Vor allem unter 35-Jährige betroffen Umfrage: Jeder achte Arbeitnehmer in Bremen hat befristeten Vertrag

Von dpa

Wenn junge Menschen heute überhaupt noch einen Arbeitsvertrag vorgelegt bekommen, ist er meist befristet. Foto: Jens SchierenbeckWenn junge Menschen heute überhaupt noch einen Arbeitsvertrag vorgelegt bekommen, ist er meist befristet. Foto: Jens Schierenbeck

Bremen. Befristete Arbeitsverträge sind im Bundesland Bremen weit verbreitet. Nach einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Arbeitnehmerkammer sind rund zwölf Prozent der Beschäftigten betroffen.

„Jeder achte Arbeitnehmer, jede achte Arbeitnehmerin, steht ohne Kündigungsschutz dar“, sagte Hauptgeschäftsführer Ingo Schierenbeck am Freitag. Diese Menschen stünden ständig unter dem Druck der Bewährung.

Nach der Umfrage, für die das Institut infas 2000 Beschäftigte befragte, sind vor allem junge Leute unter 35 Jahren und Menschen mit Migrationshintergrund betroffen. Eine Auswertung mit Blick auf die berufliche Qualifikation ergab, dass Ungelernte und Akademiker vergleichsweise häufig befristete Verträge haben.

Die in den Koalitionsverhandlungen vereinbarten Änderungen bei befristeten Arbeitsverhältnissen wertete Schierenbeck als Schritt in die richtige Richtung. Union und SPD haben sich darauf geeinigt, dass Arbeitgeber mit mehr als 75 Beschäftigten höchstens 2,5 Prozent der Belegschaft sachgrundlos befristen dürfen. Zudem soll die Befristung eines Vertrages ohne sachlichen Grund nur noch für 18 Monate (bislang 24) zulässig sein. Aufeinanderfolgende befristete Verträge sollen nur noch bis zu einer Gesamtdauer von fünf Jahren erlaubt werden.