Flüchtlingsintegration Bremer CDU nennt Ausgrenzung von Privatschulen absurd

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Bremens CDU-Bürgerschaftsfraktion hat mit Empörung auf eine Ausgrenzung von Schulen in freier Trägerschaft bei der Flüchtlingsintegration reagiert. Foto: Michael Kappeler/dpaBremens CDU-Bürgerschaftsfraktion hat mit Empörung auf eine Ausgrenzung von Schulen in freier Trägerschaft bei der Flüchtlingsintegration reagiert. Foto: Michael Kappeler/dpa

kna Bremen. Bremens CDU-Bürgerschaftsfraktion hat mit Empörung auf eine Ausgrenzung von Schulen in freier Trägerschaft bei der Flüchtlingsintegration reagiert.

Das Ausschlagen von Unterstützungsangeboten sei „völlig absurd“ und „ein weiteres Zeichen systematischer Verantwortungslosigkeit im Umgang mit Flüchtlingen“, sagte ihr bildungspolitischer Sprecher, Thomas vom Bruch, am Freitag in Bremen. Derzeit warteten 600 Flüchtlingskinder ohne eine sinnvolle Beschäftigung in Notunterkünften, weil es nicht genügend Kapazitäten an den Schulen gebe. Trotzdem werde die Ausgrenzung von Schulen in freier Trägerschaft „aus rein ideologischen Gründen“ fortgesetzt.

Der Bremer „Weser Kurier“ hatte am Freitag von einer Absage einer geplanten Integrationsklasse an der katholischen Sankt-Johannis-Schule im Schnoor durch die Bildungsbehörde berichtet. Zur Begründung habe es geheißen, Privatschulen, insbesondere konfessionelle, seien für diese Aufgabe „derzeit politisch nicht durchsetzbar“. Laut Zeitung hatte es auch weitere Anfragen etwa vom Ökumenischen Gymnasium, der Freien Evangelischen Bekenntnisschule, dem Nebeltau-Gymnasium, der Privatschule Mentor und zwei Waldorfschulen gegeben.

„Wir wollten etwas zur Flüchtlingsintegration beitragen - ich fühle mich getroffen, wir werden als christliche Schule diskriminiert“, zitiert die Zeitung die Schulleiterin Anette Kieslich. Geplant gewesen war ein Vorkurs für 15 Kinder aus geflüchteten Familien. Das Angebot ihrer Schule bestehe weiter, so die Schulleiterin.

Laut „Weser Kurier“ hatte Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) Privatschulen bei der Integration einbinden wollen. Sie sei aber von Parteifreunden ausgebremst worden. So habe der bildungspolitische Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Mustafa Güngör, auf die Trennung von Staat und Religion verwiesen. Privatschulen seien zwar durch das Grundgesetz geschützt, sollten aber freiwillig besucht werden.

Vom Bruch zeigte sich irritiert über die Aussage der Bildungssenatorin, es gebe im politischen Raum keine Unterstützung für die Einbeziehung privater Schulen. „Von ihrer eigenen Partei hat sie da keinerlei Unterstützung, dort werden stattdessen alte ideologische Vorurteile weitergepflegt.“

„In Anbetracht der gewaltigen Herausforderung durch die Integration von Flüchtlingen an den Schulen müssen wir über jede das Bildungssystem entlastende Unterstützung dankbar sein“, sagte vom Bruch. Die Zurückweisung vonseiten der SPD aus ideologischen Gründen sei nicht nachvollziehbar. Zudem verbinde sich damit ein fatales Signal, so vom Bruch. Das sei „ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich freiwillig, ehrenamtlich oder in welcher Form auch immer engagieren.“


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