Dem Geld auf der Spur Bremer Fallanalytiker ermittelt in RTL-Krimi-Show

Fallanalytiker Axel Petermann, ehemaliger Leiter der Bremer Mordkommission und Bestsellerautor, ermittelt in der neuen Krimi-Show „Schnapp dir das Geld“ von RTL gemeinsam mit Kriminalpsychologin Lydia Benecke. Foto: Bernd-Michael Maurer/RTLFallanalytiker Axel Petermann, ehemaliger Leiter der Bremer Mordkommission und Bestsellerautor, ermittelt in der neuen Krimi-Show „Schnapp dir das Geld“ von RTL gemeinsam mit Kriminalpsychologin Lydia Benecke. Foto: Bernd-Michael Maurer/RTL

Bremen. Sie dürfen lügen, betrügen, tricksen, Geschichten erzählen, dass sich die Balken biegen – die beiden Bösewichte in einer neuen TV-Krimi-Show von RTL. Wenn es ihnen gelingt, einen Koffer mit 30 000 Euro so zu verstecken, dass er innerhalb von 30 Stunden nicht gefunden wird, dürfen sie das Geld behalten. Allerdings müssen sie sich gegen echte Ermittler behaupten. Einer von ihnen ist der langjährige Bremer Fallanalytiker Axel Petermann.

„Schnapp dir das Geld“, heißt die RTL-Show, die am Donnerstag (22.15 bis 23.10 Uhr), erstmals im TV zu sehen ist. Vier Folgen sind bereits im Kasten, sagt Axel Petermann. Zwei Folgen wurden in Köln, zwei in Aachen gedreht. Moderatorin der Sendung ist Annett Möller. Sie spricht auf der Straße ein Paar an, drückt diesem den Geldkoffer in die Hand. Die beiden Spieler bekommen zudem ein Auto und ein Handy. Sie haben eine Stunde Zeit, den Koffer mit den 30 000 Euro zu verstecken. Wenn es dem Ermittlerteam nicht gelingt, die Kohle aufzuspüren, darf das Paar das Geld behalten. Falsche Fährten gehören ebenso zum Konzept wie GPS in Auto und Handy – wie im echten Leben nehmen sich die Polizisten diese Daten später vor.

Ermittler-Duo muss das Geld durch geschickte Befragung aufspüren

Nach einer Stunde werden die Kandidaten verhaftet, landen im Knast. Der, so Petermann, wurde in einer stillgelegten Psychiatrie in Düren nachgebaut. „Gemütlich ist es da nicht“, erzählt der 64-jährige frühere Leiter der Bremer Mordkommission. Und hier gilt es: Fallanalytiker Petermann sowie Kriminalpsychologin und Schriftstellerin Lydia Benecke (34) müssen versuchen, durch ihre geschickte Befragung der „Kriminellen“ herausfinden, wo der Geldkoffer zu finden ist. Wichtig wird sein, hinter die Fassade der Beschuldigten, hinter ihre Lügenmärchen zu blicken. Die Hinweise gehen an die Ermittler draußen. Das sind Dirk Vennemann (44) und Marc Burdorf (42, beide aus Essen), seit rund 25 Jahren Polizeibeamte.

Nur 15 Stunden Zeit, um den Koffer zu finden

30 Stunden haben die Ermittler Zeit, den Koffer zu finden – theoretisch. „Eigentlich haben wir nur 15 Stunden, denn es geht Zeit für Aufbau, fürs Drehen und mehr auf“, so Petermann, der seit zwei Jahren im Ruhestand ist. Seit dem Jahr 2000 beschäftigt sich der 64-Jährige mit dem Thema Fallanalyse, 2005 bekam die Polizei Bremen eine eigene Abteilung. Petermann hat inzwischen mehrere Bücher über echte Fälle geschrieben, er hat Vorlagen für den Frankfurter „Tatort“ geliefert und berät das Bremer „Tatort“-Team.

TV-Publikum soll sich nicht auf Kosten der Kandidaten unterhalten

Eineinhalb Jahre ist es her, dass die Produktionsfirma Warner Bros. ihn wegen der RTL-Krimi-Show ansprach. „Will ich das?“, fragte sich Petermann damals. Nun, der Familienrat entschied: Einfach mal das Konzept anhören. Und das überzeugte den Profiler, der seinen guten Ruf als seriöser Ermittler durch die Spiel-Show nicht gefährdet sieht. Wichtig ist Petermann, dass niemand „vorgeführt“ wird, sich das Publikum nicht auf Kosten der Kandidaten unterhält.

Kein Aussageverweigerungsrecht für die Kandidaten

Ganz klar ist dem Kripomann, dass es bei „Schnapp dir das Geld“ um Unterhaltung, nicht um ein Abbild der Realität geht. Petermann: „Das ist kein Nachhilfeunterricht für Studenten der Kriminalistik.“ Spannend war für den neuen TV-Star, wie erfolgreich man sein kann, wenn ein Großteil der Struktur, der Technik fehlt und auch das Ermittlerteam erst zusammenwachsen muss. „Interessant ist auch, wie bei uns Stress aufkommt, wenn die Zeit abläuft, und dass auch die Kandidaten nervös werden, obwohl sie ja gar kein schlechtes Gewissen haben“, sagt Petermann. Anders als in der Wirklichkeit, gibt es für die Beschuldigten kein Aussageverweigerungsrecht. Verständlich, denn schweigende Täter wären ganz schön langweilig.


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