Königsalm darf nicht aufgebaut werden Bremer Freimarkt 2018: Bayernzelt kleiner und an neuem Standort

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Das Bayernzelt auf dem Bremer Freimarkt muss 2018 seinen angestammten Platz verlassen und sich verkleinern. Grund ist ein Streit über die Platzvergabe auf dem Volksfest. Foto: imago/imagebrokerDas Bayernzelt auf dem Bremer Freimarkt muss 2018 seinen angestammten Platz verlassen und sich verkleinern. Grund ist ein Streit über die Platzvergabe auf dem Volksfest. Foto: imago/imagebroker

Bremen. In diesem Jahr ist das bei Besuchern beliebte Bayernzelt auf dem Bremer Freimarkt kleiner als die Jahre zuvor: Statt 2800 Plätze umfasst das Festzelt nur noch 1800. Grund dafür ist ein Streit um die Platzvergabe auf dem Volksfest, das am 19. Oktober 2018 startet.

Es klingt nach einem kleinen Volksfestkrieg: Nachdem das Bayernzelt jahrelang ein beliebter Anziehungspunkt für Besucher des Bremer Freimarkts war, muss es in diesem Jahr umziehen und sich verkleinern. Eine wohl unangenehme Überraschung für den neuen Betreiber Jan Patrick Wolters, der das Bayernzelt erst im vergangenen Jahr erworben hatte: 1000 Plätze fallen weg – und das, obwohl das Bayernzelt stets gut besucht war, vor allem an den Wochenenden. (Weiterlesen: Bremer Freimarkt 2018: Attraktionen, Anfahrt und Termine)

Warum ist das Bayernzelt kleiner und steht an einem anderen Platz?

Grund für den Umzug des Festzeltes und die damit einhergehende Verkleinerung: Die Marktzulassungsbehörde wollte den begehrten Platz des Bayernzeltes neu vergeben. Den Zuschlag bekam die Schausteller-Familie Renoldi, die das Hansezelt und die Almhütte seit Jahren auf dem Freimarkt betreibt.

Vorhang auf für die Königsalm

Deshalb wurde bereits vor Monaten die Almhütte in neuem Gewand der Presse präsentiert: Die Königsalm sollte zwei Stockwerke haben und mit knapp 2000 Plätzen das Bayernzelt als Attraktion ablösen. Doch einige Wochen vor der Eröffnung des Freimarktes auf der Bremer Bürgerweide kam es anders.

Gericht stoppt Königsalm

Das Verwaltungsgericht Bremen gab Anfang September dem Eilantrag der Betreiber des Bayernzeltes gegen die Platzvergabe zum Teil statt und entschied, dass die Königsalm in der geplanten Form nicht auf dem Freimarkt stehen darf – zumindest in diesem Jahr. Der Grund: Laut Gericht ist die Entscheidung der Marktzulassungsbehörde fehlerhaft, denn für die zugelassene Almhütte habe es keine fristgemäße Bewerbung gegeben.

„Zwar habe die Betreibergesellschaft der Almhütte bereits vor Ablauf der Bewerbungsfrist im November 2017 eine Bewerbung zum Freimarkt 2018 eingereicht. Diese Bewerbung habe sich jedoch lediglich auf die bereits in den Vorjahren auf dem Freimarkt platzierte Almhütte in ihrer bekannten Ausgestaltung bezogen. Die von der Antragsgegnerin nunmehr zugelassene Almhütte, die auch mit Königsalm oder Kaiseralm bezeichnet werde, sei erst im Jahr 2018 und damit nach Ablauf der Bewerbungsfrist fertiggestellt worden. Hierbei handele es sich um ein Geschäft, das in seiner Gestaltung und Bauweise eindeutig von der in den letzten Jahren zugelassenen Almhütte zu unterscheiden sei. Deshalb könne der Vorgang auch nicht als eine zulässige Konkretisierung der rechtzeitig eingegangenen Bewerbung für die Almhütte bewertet werden“, heißt es weiter in der Begründung des Gerichts. 

Wie geht es nun weiter auf dem Freimarkt?

Die Kaiseralm bleibt die Almhütte, allerdings auf dem neuen Platz. Das Bayernzelt muss trotzdem weichen und sich verkleinern. Denn die Betreiber des Bayernzeltes haben keinen Anspruch auf den Platz, nur weil sie ihn jedes Jahr zugesprochen bekommen haben. Die Marktzulassungsbehörde hat laut Gericht das Recht, jedes Jahr neu über die Verteilung zu entscheiden. Und so bleibt es bei der Entscheidung für die Almhütte – allerdings in abgespeckter und damit gewohnter Form.


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