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Schlag gegen organisierte Bande Autoteilediebstahl – Großeinsatz mit 400 Polizisten in Bremen

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Mit einem Großeinsatz wollte die Polizei in Bremen Autodiebe dingfest machen. Foto: dpaMit einem Großeinsatz wollte die Polizei in Bremen Autodiebe dingfest machen. Foto: dpa 

Bremen. Rund 400 Polizisten waren am Donnerstagmorgen in Bremen wegen des Verdachts des organisierten Diebstahls im Einsatz. Die mutmaßlichen Täter sollen vor allem Autoteile aus Neuwagen gestohlen und dabei hohen Schaden angerichtet haben.

Die Beamten, darunter auch Spezialkräfte der Bundespolizei, durchsuchten mehrere Wohnungen im gesamten Stadtgebiet. Wie die Polizei mitteilt, wurden drei Personen festgenommen, insgesamt wurden sieben Personen beschuldigt. Alle stehen in Verdacht, neuwertige Ausrüstungsgegenstände und Bedienelemente aus Autos ausgebaut und verkauft zu haben. Die Staatsanwaltschaft Bremen wirft den Beschuldigten schweren Bandendiebstahl und gewerbsmäßige Hehlerei vor.

Erheblicher Sachschaden durch Diebstähle in der Region Bremen

Besonders die Bahnanlagen in der Region Bremen waren von den Diebstählen betroffen. Seit November 2017 stellte die Bundespolizei einen signifikanten Anstieg bei dem Diebstahl von Autoteilen aus Neuwagen fest, die auf Zügen transportiert wurden. Gestohlen wurden vor allem Lenkräder und Multifunktionsgeräte.

Um an diese Gegenstände heranzukommen, wurden in mehreren Fällen bei geschlossenen Transportwagen die Faltenbälge zwischen den Wagen aufgeschnitten und dadurch erheblich beschädigt. Der Wert der Gegenstände, die gestohlen wurden, liegt laut Polizei bei 600.000 Euro, den entstandenen Sachschaden beziffert die Polizei auf zwei Millionen Euro. 

Diebesgut über das Internet verkauft

Das Diebesgut soll über Verkaufsplattformen im Internet verkauft worden sein. Die umfangreichen Ermittlungen der Bundespolizei brachten die Beamten schließlich auf die Spur der Diebesbande und der Hehler. Bei den Durchsuchungen am heutigen Donnerstag kamen auch Spezialkräfte der Bundespolizei zum Einsatz, da es Hinweise auf eine mögliche Gewaltbereitschaft sowie auf Waffenbesitz gegeben hat. Insgesamt waren 400 Polizisten an dem Einsatz beteiligt.

Die festgenommenen Männer befinden sich in polizeilichen Gewahrsam und werden dem Haftrichter vorgeführt. Die Auswertung der Beweismittel dauert laut Polizei noch an. 

In diesem Zusammenhang warnt die Bundespolizei vor dem Erwerb von sicherheitsrelevanten und angeblich neuen Fahrzeugteilen über das Internet. Besonders bei ungewöhnlich niedrigen Preisen und nicht hinreichend autorisierten Verkäufern ist Vorsicht geboten, da es Diebesgut sein könnte. "Neben dem Sicherheitsrisiko, durch den oftmals unsachgemäßen Ausbau, kann der Käufer einer gestohlenen Ware kein Eigentum an dieser erwerben. Also Vorsicht bei vermeintlichen Sonderangeboten! Billig kann teuer werden und der Käufer setzt sich außerdem dem Risiko strafrechtlicher Ermittlungen aus", heißt es weiter in der Mitteilung der Polizei.



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