Tierschutzbund gibt Touristen Tipps Müssen tierische Urlaubsfotos sein?

Von Carola Alge


Meppen. Tierische Urlaubsfotos finden viele Touristen toll. Tierische Fotos im Sinne des Wortes. Sie posieren –meist gegen Bezahlung –neben Elefanten, stellen sich an Stierkampfarenen, planschen neben Delfinen. Wer denkt bei solchen Aufnahmen schon an den Tierschutz? Im Urlaub will man die Seele schließlich baumeln lassen und Spaß haben.

Ein Küsschen für einen Delfin, ein junges Äffchen tätscheln, auf einer Giraffe reiten – die Unterhaltungsangebote gegen Bares sind in fernen Ländern vielfältig. Wer sie annimmt, fördert nach Ansicht des Deutschen Tierschutzbundes Tierquälerei. „Touristen kommen damit, meist unbewusst, mit Tierschutzproblemen in Berührung“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

Leid der Tiere nicht unterstützen

Er appelliert an alle Urlauber, das Leid der Tiere nicht zu unterstützen. Nur wenn Reisende entsprechende Angebote mieden, ließen sich Verbesserungen für die Tiere vor Ort erreichen. „Nicht nur im eigenen Heimatland, sondern auch im Urlaub sollte man ein Gespür für offensichtliches oder verstecktes Tierleid haben“, betont er. Oftmals würden Tiere nur zur Belustigung der Menschen vorgeführt und gequält. „Meist fristen sie ein Leben voller Entbehrungen, das den Touristen zwar oft verborgen bleibt, das sie aber in keinem Fall unterstützen sollten.“

Einige Reiseveranstalter reagieren

Auch Reiseveranstalter seien bereits auf das Problem aufmerksam geworden und hätten zum Teil „tierische Angebote“ wie etwa Elefantenritte aus ihrem Programm genommen. „Elefanten, die für diese Touristenattraktion zum Einsatz kommen, müssen zuvor gebrochen, also unterworfen werden, was mit Anketten, Fesseln und Schlägen erreicht wird“, erläutert Schröder. Den Besuch von Delfinshows dagegen würden auch weiterhin einige deutsche Reiseveranstalter bewerben. Sie förderten damit sowohl direkt die Gefangenschaftshaltung dieser Tiere als auch indirekt den Fang von frei lebenden Delfinen wie bei den blutigen Treibjagden im japanischen Taiji.

Ständiges Anfassen schadet Tieren

Ein Kuss für einen Delfin, ein tanzendes Äffchen oder ein Papagei auf der Schulter – Touristen lieben das Posieren mit Tieren. Genau dieses ständige Anfassen der Menschen sorge aber für „enormen Stress bei den Tieren.“ Einige – wie beispielsweise Affen – würden schon als Jungtiere gefangen (wobei die Tötung der Mutter meist unumgänglich ist), um sie als Urlauberattraktionen zu nutzen. Auch nachgezüchtete Löwenjunge würden zum gleichen Zweck auf manchen südafrikanischen Farmen ihren Müttern nach kurzer Zeit weggenommen. Als Jungtiere dienten sie als niedliches Fotoobjekt für Touristen, kritisiert der Deutsche Tierschutzbund. Später würden sie, obwohl an den Menschen gewöhnt und halb zahm, beim sogenannten „Canned Hunting“ für Jagdtouristen zum Abschuss freigegeben.

„Stierkämpfe boykottieren“

Ebenso blutig sind Tierkämpfe wie der in Spanien traditionelle Stierkampf, der 2013 gar zum immateriellen Kulturgut erklärt wurde. „In den Arenen, aber auch in den Übungsanstalten für Toreros finden viele der Tiere einen grausamen Tod. Auch in Frankreich, Portugal, Mexiko und Brasilien finden tödliche Stierkämpfe statt. Wir rufen deshalb alle Touristen dazu auf, solche Spektakel zu boykottieren“, betont Schröder.


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