Spiel steigt der Druck auf den 37-Jährigen, der seit seinem Dienstantritt am 18. September einen mageren Punkteschnitt hat: 0,89. Für Nouri geht es morgen – wohl mehr denn je – darum, das Vertrauen in seine Arbeit zu stärken und Eigenwerbung zu betreiben. Dafür braucht er dringend Erfolgserlebnisse, einen sichtbaren Aufwärtstrend und nicht mehr nur Ansätze. Das weiß er selbst genau – und sagt: „Das Spiel gegen Ingolstadt ist extrem wichtig. Wir sind darauf angewiesen, Punkte zu holen.“

Baumanns Rückendeckung tut Trainerteam gut

Dass Sportchef Frank Baumann („Es gibt keine Trainerdiskussion“) ihm gerade erneut den Rücken gestärkt hat, „tut definitiv gut“, meint Nouri: „Wir freuen uns, dass das Vertrauen in unser Trainerteam groß ist. Wir gehen auch mit voller Überzeugung an die Arbeit.“ Wenn die Fortschritte und vor allem das Zählbare (ein Punkt aus den vergangenen fünf Spielen) aber weiter mit der Lupe gesucht werden müssen, kann auch die schönste Jobgarantie irgendwann ablaufen.

Baumann: „Wir müssen jetzt punkten“

Baumann verliert in der Öffentlichkeit natürlich kein kritisches Wort über den Trainer. Der Sportchef sagt aber ganz klar, dass er schnell Ergebnisse sehen will. Sein Auftrag: „Wir müssen jetzt punkten. Es bringt nichts, auf das Frühjahr zu verweisen.“ Die Art und Weise sei ihm, das hat er schon vor dem Nordderby beim Hamburger SV (2:2) gesagt, total egal: „Es muss auch nicht zu null sein, das ist nicht entscheidend.“

Kader und Fitness befinden sich „auf einem guten Level“

Dass Baumann Druck macht, leuchtet ein. Zum einen wegen der erneut prekären sportlichen Situation: Nur acht Punkte aus zwölf Spielen und Platz 16. Zum anderen wegen der inzwischen deutlich entspannteren personellen Lage. Claudio Pizarro , Max Kruse und auch Philipp Bargfrede sind wieder fit. Spieler, die schmerzlich vermisst wurden. Deren Fehlen man nun aber nicht mehr als Entschuldigung heranziehen kann. „Wir sind jetzt auf einem guten Level, was den Kader und die Fitness betrifft“, meint Baumann.

Fitnessdiskussion vorerst kein Thema mehr

Der letzte Teil der Aussage überrascht ein bisschen, denn Nouri hatte zu Beginn der Woche noch gesagt, dass es im körperlichen Bereich Defizite gibt – und damit eine brisante Diskussion angestoßen. Mittlerweile mag der Coach das heiße Eisen nicht mehr so recht anfassen: „Darüber ist in den vergangenen Tagen genug gesprochen worden. Die Fitness ist einer von mehreren Erfolgsfaktoren. Andere Themen sind auch wichtig.“ Er hat wohl gemerkt, dass die Offenlegung der Mängel gefährlich ist, weil die Profis es immer wieder als Entschuldigung missbrauchen könnten.

Nouri glaubt an die Ausdauer seiner Spieler

Genau das versucht Nouri zu verhindern, indem er betont: „Es gibt keine Alibis oder Ausreden.“ Der 37-Jährige ist beim Thema Fitness inzwischen von Kritik auf Optimismus umgeschwenkt und sei „guter Dinge, dass die Spieler am Wochenende 90 Minuten plus x marschieren können“.