Ursache weiter ungeklärt Explosion in Ritterhude: Ermittlungen eingestellt

Von dpa

Knapp dreieinhalb Jahre nach der Explosion in einer Chemieentsorgungsfirma in Ritterhude hat die Staatsanwaltschaft Verden ihre Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung eingestellt. Foto: Carmen Jaspersen/dpaKnapp dreieinhalb Jahre nach der Explosion in einer Chemieentsorgungsfirma in Ritterhude hat die Staatsanwaltschaft Verden ihre Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung eingestellt. Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Verden. Knapp dreieinhalb Jahre nach der Explosion in einer Chemieentsorgungsfirma in Ritterhude hat die Staatsanwaltschaft Verden ihre Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung eingestellt.

Wie die Behörde am Dienstag mitteilte, konnte die genaue Ursache der Explosion nahe Bremen nicht geklärt werden. Ein technischer Defekt könne nicht ausgeschlossen werden, hieß es. Bei der Explosion im September 2014 wurde ein Mitarbeiter der Firma tödlich verletzt, 40 umliegende Häuser wurden teils stark beschädigt. (Weiterlesen: Behördenversagen bei Explosion in Ritterhude?)

Nach der abschließenden Prüfung der Ermittlungsergebnisse stellte die Staatsanwaltschaft fest, dass sich der Tatverdacht gegen zwei damalige Geschäftsführer und den technischen Betriebsleiter der Firma nicht bestätigt habe. Den Männern war vorgeworfen worden, beim Betrieb der Anlage gegen Vorgaben verstoßen zu haben.

Vorwürfe, dass die zuständige Aufsichtsbehörde ihren Pflichten nicht ausreichend nachgekommen war, hätten sich auch nicht bestätigt. Die Ermittlungen gegen die damalige Sachbearbeiterin des staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes Cuxhaven wurden ebenfalls eingestellt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft waren die Ermittlungen äußerst schwierig, da Gebäude, Anlagen und Geschäftsunterlagen durch den Brand weitgehend zerstört wurden. Die niedersächsische CDU-Landtagsfraktion hatte der Staatsanwaltschaft im September ein von ihr in Auftrag gegebenes Gutachten überreicht. Es kam zu dem Ergebnis, dass die Firma spätestens seit 2012 unter die sogenannte Seveso-II-Richtlinie hätte fallen müssen, die besonders hohe Sicherheitsanforderungen vorschreibt. Der damalige Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) stellte das Ergebnis des Gutachtens in Frage. Es treffe nicht zu, dass die Anlage nach der Störfallverordnung hätte eingestuft werden müssen, betonte er damals.